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Randalierende Neonazi-Gruppe attackiert

Am Dienstagabend wurden an der Ecke Alaunstraße/Albertplatz sieben Menschen im Alter von 15 bis 27 Jahren von Unbekannten angegriffen und teilweise leicht verletzt.

Die Gruppe, die nach ersten Informationen der rechten Szene angehören soll, war gegen 18.30 Uhr auf dem Bischofsweg und dann auf der Alaunstraße in Richtung Bautzner Straße unterwegs und war dort an verschiedenen Stellen durch Pöbeleien und Sachbeschädigungen aufgefallen. Die mutmaßlichen Neonazis waren mit Reichsflagge und im Skinhead-Look der 90er unterwegs (Springerstiefel, Flecktarnhosen, etc.).

Am Albertplatz griff eine Gruppe dunkel gekleideter Männer die sieben Personen an. Die Täter setzten dabei unter anderem Reizgas ein. Bevor die Polizei eintraf, waren die Angreifer schon wieder verschwunden. Der Rettungsdienst musste die Angegriffenen vor Ort behandeln.

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Zeugen, die Angaben zum Geschehen machen können, werden gebeten, sich bei der Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer 0351 4832233 zu melden.

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73 Kommentare

  1. Übel, dass sich Nazis so offen in die Neustadt trauen. Nach der deutlichen Reaktion des Viertels hat sich die Lust auf weitere derartige Versuche der Landnahme aber hoffentlich gelegt.

  2. Nazis pöbeln Leute an und begehen aus der Gruppe heraus Sachbeschädigung, die Polizei ermittelt aber nur gegen die Menschen, welche für ein Ende der Pöbeleien und der Sachbeschädigung sorgten. Wtf?

  3. @Alaunstraße

    Sehr bezeichnend auch, dass die Faschos offenbar die Polizei gerufen haben. Erst sinnlos provozieren und dann heulend zu Mami rennen. Und die können sich sicher sein, dass ihnen bei der Polizei nix passieren wird. Auch wieder sehr traurig, aber eben Sachsen. Danke jedenfalls an die Personen, die hier korrigierend eingegriffen haben.

  4. @Daniel: Was ist daran naiv? Ich finde ihn nur nachvollziehbar. Rechte Gewalt wird häufig toleriert, während direkte Gegenaktionen gegen genau diese Menschen als schwere Straftaten geahndet werden. Ich verstehe das auch nicht. Vielleicht könntest du deine Statements erläutern. Sie könnten auch als herablassend empfunden werden.

  5. herr launer, bitte nazis und skinheads nicht verwechseln. die halbstarken idioten mit dem übertriebenen patriotismus und skinheads haben grundsätzlich erstmal nix gemein, ausser einen oberflächlich betrachtet ähnlichen „working class“ look. wie einiges aus der fascho-identität, wurde dieser style nur geklaut. skinheads nazis nennen und andersrum applaudiert den falschen und untergräbt die guten :)
    ansonsten, stabil bleiben, sich vernetzen und gegenwehr für alle, die können!

  6. @Frank:

    Wenn ich den Text oben lese, sehe ich auf der einen Seite Pöbeleien und Sachbeschädigungen (nicht gut), auf der anderen Seite Körperverletzung (garnicht gut).

    Ich lasse hier die politische Seite raus.

    Die Körperverletzung mit „etwas gegen die Pöbeleien und Sachbeschädigungen getan zu haben…“ zu umschreiben und zu relativieren, ist aus meiner Sicht naiv.

  7. @Daniel, was meinst du was aus Pöbelein und Reichsflagge so wird, wenn man sie einfach machen lässt?

  8. @Daniel Nazis und Gas. Ähh…Gegenteiltag! Wer mit Reichskriegsflagge herumläuft, ist bestimmt kein Opfer, sondern hat genau diese Situation bewusst gesucht. Zu verlieren, kennen sie schon. Für einen brennenden Müllbehälter muss Mensch ja auch nicht unbedingt gleich die Feuerwehr rufen. Mensch nimmt einfach ein paar Eimer voll Wasser und löscht das Feuerchen. Sieh es doch so: Vielleicht wurde damit verhindert, dass diese Faschos wieder jemanden am Albertplatz aus der Bahn werfen konnten.

  9. Hallo Pablo, ich schrieb auch von Skinhead-Look der 90er. Auf den Bildern, die ich gesehen habe, waren noch nicht einmal Frisuren erkennbar.

    Die verschiedenen Spielarten der Skindhead-Szene (Sharp, Oi, Red) sind mir durchaus geläufig. Das war in den 90ern teils überlebenswichtig.

  10. Wer waren denn die Angegriffenen? Die ortsansässigen Drogendealer die den ganzen Tag dort herum flanieren?

  11. Bezeichnend was hier einige für ein Rechtsverständnis haben. Traurig. Nicht eure Ideologie entscheidet sondern die Gesetzgebung und ihre Organe. Entscheidend hierbei, wo wird denn nun das Kreuzel gesetzt?! Hatte das Theater ein rechts- oder linksradikalen Hintergrund.

  12. Vielleicht sollte man in Schulen die Prügelstrafe wieder einführen? Gewalt soll ja schon manchmal beim Denkprozess geholfen haben; oder?

    Anstatt die Polizei zu rufen wird einfach mal feige und anonym mit physischer Gewalt vorgegangen. Was „gute Gewalt“ in der Geschichte angerichtet hat, kann man sich bei Stalin oder Mielke in der DDR ansehen. Auch Sprüche in den Kommentaren wie „Nazis raus“ sind ungemein hilfreich. Wo sollen Sie denn rein? Wenns doof kommt sind se jetzt in der Neustadt raus und vermöbeln stattdesen vor Frust Einwohner in Leuben oder sonstwo. Wies geht, haben sie ja jetzt gesehen.
    Nazis brauchen Grenzen und: Liebe + Bildung. DAS war ja wohl das volle Gegenteil.

  13. Wenn die Organe ihren Job machen würden, dann würden die Nazis im Knast sitzen. Das Grundgesetz ist dabei eindeutig! Und dann gibt es auch noch gesellschaftliche Pflichten die u. auf Anstand und Moral beruhen – mit anderen Worten: Nazis paroli bieten wo es nur geht!

  14. Warum wird denn hier geworben, die couragierten Bürger:innen zu verpfeifen, welche sich den Faschos in den Weg gestellt haben? Niemand hat was gesehen, niemand sollte bei der Polizei singen. Danke an alle, die den Mut aufbringen, Nazis im Kiez die Stirn zu bieten.

  15. Geht ja „gut“ los 2026.
    Erst Linksextremsten die Sylvester Straßenkampf anzetteln wollen
    Jetzt Rechtextremisten die durch die Neustadt ziehen.

    Die Neustadt scheint sich zurückzubilden. Schon schade, was aus dem Viertel geworden ist, wo ich geboren bin.

    Dreck, ausufernde Graffitikultur, die vor nichts mehr Halt macht, wieder mehr Gewalt und jetzt wohl auch wieder Spielwiese von Extremisten.
    Die Jugendlichen, mit denen ich zu tun habe, meiden immer mehr das eigene Viertel, weil es ihnen fremd geworden ist.

