Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben Bilanz gezogen. Während das Unternehmen aufgrund der knappen Stadtkasse finanziell unter Druck steht, konnte im vergangenen Jahr ein neuer Fahrgastrekord eingefahren werden. 186,5 Millionen Fahrgäste haben die DVB im vergangenen Jahr in Bus, Bahn, Fähre und Bergbahnen befördert. Ein neuer Rekord. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um zwei Prozent gestiegen, damals waren es 183,7 Millionen Fahrten.

Dabei fahren die Dresdner*innen vorzugsweise mit Zeitkarten, wie der Monatskarte oder dem Deutschlandticket, laut DVB haben 46 Prozent der Dresdner*innen eine solche Zeitkarte. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung fährt mindestens einmal pro Woche mit einem ÖPNV-Angebot. Beim ÖPNV-Kundenbarometer, in dem jährlich knapp 40 Verkehrsunternehmen bundesweit verglichen werden, rangieren die DVB traditionell ganz weit vorn und kamen für 2025 auf den zweiten Platz.
Kosten 300 Millionen pro Jahr
Dieses Angebot kostet rund 300 Millionen Euro im Jahr, erläutert Andreas Hemmersbach, Vorstand Mobilität bei den DVB. Gemeint ist damit der reine Betrieb, Anschaffungen wie neue Busse und Infrastrukturerneuerungen kosten extra. Damit sei das Angebot in Dresden pro Fahrt vergleichsweise günstig. Dies liege aber auch an der hohen Nachfrage. Von den 300 Millionen Euro können die DVB einen Großteil selbst erwirtschaften, spielen rund 220 Millionen über Ticketverkäufe und über Ausgleichszahlungen von Bund und Land für Deutschland- und Bildungsticket ein. 25 Millionen erhalten die Verkehrsbetriebe als direkten Zuschuss von der Stadt und weitere 55 Millionen über den Ausgleich der Technischen Werke Dresden (also indirekt von der Sachsen-Energie).

„Bis zum Jahresende ist die Finanzierung so gesichert“, sagt Hemmersbach. Allerdings steigen die Kosten für Energie, Wartung und Personal. Im kommenden Jahr soll der Zuschuss durch die Sachsen-Energie auf 80 Millionen Euro steigen, aber dafür soll der städtische Zuschuss komplett gestrichen werden. Da nicht absehbar sei, dass die Ausgleichszahlungen von Land und Bund im kommenden Jahr steigen werden, entwickeln die DVB derzeit ein Sparkonzept für das Jahr 2027.
Dafür stehen mehrere Optionen zur Verfügung. So wird ein Aufweichen des 10-Minuten-Taktes erwogen, oder auch das Ausdünnen weniger befahrener Linien. „Ein neues Streckennetz zu stricken, ist extrem aufwendig“, sagt Lars Seiffert, Vorstand Arbeitswelt und Fahrbetrieb der DVB. Man wolle trotz gedeckelter Mittel das größtmögliche Angebot anbieten. „Eine solche Anpassung ist normalerweise ein Projekt von ein bis zwei Jahren“, sagt Hemmersbach, man sei mit der Stadtverwaltung in enger Abstimmung.

Andere Dinge sind etwas einfacher zu ändern. So werde man die Leihfahrräder für die Mobibikes neu ausschreiben. Derzeit bezuschussen die DVB das Projekt jährlich mit 700.000 Euro. „Das war ursprünglich als Werbemaßnahme und Anreiz für die Abokarte gedacht“, sagt Hemmersbach, aber mit dem Deutschlandticket sei das hinfällig, daher müsse man jetzt umdenken. Künftig soll der Zuschuss auf 200.000 Euro sinken. „Das wird etwas höhere Preise für die Ausleihe der Mobibikes zur Folge haben“, sagt Hemmersbach. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen 2 Millionen Nutzungen verzeichnet.
Auch bei der Vermarktung an und in den Straßenbahnen sei man umtriebig. Allerdings spüre man auch hier die aktuelle wirtschaftliche Flaute, so Vorstand Seiffert, die Interessenten stünden nicht gerade Schlange.
Ausblick 2026
Neben den Plänen zu Einsparungen werden sich die DVB voraussichtlich im Frühjahr mit Tarifverhandlungen auseinandersetzen müssen. Später im Jahr, voraussichtlich im September beginnt dann der Ausbau der Königsbrücker Straße Süd mit Anbindung an den Albertplatz.