  16. @Lemi: Was „gute Gewalt“ in der Geschichte anrichtet, kann man sich auch bei der sächsischen Polizei ansehen.
    Wenn du Nazis mit Liebe und Bildung bekehren willst, kannst Du das gerne tun und wenn das funktioniert, machen sicher auch einige mit. Aber ich glaube eher, bei dem Versuch wirst Du Dir im Nachhinein eher wünschen, die gewalttätigen Jungs in schwarz wären da gewesen, damit man Dich hinterher nicht von der Straße hätte kratzen müssen.
    Denn auch wenn Gewalt (von schwarzgekleideten) prinzipiell scheisse ist, ist es doch grundsätzlich die Sprache von Nazis. Und an der Stelle ist mir prinzipielle Gewalt lieber als grundsätzliche.

  17. Wir leben in einer Demokratie, nicht im Widerstandskampf. Das einzige, was der Angriff auf die rechten Spinner gebracht hat, waren Wählerstimmen für die AFD. Was sie auch bezweckt haben. Bärendienst!

    In einem alternativen Viertel und in einer Demokratie vermummt anzugreifen, macht niemanden zur Weißen Rose.

  18. Niedlich! Willkürliche Verwendung von Begriffen (z.B. „naiv“), ahistorischer Unfug (z.B. konstruierter Widerspruch von Widerstand und Demokratie), ne Priese Hufeisen und ne große Portion Blauäugigkeit, so als hätte es in den letzten 10-15 Jahren keine Naziaktivitäten gegeben (Erlenklause, Hecht-Friseurin, My Bar24, Cafe24, die „Identitären“ Dullis im Dezember 18, Übergriffe aus dem Fiasko raus, Hauser/Kubitschek auf der Prießnitzstraße, immer wieder Kleingruppen, etc.).
    Dann zieht hier ne Gruppe Boneheads durch, bedroht, beleidigt, schüchtert ein und bekommt dafür Widerspruch. Und neben vielen stabilen Kommentaren findet sich so Aussagen, als ob es die Diskurse der letzten 30 Jahre nicht gegeben hätte. Uff!
    In diesem Sinne: „Küsst die Faschisten wo ihr sie trefft.“ Alles andere Haben Anna und Arthur schön zusammengefasst.

  19. @Lukas Der Verweis auf die sächsische Polizei ist absolut verallgemeinernd und daher unsachlich. Nein, ich verzichte auf diese Art der Unterstützung von schwarz vermummten Menschen die in diesem Fall lt. Strafgesetzbuch mutmasslich Straftäter sind, Kriminelle. Es handelte sich in diesem Fall nicht um Notwehr! Es existieren Bilder der jungen rechtsextremen Gruppe vorm Angriff (2 Personen mit Tarnfleckhose und Springerstiefel, 2 Mädchen der Rest Jungs…) Bilder des von ihnen gelobten Angriffs finden sich vielleicht auch noch.

    @kuma161 Couragiert? Mut? Ich sehe hier nur eine feige Aktion die sich in nichts von denen rechtsextremer Gewalt unterscheidet. Ne Steilvorlage für die AfD. Grundgesetz und Strafgesetzbuch zählen für Sie nicht? Ich bin froh, dass Sie nicht an den Hebeln der Macht sitzen. Eine Diktatur des Proletariats war eine zu viel.

  20. „Zeugen, die Angaben zum Geschehen machen können, werden gebeten“

    Bitten können sie ja, aber sehen, nein sehen würde ich da nix, und wenn ich direkt daneben gestanden hätte.

  21. @Daniel Zur Zeit der „Weißen Rose“ war das Kind im Brunnen schon abgesoffen. Schon deshalb bin ich viel eher bei „Georg Elser“. Tja… Google hilft Dir! ;)

  22. @Lukas
    „Und an der Stelle ist mir prinzipielle Gewalt lieber als grundsätzliche.“
    Überall, wo ich die Begriffe „Prinzip“ und „prinzipiell“ nachschlage, stoße ich darauf: Prinzip = Grundsatz; prinzipiell = grundsätzlich.
    Hm … Dir ist also grundsätzliche Gewalt lieber als grundsätzliche.
    Es ist schon ein wenig abenteuerlich, mit welchen krummen selbstgehäkelten Argumentationen Gewalttätigkeiten legitimiert werden (nicht nur von Lukas).

  23. @Daniel GG Artikel 20 (4)! Wovon träumt die AfD bzw. ist von großen Teilen erklärtes Ziel? Du übersiehst, dass die Demokratie in diesem Land mittels Blut und Barrikaden erkämpft wurde (mit Rückschlägen). Was glaubst Du, wie sie schlussendlich verteidigt werden muss? Mit Trillerpfeifen? Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die normalen Menschen eine mögliche Beherrschung durch die AfD (Rassisten und Faschisten) und Zustände wie in den USA einfach so hinnehmen werden, nur weil ein Teil der Bürger den A… offen hat? ;)

  24. @Unfassbar

    Um mal stellvertretend zu Antworten: Nein, aber wenn Unsymphaten von außerhalb der Menschlichkeit die Meinung auch physisch dargelegt wird ist meine Position klar: Wenn es da Aua gibt ist mir das Recht/recht, denn ich weiß, der sächsischen Justiz & Polizei ist das leider nicht so klar, die ist da leider voreingenommen.

    Da bin ich lieber „Frei statt Sachsen“ und für eine robuste Antwort solchen Typen gegenüber. Das ist meine patriotische Pflicht.

  25. @Daniel p.s. Ohne gewaltsame Aufstände bzw. militanten Widerstand, würdest Du noch immer im Absolutismus leben, gäbe es diese Demokratie gar nicht. Warum glauben Menschen, dass es aktuell nicht genauso läuft, wie damals bei der NSDAP, obwohl es einen förmlich anspringt? Die AfD hofft genau darauf. Einen neuen Absolutismus (Diktatur) gilt es zu verhindern und ab einem gewissen Punkt wird es auch egal sein wie. Sicher keine schönen Aussichten, aber ein Blick auf den politischen Zustand der Welt lässt dahingehend böses erahnen.

  26. @ Hecht-Bewohner

    Die Bedingungen Weimarer Republik und Versailler Vertrag gelten heute nicht. Wir leben in einer gefestigten Demokratie.

  27. Being “Nein, aber…..” wollte ich schon aufhören zu lesen, habe es mir dann doch durchgelesen und verstehe es so, dass Selbstjustiz ok ist. Dass damit andere Extremisten gestärkt werden, welche beim nächsten mal ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen scheinen einige hier im Viertel nicht zu verstehen/ignorieren.

    Btw, beim Drockenhandel und Straßenraub in der Neustadt scheint die Antifa kein “Einsatz” wert.

    Unruhige Zeiten weltweit und auch in der Neustadt.

  28. @Unfassbar: bei den von dir genannten Themen wird die Polizei aber tatsächlich mal selbst aktiv. Beim Thema Nazis ist die Motivation in Sachsen häufig weniger stark ausgeprägt.

  29. @Alaunstrasse

    Und die Antifa darf machen was sie will und entscheidet was genehm ist?

    Die Antifa weist in Teilen Strukturen auf, die mit kriminellen Gruppierungen oder rechten Schläger-Trupps vergleichbar sind. Der teilweise vorhandene gesellschaftliche Rückhalt scheint ihr Selbstbewusstsein zu stärken, was letztlich in Eskalationen wie den Silvester-Ausschreitungen mündet. Ihr Fokus liegt dabei oft nicht mehr nur darauf, Stadtteile wie die Neustadt ’nazifrei‘ zu halten; vielmehr zeigt sie ein zunehmend aggressives Auftreten. Besonders problematisch ist die Sogwirkung auf Jugendliche, die durch das Versprechen von ‚Action‘ angeworben werden. Dabei bietet die Antifa oft ebenso einfache Antworten auf komplexe gesellschaftliche Fragen wie rechtsextreme Gruppierungen.

  30. @Alaunstraße: „Beim Thema Nazis ist die Motivation in Sachsen häufig weniger stark ausgeprägt.“ behauptest Du jetzt einfach so oder gibt es dafür Belege? Und ja, mir sind die Berichte über Rechtsextremismus innerhalb der Polizei bekannt. Aber dies sind dann eben nicht pauschal alle Polizisten, so einfach darf und sollte man es sich nicht machen. Vermutlich melden sich eher Menschen aus dem rechten politischen Spektrum zur Polizei als aus dem linken. Würde mich nicht wundern, weil es im linken Lager sicher nicht so gut ankommt, wenn man sich da für den Dienst bei der Polizei bewirbt. Auf jeden Fall lese ich regelmäßig von Einsätzen, Ermittlungen und Verfahren im Zusammenhang mit Rechtsextremismus und finde das aus sehr gut. Was strafrechtlich relevant ist, soll festgestellt, verhandelt und verurteilt werden. Dies gilt für alle politischen Strömungen.

  31. „… und verstehe es so, dass …“ Scheint grundsätzlich ein Problem für dich zu sein, zu verstehen was da steht und nicht irgendwie deine eigenen Erwartungen hineinzuprojizieren (z.B. „verstehe es so, dass …“).
    „Dass damit andere Extremisten gestärkt werden, welche beim nächsten Mal ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen …“ Soziologisch wird eher die Gegenthese gestützt, allerdings bin ich am Beleg deiner Behauptung sehr interessiert. Dass du dann das Problem von Einschüchterung durch Faschos durch den Verweis auf andere Probleme („Btw, …“) relativierst (Whataboutismus), kannst du bei Gelegenheit auch gern mal erklären.
    „Die Antifa weist in Teilen Strukturen auf, die mit kriminellen Gruppierungen oder rechten Schläger-Trupps vergleichbar sind.“ Wieder so nen Satz, der erst mal irre relevant klingt, sich bei genauerer Betrachtung allerdings als irrelevant herausstellt. Ja, du kannst unterschiedliche Strukturen in bestimmten Hinsichten miteinander vergleichen. Und du wirst dabei vermutlich Gemeinsamkeiten und Unterschied feststellen. Du wirst auch Gemeinsamkeiten mit dem CDU-Kreisverband oder dem Skatverein feststellen können.
    „Der teilweise vorhandene gesellschaftliche Rückhalt scheint ihr Selbstbewusstsein zu stärken“ Jo, mit Blick auf die Wahlergebnisse und die Mitte-Studie, scheint das in Sachsen ein sehr sehr kleiner Teil zu sein. „was letztlich in Eskalationen wie den Silvester-Ausschreitungen mündet“ Uff, Die allmächtige ANTIFA™ ist also für die (welche auch immer) „Silvester-Ausschreitungen“ verantwortlich. Ich bin auch hier auf deinen Beleg gespannt. Nicht dass du hier einfach nur Dinge vor dich hin behauptest, um dein Weltbild zu bestätigen. Ab dann wird es so unterkomplex, das könnte aus ner Pressemitteilung der Konrad-Adenauer-Stiftung stammen ;-).
    Also es wäre schön, du würdest dir deinen Verweis von „einfache[n] Antworten auf komplexe gesellschaftliche Fragen“ mal zu Herze nehmen.

  32. @unfassbar
    ist das einfach nur Propaganda?

    Die Antifa? Na klar. Schön den rechten Diskurs bedienen. und gleich noch bisschen Rassismus („Btw, beim Drockenhandel und Straßenraub in der Neustadt scheint die Antifa kein “Einsatz” wert.“sic.) einstreuen und dann gleich weiter mit bodenlos dummen Behauptungen, wie Silvester-Krawallen, und Aquise durch „das Versprechen von ‚Action‘“
    Das ist die ständig wiedergequirlte Scheiße, die von AfD und anderen Nazis kommt und natürlich gern zur Diskreditierung genutzt wird.

    Das damit gleichzeitig Nazis und ihr Verhalten bagatellisiert werden ist kein Zufall, sondern gewollt.

    widerlich. immer wieder.

    Nazis auf’s Maul.

  33. @Pieschener: Hatte ich in meinem Beitrag extra erwähnt, dass es Fälle von Rechtsextremismus innerhalb der Polizei gibt. Dies bestätigt der von Dir verlinkte Bericht. Von daher danke für den Link, aber ändert nichts an dem zuvor von mir Geschriebenen.

  34. Dass damit andere Extremisten gestärkt werden, welche beim nächsten Mal ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen …“ Soziologisch wird eher die Gegenthese gestützt, allerdings bin ich am Beleg deiner Behauptung sehr interessiert

    Gern;

    – Vulkangruppe

    – Überfall auf Maklerin
    https://www.lvz.de/mitteldeutschland/immobilienunternehmerin-ueber-linksextremen-angriff-in-leipzig-lag-zusammengekauert-am-boden-4QNBP2345VHPDFIBETYYX77TS4.html?outputType=valid_amp

    https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1105644

    -….

    “Das damit gleichzeitig Nazis und ihr Verhalten bagatellisiert werden ist kein Zufall, sondern gewollt.“

    Ich bagatellisiere gar nichts sondern wundere mich wie hier Selbstjustiz gefeiert wird. Wenn Antifa Sylvester frei dreht habe ich hier nicht wirklich viel Kritik gelesen. Es scheint mir eher so, dass man da gern wegschaut wenn mal etwas “randaliert” und zerstört wird von der linksextremen Seite.

    “…und gleich noch bisschen Rassismus („Btw, beim Drockenhandel und Straßenraub in der Neustadt scheint die Antifa kein “Einsatz” wert.“sic.) einstreuen”

    Wo wurde Rassismus eingestreut? Der scheint dann eher in deinem Kopf stattzufinden.

  35. “ Die allmächtige ANTIFA™ ist also für die (welche auch immer) „Silvester-Ausschreitungen“ verantwortlich. Ich bin auch hier auf deinen Beleg gespannt. Nicht dass du hier einfach nur Dinge vor dich hin behauptest, um dein Weltbild zu bestätigen.”

    Man kann einfach am 1.1. den “Tatort” besichtigen und offensichtliche Dinge wahrnehmen oder die Augen verschließen und sich ahnungslos hinstellen. Am Ergebnis ändert das aber nix.