DVB in Zahlen
- Fahrgäste: mehr als 250.000 verkaufte Dauertickets
- in Dresden 215.000 Stammfahrgäste
- insgesamt 24.000 Abo-Kunden im VVO-Tarif
- 132.000 Deutschland-Ticket-Inhaber*innen
- 63.000 Bildungstickets
- 32.000 Studierende mit Semesterticket (Stand November 2025)






















Da im Text die Querfinanzierung im Technische-Werke-Verbund erwähnt werden: Die Sachsen-Energie schreibt seit Jahren steigende Rekordgewinne, im Geschäftsjahr 2023 252 Millionen €.
https://www.saechsische.de/wirtschaft/regional/ueber-250-millionen-euro-gewinn-dresdner-stadtraete-kritisieren-sachsen-energie-XODNTSTRXMB3ITLQNV2MXRQVBU.html
Das immer mitdenken, wenn es um den gestrichenen Zuschuss von der Stadt geht.
Und bei den Mobibikes deswegen ein paar 100.000 € zu sparen ist auch zynisch, immerhin ist es das deutschlandweit meistgenutzte Leihfahrradsystem (https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2024/09/pm_073.php). Darauf könnte man jetzt stolz sein…oder man spart es halt kaputt.
Dresden hat einen fantastischen ÖPNV der auch sehr gut nachgefragt wird. Das ist den blechverliebten Betonköpfen im Stadtrat ein Dorn im Auge, weil die Leute dann ja begreifen, dass Autofahren gar nicht zwingend so geil ist. Also spart man den ÖPNV einfach kaputt. Wo beim Autofahrer wegen jeder Sekunde Fahrzeit gejammert wird scheint es hier abolut zumutbar, dass die Menschen mal 5 oder 10 Minuten länger auf ihre Bahn warten. Dabei ist der städtische Beitrag zur DVB anhand der Fahrgastzahlen lächerlich gering. Traurig, wenn selbst das noch zu viel ist. Aber Hauptsache, die neue Carolabrücke bekommt dann wieder 4 Autospuren, das kann dann nicht teuer genug sein…
Aus dem verlinkten Artikel:
„Dem mittlerweile sachsenweit agierenden Energieversorger…“
Die Sachsen Energie ist nicht dafür da, Öffis der Landeshauptstadt exklusiv zu erhalten. Genau diese Bedenken gab es von den Landkreisen bei der DREWAG/Enso Verschmelzung.
Eine Preissenkung für Bestandskunden wäre näherliegend.
Die Technischen Werke müssen gemäß gesetzlicher Vorgaben mit DREWAG, Sachsen Energie u.a. den Ausstig aus der fossilen Ernergie umsetzen (Anteil in Dresden derzeit 90%) und parallel dazu den Fernwärmeausbau vorantreiben. Dafür werden die Gewinne gebraucht. Nicht für Subvension an andere Unternehmen. Man kann den Euro nur einmal ausgeben. Und man kann nicht alles haben. Zumindest nicht gleichzeitig.
Hallo „Es ist wie es ist“, der Anteil der fossilen Energieträger von 90 Prozent bezieht sich auf die Gasversorgung, jedoch nicht auf das gesamte Angebot der Sachsen-Energie.
@studi
Ich bin da Optimist. Zwischen „fantastischem ÖPNV“ und „kaputtgespart“ ist eine ganze Menge Spielraum.
„Das ist den blechverliebten Betonköpfen im Stadtrat ein Dorn im Auge, …“. Beweise – wir brauchen Beweise. Bloße Behauptungen helfen da nicht.
@Anton: Das Heizkraftwerk Nossener Brücke wird fast ausschließlich mit Gas und Heizöl betrieben. Die Äußere Neustadt wird fast vollständig damit beheizt. Und auch der parallel dazu erzeugte Strom aus Gas und Öl wird in Dresden verbraucht. Beim Fremdeinkauf der DREWAG beläuft sich der Anteil aus fossilien Energien und aus Kernkraft erzeugten Strom ca.50%. Bis Mitte des Jahres muss die Stadt erklären, wie und wann sie aus den Fossilien aussteigt und mit was dann geheizt wird. Wird interessant….
@mm
Beweise? Gern: Holger Zastro!
Mic drop
@Beweiser: „Beweiser“? „Verschwörer“! „Beneider“! Zastrow hat das Geld der DVB gestohlen… Zastrow hat sich den Blödsinn mit den breiteren Bahnen inkl. dazu nötigen Umbau des Gleisnetzes ausgedacht… Bitte weitere „Beweise“ hier angeben:
da nehmen wir doch mal die vierspurige carolabrücke, obwohl alle fach leute sagen 2 und wenn es unbedingt sein muss 3 spuren reichen vollkommen.