  36. @Unfassbar
    Ok, ich bin bereit, dir kurz zu helfen. Deine Behauptung war: „Dass damit andere Extremisten gestärkt werden …“. Was du schreibst, ist in keiner Weise ein Beleg für diese erhobene These. Willst du nen zweiten Versuch?
    „bagatellisiere gar nichts sondern …“ Verschiebung der Torpfosten (Rhetorik und kein Inhalt) dient in dem Fall der Selbstimmunisierung. So nen Quatsch kannst du gern am Stammtisch versuchen, solltest du dir hier aber klemmen, sofern du dich selbst ernst nimmst.
    „Man kann einfach am 1.1. den “Tatort” besichtigen und offensichtliche Dinge wahrnehmen …“. Ok, wieder kein Beleg (bestenfalls Rorschachtest/Hypothesentheorie der Wahrnehmung), aber vielleicht solltest du dich mit dieser magischen Fähigkeit bei der Kripo bewerben oder im Zirkus (vielleicht erreicht dich nach diesem Kommentar hier aber auch bald die Einladung aus Hogwartz). „Kannst du dir ansehen oder es lassen“, denn in jedem Fall steht fest: „am Ergebnis ändert das aber nix“. So eine Aussage scheint mir ne ungewollte ideologische Selbstoffenbarung zu sein. Ich hoffe, du erkennst diese. Wenn nicht, lass es mich dir mit ner Metapher beschreiben: Jo, du kannst ganz kritisch analytisch an eine Sache rangehen, z.B. an das Suchen von Ostereiern. Wenn du die aber selbst hinterm Busch versteckst und dann „findest“, ist die Tatsache das du die gefunden hast kein Beleg dafür, dass du gut im Eiersuchen bist ;-)

  37. @Spatz
    Leider gleitet die Diskussion hier wieder zunehmend mehr oder weniger in unterschwellige Beleidigungen ab, woran ich kein Interesse habe.
    Die Sichtweisen auf die Vorfälle in der Neustadt und die Rolle der verschiedenen Akteure gehen offensichtlich weit auseinander. Ich sehe hier eher ein „großes Hufeisen“ aber das ist meine Wahrnehmung.

    Mach du dir aber nicht zuviel Gedanken über meine Stammtische oder vermeintliche ideologische Selbtoffenbarungen die sind liberal-patriotisch. Extremisten egal aus welcher Richtung erkenne ich als Gefahr für unsere Gesellschaft.

    Ich für meine Teil verfolgen auch weiter interessiert die Antifa Verhandlungen am Oberlandesgericht Dresden.

    Bevor es weiter persönlich wird, klinke ich mich aber jetzt aus und habe auch keine Zeit mehr die mehr oder weniger gehaltvollen Beiträge hier weiter zu verfolgen. Auf Mallorca wird es gerade recht stürmisch da muss ich paar Dinge wetteiferst machen.

    Adios

  38. Die Diskussion ist mir zu verworren. Und vorweg, ich habe nichts gegen: „Spatz“, nur eben nicht verstanden, was sie sagen wollte. Auch wenn das Eiersuche-Paradox, recht gelungen. Diese Erklärung kam von einer der gängigen KI*s.
    —>

    In den Kommentaren zum Artikel „Randalierende Neonazi-Gruppe attackiert“ im Neustadt-Geflüster äußert sich der Nutzer „Spatz“ sehr kritisch und mit einer klaren politischen Einordnung zu dem Vorfall.

    Hier sind die zentralen Punkte und Thesen aus den Beiträgen von „Spatz“:
    1. Relativierung der Gewalt vs. Selbstschutz

    „Spatz“ argumentiert in seinen Post’s häufig, dass die Berichterstattung oder die öffentliche Wahrnehmung die Gewalt der Neonazis oft verharmlost, während die Gegenwehr (die Attacke) skandalisiert wird. „Er“ sieht das Vorgehen gegen die Neonazis oft als eine Form von notwendiger „Zivilcourage“ oder notwendigem Selbstschutz des Viertels (der Dresdner Neustadt) an.
    2. Kritik an der Polizei und den Behörden

    Ein wiederkehrendes Thema bei „Spatz“ ist das Misstrauen gegenüber der Polizei. Er wirft den Behörden oft vor:

    Auf dem „rechten Auge blind“ zu sein.

    Neonazis gewähren zu lassen, während gegen linke Aktivisten mit voller Härte vorgegangen wird.

    In diesem Zusammenhang ist auch der Bezug zu „Anna und Arthur“ zu sehen: „Spatz“ unterstützt tendenziell die Haltung, dass man gegenüber einer Polizei, die man als parteiisch wahrnimmt, keine Aussagen macht.

    3. Das Viertel als „Schutzraum“

    „Spatz“ betont in seinen Kommentaren oft, dass die Neustadt ein bunter, offener Stadtteil ist, in dem Neonazis nichts zu suchen haben. Wenn diese dort provozieren oder randalieren, sieht er es als eine logische (und für ihn teils legitime) Konsequenz an, dass das Viertel darauf reagiert. Er nutzt dabei oft einen sehr direkten, teils sarkastischen Ton gegenüber anderen Kommentatoren, die Gewalt generell ablehnen.
    4. Ideologische Einordnung

    Die Posts von „Spatz“ lassen sich klar dem antifaschistischen Spektrum zuordnen. Er verwendet Begriffe und Argumentationsmuster, die typisch für die autonome Szene sind:

    Fokus auf die Gefahr, die von rechter Organisierung ausgeht.

    Ablehnung staatlicher Repression.

    Solidarität mit denjenigen, die sich den Neonazis physisch in den Weg stellen.

    Zusammenfassend: Für „Spatz“ ist der Angriff auf die Neonazi-Gruppe kein einfacher krimineller Akt, sondern eine notwendige Reaktion auf die Anwesenheit und Aggression von Rechtsextremen im Viertel. Er verteidigt das Schweigen gegenüber den Ermittlungsbehörden und sieht die Verantwortung für die Eskalation primär bei den Neonazis und der (aus seiner Sicht untätigen) Polizei.

    Das Orakel hat gesprochen.

  39. @Unfassbar Vulkangruppe? Genau! Eine „linke Terrorgruppe“ soll sich so nennen? Hihihi … Um das zu glauben, muss man schon beim BKA/LKA sein. Klingt viel eher nach einem DAX-Unternehmen. Trekkies? Mr. Spock auf Zeitreise? Sollen es nicht sogar 2 Gruppen sein, welche sich gegenseitig widersprechen? Wäre nicht erstaunt, wenn einer dieser Vulkane in RuSSland steht.

  40. Wer Diversität möchte, muss die Ausschläge in die eine und die andere Richtung akzeptieren. Egal ob diese nach Links oder Rechts gehen. Wer es bunt will, darf nicht nur Grün oder Rot oder Lila zulassen. Auch steht nicht jedem Blau. Extremität war noch nie die Lösung, sondern schon immer ein Problem, egal ob mit der linken oder der rechten Hand. Niemanden gehört die gesamte Neustadt, sodass hier nur gewisse Gruppierungen zugelassen sind. Niemand hat das Recht einem anderen seine Gesinnung oder Meinung aufzuzwängen oder gar mit Gewalt einzuprügeln, Sachbeschädigung zu begehen oder anderen den frustrierenden Arbeitstag noch unangenehmer zu gestalten in dem man sich auf einer Kreuzung festklebt. An Sinnlosigkeit mangelt es bei vielen Aktionen ohnehin nicht. Mir hilft es weder, wenn Straßenbahnen mit Steinen beworfen werden, noch dass selbige Wurfgeschosse nach Fußballspielen oder gegen Flüchtlingsunterkünfte eingesetzt werden. Die Polizei in eine dieser Ecken zu stellen erachte ich als falsch. Aus meiner Sicht wird hier im Rahmen der Möglichkeiten genug getan. Aber anders als bei anderen Behörden und staatlichen Einrichtungen herrscht Unterbesetzung. Ich glaube es gibt auch keine Studie über linke Polizisten oder? Es ist auch scheinheilig auf der einen Seite zu verteufeln oder Parolen wie 1312 zu skandieren und wenn es mal nicht so läuft wie man es sich vorstellt, selbige um Hilfe zu bitten. Kurz gesagt: Es ist ermüdend, dass jeder der Meinung ist sich durchsetzen zu müssen. Warum können wir uns nicht einfach mal wieder in der Mitte einfinden? Schwarz macht z.B. schlank, was gut in diese Optimierungs-Gesellschaft passt oder um es mit den Worten von Mutti Angela zu sagen: Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben!

  41. Eines der Probleme der „bürgerlichen Idee von Toleranz“ liegt in der Ambivalenz, die entsteht, wenn Begriffe wie „Toleranz“ und „Akzeptenz“ ineinander übergehen (siehe Horkheimer). Werden diese unterschieden, verschwindet die Tendenz zum Relativismus. Es ist nachvollziehbar, dass Ernest Burkhart (Calvin, ich hoffe den checkst du) hier einem naturalistischen Fehlschluss aufsitzt. Schließlich lässt sich so geschickt ein Bogen von „war schon immer so“ zu „geht gar nicht anders“ spannen (siehe „Wer Diversität möchte, muss …“). Damit wird’s zur Petitio principii und ersetzt kritische Auseinandersetzung durch Selbstbestätigung, aber das hatten wir schon. Der Satz „Aber anders als bei anderen Behörden und staatlichen Einrichtungen herrscht Unterbesetzung.“ kann Symptom dieser mangelhaften Analyse sein.
    Wer es dennoch bürgerlich, aber komplexer möchte, liest mal die Fußnoten in Poppers „The Open Society and Its Enemies“ (Toleranzparadoxon) oder setzt sich mit Begriffen wie der „wehrhaften“ oder „streitbaren“ Demokratie nach Loewenstein auseinander. Dann erspart mensch sich auch den Fehlschluss, dass die Wahrheit/das Richtige/das Gute immer zwischen zwei (nach welchem Maßstab auch immer) konstruierten Extremen/Polen liegt.

  42. Die Fallzahlen für „Rechtsextremisten“ liegen laut aktuellem „Lagebericht (Rechts-)Extremisten in Sicherheitsbehörden“ (https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/rechtsextremismus/2025-11-lagebericht-rechtsextremisten-in-sicherheitsbehoerden.pdf?__blob=publicationFile&v=6) im Vergleich zu allen anderen Phänomenbereichen auf Landesebene bei über 90%. Im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von fast 20%. Zur Höhe der Fallzahlen muss erwähnt werden, dass „Fälle, deren überprüfte Sachverhalte und Aktivitäten die Eingriffsschwelle der Verfassungsschutzbehörden nicht überschritten“, „nicht mehr ausgewiesen“ werden.
    Also ja, lasst uns bitte unbedingt über „linke Polizisten“ sprechen.

  43. Calvin Candie: Wie stellst Du Dir Mitte vor? Von Montag bis Mittwoch gegen Faschismus, Donnerstag bis Sonnabend dafür, Sonntag Kirche?

  44. DD-Hecht-Bewohner sagt:
    „@Unfassbar Vulkangruppe? Genau! Eine „linke Terrorgruppe“ soll sich so nennen? Hihihi … Um das zu glauben, muss man schon beim BKA/LKA sein. Klingt viel eher nach einem DAX-Unternehmen. Trekkies? Mr. Spock auf Zeitreise? Sollen es nicht sogar 2 Gruppen sein, welche sich gegenseitig widersprechen? Wäre nicht erstaunt, wenn einer dieser Vulkane in RuSSland steht.“

    Wenn hier jetzt noch jemand anfängt, Argumente auszupendeln oder mit Tarotkarten zu legen, gebe ich einen aus. Weit sind manche ja nicht mehr davon entfernt.

  45. @Calvin Candie „muss die Ausschläge in die eine und die andere Richtung akzeptieren“ Wer muss akzeptieren, dass diese Leute mit Reichskriegsflagge durch die Neustadt laufen? Was stimmt denn mit Dir nicht? … Nein! Niemand muss das! Und zum Glück passiert das auch nicht!

  46. @Calvin Candie p.s. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben!“ (?) Natürlich…hihihi…Nur gibt es dieses eine Deutschland nicht mehr und das war bisher auch gut so! Bundesrepublik ist nicht einfach nur ein Wort. Was redest Du (bzw. Merkel) von einem Land? 16 Bildungssysteme und 16 Polizeigesetze sollten beim normalen Bildungsbürger zu einer anderen Wahrnehmung führen. Oder nicht? Frage mal einen Bayern, wie deutsch er sich fühlt! ;D

  47. @Calvin Candie Wer das einmal verstanden hat, versteht auch die Probleme der europäischen Gemeinschaft.

  48. @Unfassbar “…und gleich noch bisschen Rassismus („Btw, beim Drockenhandel und Straßenraub in der Neustadt scheint die Antifa kein “Einsatz” wert.“sic.) einstreuen” Zugegeben: Bei Nazigruppen funktioniert die Kette. Mal doof nachgefragt: wäre es Dir lieber Antifa-Observationsteams würden die Alaunstraße bzw. den Albertplatz überwachen? (Warum machen das die Cops nicht?) Frage für Freunde! Wenn man mich fragt, wurde die aktuellen Probleme hier, in Frankfurt/Am Main der 70iger/80iger Jahre auch besser gelöst. Niemand kam auf die Idee darin etwas Rassistisches zu sehen. Faschisten, Rassisten, Nationalisten, Sexisten, religiöse Irre und Messerfetischisten müssen aussortiert werden. Ohne ansehen, der Person. Völlig egal, ob seine Mutti ihn lieb hatte, oder nicht. ;)

  49. @Unfassbar Und ja, die Geschichte „Christianias“ (Kopenhagen) bzw. die Folgeprobleme sollten sich einige Leute hierzulande auch immer mal wieder vor Augen führen!

  50. Warum so viel Keilerei zwischen den Zeilen hier?
    Wennn Jugendgruppe xy hier Wanderschaft macht, warum nicht zeigen wo es wieder rausgeht? hier suchen viele junge Menschen schutz, welche zu Hause mit bisschen mehr Konfrontation zu tun hatten.
    Gewalt relativieren? Glaube ich weniger. Rasiert euch nen Iro, malt grün drüber und lauft mal 4 Tage durch Riesa, Bautzen, Schiebock oder Freital (sind noch nahe Orte, falls ein Argument sein sollte „nicht alle Ort sind so“), mal sehen wer den Kopf mal gerne schüttelt, auch wenn ihr noch so lieb versucht in ein Gespräch zu kommen.Telefone bitte zu Hause lassen, denn wir wissen wie gut Spionage heutzutage laufen kann;)

    Fühl dich angeschmust, du kleiner Radikaler, der schon alles Erlebt hat;)

  51. Hier mal meine bescheidene links-liberale Sicht auf in dieser Diskussion herbeizitierten Themen.

    Stellenweise liest sich das wie ein Proseminar in politischer Philosophie, krankt aber an einem grundlegenden Problem: Die Benutzung akademische Autoritäten als Schutzschild für eine doch ansatzweise antidemokratische Praxis. Der vorgeworfenen ‚naturalistischen Fehlschluss‘, gipfelt dann darin selbst den größten zu begehen: Aus dem Umstand, dass Neonazis existieren und die Polizei (vereinzelter Meinung hier) versagt, leitet man die moralische Legitimation zur physischen Attacke ab. Das ist kein logischer Schluss, sondern die ideologische Rechtfertigung von Selbstjustiz.