Hallo „Es ist wie es ist“, nein, Herr Zastrow hat nicht das Geld der DVB gestohlen und er hat sich auch nicht die breiteren Bahnen ausgedacht. Diese sind jedoch entgegen Deiner Unterstellung gar kein Blödsinn, sondern viel praktischer als längere Bahnen, für die alle Haltestellen umgebaut werden müssten, was an einigen Stellen gar nicht möglich ist. Die Gleisabstände werden seit Jahren immer dann korrigiert, wenn die Straße sowieso saniert wird, daher war das die wesentlich sinnvollere Variante, um dem gestiegenen Fahrgastaufkommen gerecht zu werden.
Alternativ hätte man sicher auch einen 8-Minuten-Takt einführen können. Schätze auf Dauer wird das noch teurer.
Dresden schrumpft. Wozu breitere oder längere Bahnen?
Liebes Anonym, weil trotz schrumpfender Einwohnerzahlen die Anzahl der Fahrgäste zugenommen haben und ein Ende der sinkenden Geburtenzahlen schon prognostiziert ist.
@Beweiser
„Mic drop“: Halte dein Mikrophon fest, dann fällt es dir auch nicht runter.
„Holger Zastrow“ ist kein Beweis, sondern ein Name.
Zugegeben, Herr Zastrow ist bekannt für seine MIV-Affinität. Aber gibt es Hinweise dafür, dass ihm ein gut ausgebauter und gut nachgefragter ÖPNV „ein Dorn im Auge“ ist, wie „studi“ behauptet? Und: Herr Zastrow ist einer (!) von 70 Stadträten. Welche Belege gibt es dafür, dass einer nennenswerten Zahl von Stadträten ein gut ausgebauter ÖPNV „ein Dorn im Auge“ ist und sie also den ÖPNV kaputt sparen wollen?
Bin noch nicht restlos überzeugt …
Dresden hat tatsächlich ein sehr gutes ÖPNV Angebot. Allerdings geht mir persönlich die Bevorzugung der Bahnen im Straßenverkehr etwas zu weit, was schon vorauseilendem Gehorsam sehr nahe kommt. Nur 3 Beispiele (von vielen):
1. Von der Rothenburger Straße kommend, gibt es manchmal kein Grün in Richtung Hoyerswerdaer Straße, man wird einfach übergangen, und das benachteiligt im übrigen nicht nur Autofahrer, sondern vor allem Fahrradfahrer Richtung Elbe, die ja eigentlich noch umweltfreundlicher unterwegs sind.
2. Die über Jahrzehnte funktionierende Ampelschaltung am Albertplatz wird rotzfrech von Bahnen „mal eben“ unterbrochen. Eine normale Ampel Folge, erst gerade dann Linksabbieger dann andere Richtung gerade dann Linksabbieger, wird völlig durcheinandergebracht. Eigentlich ein Wunder, dass dort noch keiner überfahren wurde.
3. Neben der Schauburg in Richtung Neustadt wird der vorhandene Verkehrsraum künstlich verengt, obwohl da nur alle 10 Minuten eine Bahn lang kommt. Es wäre Platz für Linksabbieger, gerade und rechts in getrennten Spuren (vorausgesetzt eine intelligente Ampelschaltung) was die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen würde, inklusive der Fahrradfahrer, die gerade fahren wollen. Auch der Rückstau Richtung Bischofsplatz wäre geringer. Aber nein, in Dresden bekommt die Bahn Vorrang, einfach nur weil sie eine Bahn ist.
Das sind nur drei Beispiele, das könnte man noch sehr weit fortsetzen. Eine ausgewogenere Verkehrsplanung wäre geboten, die auch Fahrradfahrer Fußgänger und eben auch Autofahrer gleichermaßen mitdenkt.
Jonk
…@Anton..dass ein „Ende der sinkenden Geburtenzahlen schon prognostiziert ist.“.. ist eben eine Prognose…manchmal sind die auch von Hoffnung untersetzt… wo hast Du das gelesen? ;-)
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/07/PD25_259_12.html
@Echt? In der Sächsischen Zeitung.
@Launer, Anton: Deine Argumente für die Trassenverbreiterung sind alles andere als alternativlos. Das sind halt genau die Argumente, die man auch in der SZ (Suxens) lesen konnte. Danke für die Reproduktion dieser Propaganda!
Im Ernst, ich denke es ist schildbürgerhaft das Streckennetz der Triebwagenbreite anzupassen. Das schreit geradezu nach Korruption, tut mir Leid.
Der andere Weg wäre sinnvoll gewesen: Bei steigenden Nutzerzahlen den Takt verringern, auch 5 Min ist keine Utopie, wenn Bedarf da ist. Hier wurde nur kurzfristig „optimiert“ um Personal einzusparen. Jetzt steigen die Preise und die Nutzerzahlen werden geringer, dafür gibt’s diese klapprigen neuen Bahnen und ein von irgendjemandem zu bezahlendes neues Netz.