    Auch die Verweise auf die Klassiker sind dabei leider grob selektiv:

    Zu Popper: Wer das Toleranzparadoxon als Freibrief für Gewalt nutzt, hat Popper nicht zu Ende gelesen. Er betonte, dass die Unterdrückung von Intoleranz das ‚letzte Mittel‘ ist, solange die Vernunft versagt. Indem so der Angriff legitimiert wird, erklärt man die Vernunft und den Rechtsstaat bereits vorab für gescheitert – ein gefährlicher Zirkelschluss (Petitio Principii), der hier ironischerweise anderen vorgeworfen wird.

    Zu Loewenstein: Die ‚wehrhafte Demokratie‘ ist ein Konzept zur Stärkung der staatlichen Institutionen (Justiz, Parteiverbote). Loewenstein wollte den Schutz der Freiheit durch das Gesetz, nicht durch die Maske und die Stange. Sein Ziel war die Überwindung des Straßenterrors der Weimarer Zeit – wird hier zur Rechtfertigung von neuem „Straßenterror“ benutzt.

    Zu Horkheimer: Wer die ‚bürgerliche Toleranz‘ als bloßen Relativismus abtut, bereitet den Boden für eine Gesellschaft, in der nur noch die Gesinnung über die Straffreiheit entscheidet. Das ist genau die autoritäre Logik, vor der die Kritische Theorie eigentlich warnen wollte.

    Es macht für mich wenig Sinn, eine Gewalttat durch akademischen Jargon moralisch zu veredeln. Wahre demokratische Wehrhaftigkeit zeigt sich nicht darin, wer am besten zuschlägt oder am kompliziertesten zitiert, sondern darin, die staatlichen Institutionen in die Pflicht zu nehmen, anstatt sie durch Faustrecht zu ersetzen.

  52. Spatz, ich verstehe nicht warum du es nötig hast, manchmal offensichtlich, manchmal zwischen den Zeilen, beleidigend werden zu müssen. Zu deinen Ausführungen hat goldfish bereits die treffenden Hinweise gegeben. Wer genügend Freizeit hat, wird mit entsprechender Suche immer jemanden finden, der irgendwann mal eine These aufgestellt hat, die der eigenen Meinung ähnelt und diese somit bestätigt. Warum die Thesen eines vermeintlich schlauen Kopfes dann auch der Richtigkeit entsprechen sollen, kann ich mir jedoch nicht erklären. Meist reichen sie nur, um seine eigene Ideologie dahinter zu verstecken oder hier die Kommentarspalte zu füllen. Am Ende ist es vielleicht gut, dass gewisse Leute damit beschäftigt sind und nicht auf die Idee kommen zum Wohle der Allgemeinheit irgendwelche Kabelbrücken anzuzünden.

    Sehr geehrter Herr Peter Macheli, nein so würde ich den Begriff Mitte nicht auslegen. Und in die Kirche kann man übrigens jeden Tag. Würde eventuell einigen auch ganz gut tun, dieses Angebot zu nutzen. Ich verstehe nicht, warum man immer nach dem Äußersten streben muss.

    Was mich noch zu unserem Freund aus dem Hechtviertel führt: was du beschreibst ist nicht dass, was ich sagen wollte. Wer es bunt möchte, der muss leider auch damit leben wenn gewisse Personen es zu bunt treiben. Mein Verständnis ist das jedoch nicht, daher würde ich mich über mehr Mäßigung, Kompromissbereitschaft und eben eine gesunde Mitte freuen die wieder an unsere bewaffneten Organge glaubt und ihnen vertraut und in bei der eben keine extremen Ausschläge (egal in welche Richtung) vorkommen oder wenn: diese direkt im Keim erstickt werden. Merci

  53. @Goldfish
    „Stellenweise liest sich das wie ein Proseminar in politischer Philosophie, krankt aber an einem grundlegenden Problem: Die Benutzung akademische Autoritäten als Schutzschild für eine doch ansatzweise antidemokratische Praxis.“ Damit beziehst du dich ausschließlich auf diesen einen – meinen – Beitrag (28. Januar 2026 um 13:16 Uhr). Dieser ist eine Replik auf den Kommentar von Amsterdam Vallon (28. Januar 2026 um 10:59 Uhr) und ich würde mich freuen, wenn du sie auch als solche lesen würdest.
    Du hingegen löst einzelne Aspekte meiner Entgegnung aus genau diesem Bezugsverhältnis und stellst sie frei in den Raum, um sie zu kritisieren. Und das tust du auf beeindruckende Art. Allerdings folgt aus diesem „für-sich-stehen“ eine Reihe Fehlschlüssen.
    „Benutzung akademische Autoritäten als Schutzschild für eine doch ansatzweise antidemokratische Praxis.“ Die Bezüge zu Horkheimer, Popper und Lowenstein habe ich gewählt, um Jay Gatsby die Möglichkeit zu geben, einigen seiner geäußerten Punkte einen profunden Unterbau zu geben (siehe „Wer es dennoch bürgerlich, aber komplexer möchte, …“). Wöllte ich die „ansatzweise antidemokratische Praxis“ rechtfertigen, würde ich das schreiben. Ich kritisiere die dogmatischen Setzungen in den Begründungen der Ablehnung dieser „Praxis“. Daraus das Gegenteil zu schließen („Schutzschild“), wäre fehlschlüssig (aus der Negation des einen folgt nicht dessen Gegenteil). Vielleicht wird es deutlicher, wenn mich deiner Struktur anpasse.
    Zu Popper: „Wer das Toleranzparadoxon als Freibrief für Gewalt nutzt, hat Popper nicht zu Ende gelesen.“ True, allerdings tu ich das nicht. Ich würde mich für meine Staatskritik wohl kaum auf die Lieblingsphilosophen der Liberalen wie Popper, Rawls, Hayek oder Berlin beziehen. Mal ganz davon abgesehen, dass es nicht notwendig ist „Popper zu Ende zu lesen“ (geht das wirklich?), um den Gedankenfehler in seinem Toleranzparadoxon festzustellen (er übersieht, dass der Widerspruch beim Intoleranten liegt; stattdessen missinterpretiert er den Selbstwiderspruch als notwendige Voraussetzung des Toleranten).
    Zu Horkheimer: „Wer die ‚bürgerliche Toleranz‘ als bloßen Relativismus abtut …“. Ok, lässt sich drüber streiten, ist aber wieder eine Strohpuppe, denn das habe ich nicht geschrieben. Ich schrieb: „liegt in der Ambivalenz, die entsteht, wenn Begriffe wie „Toleranz“ und „Akzeptenz“ ineinander übergehen“. Und da schließt sich der Kreis zu Popper. Toleranz bedeutet etwas faktisch zuzulassen. Das heißt keineswegs, dies widerspruchsfrei zulassen zu müssen, denn das wäre Akzeptanz (von der Richard Fischer schrieb und auf die ich mich bezogen habe).
    Zu Lowenstein: „wird hier zur Rechtfertigung von neuem „Straßenterror“ benutzt …“ Ok, wo tue ich das? Ich schrieb: „Dann erspart mensch sich auch den Fehlschluss, dass…“ und verwies auf den Fehler, das Eigene als das Richtige zu setzen, nur weil mensch es zwischen zwei Extremen (als Kompromiss oder „guten Mittelweg“) verortet.
    Abschließend: ja auch für mich „macht [es] wenig Sinn, eine Gewalttat durch akademischen Jargon moralisch zu veredeln.“ Dass dein Vorwurf nicht begründet ist, habe ich belegt. Was ich mir wünsche, ist eine Auseinandersetzen mit dem Thema, denn es wird schneller relevant werden, als uns lieb sein kann. Wenn du dich für Gedanken zu meiner Staatskritik interessierst, frag einfach, denn ich bin mir sicher, dass sich diese gerade aus einer links-liberalen Sicht gut kritisieren lässt und du tust das sachlich. Danke dafür!
    @ Dominick „Dom“ Cobb
    „Warum die Thesen eines vermeintlich schlauen Kopfes dann auch der Richtigkeit entsprechen sollen, kann ich mir jedoch nicht erklären.“ Das wäre ja auch Quatsch, denn Autoritätsargumente sind fehlschlüssig. Und auch diese „Autoiritäten“ machen Fehler (siehe Popper).
    Und ja, ganz selbstkritisch gehen meine Beträge mitunter über „sehr direkten, teils sarkastischen Ton gegenüber anderen“ Kommentierenden hinaus. Auf Beleidigungen versuche ich allerdings dabei zu verzichten. Solltest du das „verhohnepipeln“ deines Namens mit anderen durch DiCaprio gespielte Charaktere als beleidigend empfinden, lass ich das.

  54. Calvin Candie: Dann definiere doch mal bitte Mitte, mein ironischer Vorschlag war dahingehend nicht ernstgemeint. Antifaschismus ist nämlich nicht (nur) links.

    Was die Faschogruppe betrifft: Was hatten die denn erhofft? Ein paar queere, ein paar bunthaarige, ein paar schwarzhaarige, dunklere Opfer, die man bissl jagen und schlagen kann? Bissl Angst verbreiten? Und dann gab’s stattdessen auf die Mappe?

  55. @Spatz: das stört mich ganz im Gegenteil. Es ist eher die Unterstellung ich würde es nicht checken. Aber ich freue mich wenn du dir dazu Gedanken machst, das löst etwas den herablassenden Tonfall deiner Kommentare auf den ich mich mit meinem Hinweis ebenfalls bezog.

  56. @spatz

    Der Verweis auf ein ‚Bezugsverhältnis‘ wirkt wie eine nachträgliche Immunisierungsstrategie, der geschriebenen Aussagen. Universelle philosophische Konzepte verlieren ihre Gültigkeit nicht durch den Adressaten. Wenn du sie nutzt, um die Ablehnung von Gewalt als ‚bürgerlichen Relativismus‘ zu delegitimieren, bleibt die Frage nach der Konsequenz bestehen – egal in welchem Kontext.

    Und Kritik pauschal als ‚De-Kontextualisierung‘ abzutun, bleibt ein Zirkelschluss, entweder haben Ausführungen einen allgemeinen Kern – dann sind sie kritisierbar – oder sie sind rein situatives rhetorisches Beiwerk, was sie als philosophisches Argument wertlos machen würde.

    Man kann den Staat für seine Fehler kritisieren, eine klare antifaschistische Haltung haben und dennoch zu dem Schluss kommen, dass physische Gewalt das Problem vergrößert, statt es zu lösen. Kurz, die Wahl zwischen zwei Extremen, ist und bleibt eine falsche Disjunktion, die es so in der Realität nicht geben muss.

    In diesem Sinne.

  57. Vorweg: Durch die Interpunktion deines Textes, fällt es mir mitunter schwer den syntaktischen Strukturen zu folgen. Aus diesem Grund musste ich mir für die Antwort etwas mehr Zeit nehmen und möchte dich darum bitten, mir nachzusehen, wenn ich dich an einigen Stellen „falsch“ lese. Sollte das so sein, weise mich gern darauf hin.

    Wie etwas „wirkt“ ist kein Maßstab für (philosophische) Kritik, außer du legst „Wirkung“ als Maßstab fest, was du allerdings begründen müsstest.

    „Universelle philosophische Konzepte verlieren ihre Gültigkeit nicht durch den Adressaten.“ Den Satz verstehe ich überhaupt nicht, mal ganz davon abgesehen, dass ich diese Behauptung nicht getroffen habe.
    Was meinst du mit „universelle philosophische Konzepte“? Ideen, Prinzipien (z.B. Menschenrechte), Theorien, Begriffe, Schulen? In meinen Augen ist schon „universell“ und „Konzept“ reflexiv ungünstig. Ein Konzept ist Produkt der Abstraktion. Universelle Konzepte müssen somit überall geltende stabile und objektive Vorstellungen sein. Es gibt z.B. das „Konzept der Universalität“, was sich im weitesten Sinn auf „Kommunikation“ zwischen unterschiedlichen Kulturen bezieht. Wenn du Konzeptualisieren als das Ableiten beständiger Grundsätze verwandter Erscheinungen verstehst, sind „universelle philosophische Konzepte“ somit überall gültige Grundsätze, die notwendig sind, um ‚Philosophie zu machen‘. Damit geht es weit über Theorien hinaus. Das Gültigkeit folgend nicht von Adressat:innen abhängen kann, ist eine Binse. In meinen Augen macht der Begriff „Voraussetzungen“ noch den größten Sinn.
    Ich kann somit nicht erkennen, an welcher Stelle ich „universelle philosophische Konzepte“ nutze, um „die Ablehnung von Gewalt […] zu delegitimieren“ und würde mir hier ein Klären deinerseits wünschen.

    „Kritik pauschal als ‚De-Kontextualisierung‘ abzutun …“ Du schreibst zwar nicht, dass ich das tue, dass kann aber auch unklar formuliert sein. Auch hier würde ich mir ein klareres Formulieren wünschen. Deine Kriterien für „Kritisierbarkeit“ („allgemeinen Kern“ und nicht „rein situatives rhetorisches Beiwerk“) teile ich nicht. Platons „Sophistes“ ist voll mit „situativem rhetorischem Beiwerk“. Sicher führt das nicht dazu, dass die „Ausführungen […] als philosophisches Argument wertlos“ sind. Vielmehr arbeiten Rhetorik und Philosophie hier zusammen, wenn mensch sie voneinander unterscheiden kann.
    Philosophische Kritik muss sich an bestimmte Maßstäbe halten. Unabdingbar sind in meinen Augen der Sachbezug und das Ausrichten am Argument. Was du in deinem zweiten Absatz tust, ist deinen Anspruch auf meinen Text zu legen. Das führt dazu, dass du nicht den erhobenen Anspruch kritisierst (also den, den ich erhebe und der somit da ist) sondern dir einen ausdenkst. Versteh mich nicht falsch: du kannst beliebige Erwartungen haben, doch sind diese nicht automatisch Maßstäbe für Kritik.