Das kann man auch kritischer Betrachten als SZ-Texte die direkt aus der DVB-Pressestelle übernommen wurden zu reproduzieren. Ähnlicher bullshit wurde ja auch bei der Wartehäuschendebatte, ach nee, die fand ja nie statt, medial verbreitet. All diese Entscheidungen tragen auch nicht zum Imagegewinn bei.
Egal wo man hinschaut, unsere „Entscheidungsträger“ und *innen scheinen auch keine helleren Birnen als dieser Zastrow-Strolch zu sein.
Schade irgendwie.
Freu mich schon richtig auf die Kettensägen auf der Köni. Achja, das wäre mal spannend, das Gleisbett in der Variante 7 ist doch mit Sicherheit noch mit alter Breite angegeben. Ich hoffe das wurde bei den Klagen berücksichtigt… Damit wäre die Variante ja mittelfristig nicht haltbar, weil direkt wieder verbreitert werden muss.
Es bleibt spannend…
Liebes g.kickt: Ich habe die Alternativen zu den breiteren Bahnen ja aufgezählt. Längere Bahnen oder kürzere Taktzeiten.
Für nen 5-Minuten-Takt brauchst du jedoch mehr Bahnen und mehr Fahrer*innen.
Kann mir nicht vorstellen, dass dies auf Dauer günstiger ist als die Erweiterung der Spuren.
Auf der Königsbrücker wird übrigens nicht die Variante 7 sondern die Variante 8.7 gebaut, bei der auch vor zwölf Jahren schon der neue Gleisabstand eingeplant war. Mir sind übrigens keine Klagen gegen den Ausbau bekannt.
Das ist ja ein so zuversichtlich klingender Artikel, dessen Themen ich sonst in den DNN oder der SZ ganz anders lese, vor allem, was die Finanzierung des zu erneuernden Fuhrparks angeht, aber auch das Problem verlängerter Takte bei wichtigen Linien und nachfolgende Fahrgasteinbrüche. Ich freue mich, falls es doch alles besser läuft als die häufige Depri-Malerei! Ich finde auch, dass Dresden im Bundesvergleich einen super angenehmen und funktionierenden und meistens gelingenden ÖPNV hat, nutze ihn auch gerne, weil ich unmittelbar an der Laubegaster Endstelle der Linie 9 wohne! Trotzdem bitte ich zu bedenken: Es geht nicht um guter ÖPNV und schlechter privater Autoverkehr! Beides darf und sollte einer Großstadt zusammen gut möglich sein! Handwerker, ambulante Krankenschwestern, Familien mit mehreren Kindern, ältere gehbeeinträchtigte Menschen oder Bereitschaftsärzte wie ich brauchen unbedingt eine neue 4-spurige Carola-Brücke! Das ist echt der Witz schlechthin, dass in Erwägung gezogen wird, die größte und mittigste und für den Verkehrsfluss wesentlichste und zentralste Brücke dieser Stadt nur 2-spurig wieder herzustellen! Im Grunde super traurig und tragisch, daß manche Menschen glauben, mit einer super einseitigen Haltung in einer bestimmten Sache einfach mal das Basisleben in einer Großstadt mit einem großen Fluss und notwendigen Brückenüberquerungen lahm legen zu können und zu wollen oder zum Nachteil aller eben zu verlangsamen und zu stauen! Unser genialer ÖPNV geht immer auch zusammen mit modernem Individualverkehr, und je freundlicher das Nebeneinander passiert, desto einfacher ist ein Wechsel, je nachdem, was die Notwendigkeiten des Lebens gerade verlangen! Freundliche Grüße, Volkmar D.
@g.kickt: Den Takt weiter zu verringern ist völlig kontraproduktiv. Mehr Personal, mehr Bahnen, mehr Platz für die Nacht –> mehr Kosten –> höhere Preise etp. pp. und noch mehr Warterrei für ALLE anderen Verkehrsteilnehmer.
@Volkmar D.: Danke für den anderen Blickwinkel. Alleinlebende ohne Kinder, ohne Pflegebedürftige Eltern, ohne Verantwortung für andere sondern nur für sich selbst, mit Job um die Ecke oder leicht mit Öffies zu erreichen, können sich die von Dir so schön beschriebenen „Notwendigekeiten des Lebens“ gar nicht vorstellen.
Ich fahre eigentlich gerne Bahn, aber wenn in der Bahn Döner gegessen wird, zweifelhafte Gestallten mit Hund ohne Maulkorb rumstehen, Teenies lieber auf ihr Handy starren anstatt der Oma Platz zumachen kann ich vertehen, dass ja nicht jeder Lust hat mit der Bahn zu fahren…