    Kritik teilt mensch gern aus, steckt sie aber ungern ein, denn die Prüfung der eigenen Ansprüche scheint besonders schwierig. Kritik kann nicht funktionieren, wenn ich davon ausgehe, dass nur meine Kritik gilt, die andere aber nicht. Heißt mit Blick auf den Sachbezug: auch deine Kritik kann selbst zur nächten (kritikwürdigen) Sache werden. Schließlich ändert auch deine folgende Antwort nichts an den widerlegten Thesen, die du aufgestellt hast. Hier dann unbelegt „Immunisierungsstrategie“ durch „De-Kontextualisierung“ zu unterstellen, ist im besten Fall unfair.

    „Kurz, die Wahl zwischen zwei Extremen, ist und bleibt eine falsche Disjunktion, die es so in der Realität nicht geben muss.“ Ich mag den Begriff „unvollständige Disjunktion“ lieber und sehe, dass du damit meiner Aussage („das Eigene als das Richtige zu setzen, nur weil mensch es zwischen zwei Extremen (als Kompromiss oder „guten Mittelweg“) verortet.“) einen Namen gibst.

    „Man kann den Staat …“ jupp, kann mensch, oder mensch tut das nicht, oder mensch tut das Gegenteil. Solange da nur behauptet und nicht belegt wird, gibt es keinen – oder kaum einen – Anspruch, der kritisierbar wäre. Es ist ne Meinung und kommt ohne großen Anspruch daher. Wer nicht viel beansprucht, muss nicht viel bieten.

  58. Ich kurz das Mal zusammen.

    „Es ist bemerkenswert, mit wie viel intellektuellem Aufwand hier jede normative Grundlage als ‚reflexiv ungünstig‘ oder ‚bürgerliche Abstraktion‘ zerlegt wird. Wenn das Ziel dieser Dekonstruktion am Ende ein konsequenter Nihilismus ist, wäre das zumindest ehrlich – es spart die mühsame Suche nach Argumenten, bietet aber leider auch keinerlei Schutz vor der harten Realität.
    Am Ende bleibt die sachliche Frage bestehen: Wenn die Ablehnung von Gewalt als ‚Denkfehler‘ geframed wird, welche Ordnung soll an deren Stelle treten, wenn nicht das Recht des Stärkeren?“

  59. In der politischen Philosophie und Rechtsethik sind universale Konzepte keine bloßen „Ideen“, sondern normative Geltungsansprüche. Sie sind die Grundvoraussetzung dafür, dass eine Gesellschaft überhaupt als solche funktioniert:
    ​Das Gewaltmonopol des Staates: Dieses Konzept ist universal, weil es die Willkür durch das Recht ersetzt. Es besagt: Niemand darf seine Interessen mit physischer Gewalt durchsetzen, außer der Staat unter strikter gesetzlicher Kontrolle. Es gilt für den Neonazi genauso wie für den Antifaschisten.
    ​Die Integrität der Person: Das Prinzip, dass der Körper des anderen unantastbar ist, unabhängig davon, wie abscheulich seine Gesinnung sein mag. Es ist ein universeller Schutzschirm, der erst dann wegklappt, wenn man ihn selbst für andere einreißt.
    ​Reziprozität (Wechselseitigkeit): Die Annahme, dass Regeln nur dann einen Wert haben, wenn sie für alle gleichermaßen gelten. Wer das Recht auf Gewalt für die „gute Sache“ beansprucht, hebt logisch den Schutz für sich selbst auf, sobald die „andere Seite“ dasselbe tut.

    „Es ist schon eine bewundernswerte intellektuelle Extremsportart: Man nutzt die gesamte Klaviatur der Geistesgeschichte – von Platon bis Horkheimer –, nur um am Ende jede verbindliche Norm als ‚bürgerliches Konstrukt‘ oder ‚unpräzise Abstraktion‘ zu dekonstruieren.

  60. Wenn eine aggressive Nazi-Horde auf der Alaune provokativ mit Reichsflagge rumläuft und davon auszugehen ist, daß die Faschos keine Hemmung haben Leute anzugreifen die nicht in ihr Weltbild passen, muss sich nicht gewundert werden wenn es paar Schellen setzt.

    Bullen anrufen? Klar, die kommen dann sicher etwas zeitversetzt zum Kiefer einrenken, Blut aufwischen oder Täter/Opfer Umkehr zu betreiben.

    Wenn pseudoalternative Eso-Hippies meinen, daß sie von der Aggression nicht betroffen wären, bitte schön. Zum Glück wurde zum Zeitpunkt des Geschehens nicht der kunterbunte Kinderwagen vorbei geschoben und gut, daß letztendlich keine Opfer bei der Anwohnerschaft zu beklagen waren. Das Geschrei darüber würde in kein Ausmalbuch passen.

  61. @Spatz

    Deine Konstruktion wirkt beeindruckend gelehrt, aber genau darin liegt das Problem: Du baust ein halbes Proseminar aus Popper, Horkheimer und Loewenstein auf, nur um am Ende eine erstaunlich einfache Botschaft zu transportieren – Gewalt gegen Neonazis sei im Kern nichts weiter als „bürgerlich missverstandene Wehrhaftigkeit“ im falschen Aggregatzustand.

    Wenn man analytisch so scharf sein möchte, wie du es vorgibst zu sein, müsste man sich mindestens drei Unsauberkeiten eingestehen: Erstens ist es ein hübscher Taschenspielertrick, aus der (unbestritten gravierenden) Problematik rechten Terrors und polizeilicher Fehlleistungen direkt eine moralische Aufwertung von Selbstjustiz abzuleiten – genau der naturalistische Fehlschluss, den du anderen vorwirfst. Zweitens ersetzt du eine nüchterne Auseinandersetzung mit dem Gewaltmonopol durch einen wohlklingenden Zirkelschluss: Weil der Staat partiell versagt, sei der Rückzug auf Faustrecht plötzlich „konsequent antifaschistisch“ – damit erklärst du den Rechtsstaat performativ für erledigt, bevor du ihn überhaupt ernsthaft in Anspruch nimmst. Drittens bleibt dein Toleranz‑ und „wehrhafte Demokratie“-Vokabular so selektiv verwendet, dass es eher wie ein rhetorisches Schutzschild für bereits feststehende Sympathien wirkt, als wie eine offene Analyse – wer wirklich von Horkheimers Ambivalenz oder Poppers Toleranzparadoxon spricht, müsste auch die autoritäre Versuchung der „richtigen“ Gesinnungsgewalt mitbedenken, nicht nur die der anderen Seite.

    Man kann Antifaschismus sehr ernst nehmen, ohne ihn in eine moralisch veredelte Form des Straßenkampfs zu überführen; und man kann den strukturellen Rechtsruck, Polizeiprobleme und reale Gefahren klar benennen, ohne deshalb jede Eskalation im Nachgang als quasi zwangsläufige „Antwort des Viertels“ umzudeklarieren. Deine Argumentation liest sich letztlich wie eine hochgestochene Variante dessen, was andere hier sehr viel ehrlicher sagen: Man *will* diese Gewalt gut finden – der theoretische Überbau kommt im Nachhinein dazu.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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