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Auf Knopfdruck: Nebel am Jorge-Gomondai-Platz

Am heutigen Mittwoch wurde die neue Nebeldusche von Bürgermeisterin und Stadtbezirksamtsleiter offiziell eingeweiht – nach zwei Jahren Anlauf.

Stadtbezirksamtsleiter André Barth und Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) weihten die Nebeldusche ein. Foto: Anton Launer
Stadtbezirksamtsleiter André Barth und Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) weihten die Nebeldusche ein. Foto: Anton Launer

Während die Temperaturen am Mittwochmittag zwar nur frühlingshafte Werte erreichten, wurde auf dem Jorge-Gomondai-Platz eine neue Möglichkeit zur Abkühlung offiziell in Betrieb genommen. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen nahm die Multifunktionsstele gemeinsam mit Stadtbezirksamtsleiter André Barth um 13 Uhr in Betrieb.

Die schlanke Edelstahl-Stele, die ein bisschen an eine Rakete erinnert, steht allerdings bereits seit einigen Tagen auf dem Platz und war vielen Vorbeikommenden schon aufgefallen. Während des Pressetermins nutzte eine Passantin mit ihrem Hund die neue Anlage gleich aus. Besonders der Vierbeiner zeigte sich von der Kombination aus Trinkwasser und Abkühlung durchaus begeistert.

Am Fuß der Stele lässt es sich gut schlappern. Foto: Anton Launer
Am Fuß der Stele lässt es sich gut schlappern. Foto: Anton Launer

Kooperation zwischen mehreren Ämtern und der SachsenEnergie

Die Anlage ist das Ergebnis einer längeren Planungsphase. Die AG Trinkwasser der Stadtverwaltung entwickelte das Projekt gemeinsam mit mehreren städtischen Ämtern und der SachsenEnergie. Untersucht wurden Wirkung, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Entstanden ist eine sogenannte Multifunktionsstele mit mehreren Funktionen: In halber Höhe gibt es kostenloses Trinkwasser, im unteren Bereich eine Hundetränke. Zusätzlich lässt sich per Knopfdruck eine feine Vernebelung aktivieren, die an heißen Tagen für Abkühlung sorgen soll.

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Nach Angaben von Eva Jähnigen wurde der Standort bewusst so gewählt, dass die Nebeldusche unkompliziert genutzt werden kann, ohne dass zufällig Vorbeigehende ungewollt nass werden.

Über einen weiteren Effekt freut sich Grünflächenamtsleiter Sascha Döll: Überschüssiges Wasser versickert rund um die Stele und kommt den umliegenden Bäumen zugute. Wie hoch der tatsächliche Wasserverbrauch ausfällt, soll während der Testphase ausgewertet werden.

Vorerst bleibt die Anlage ein Experiment. Bis zum 18. September läuft das Pilotprojekt. Anschließend will die Stadt entscheiden, ob die Stele dauerhaft bestehen bleibt und ob weitere Standorte in der Neustadt folgen. Parallel wird eine zweite Anlage auf der Seestraße in der Altstadt getestet.

Langer Weg zum Nebel

Bis zur Inbetriebnahme war es allerdings ein längerer Weg. Die SPD Dresden-Neustadt hatte die Idee vor rund drei Jahren erstmals ins Gespräch gebracht (Neustadt-Geflüster vom 30. August 2023). Damals lehnte die Stadtverwaltung den Vorschlag noch ab. Die Anlage sei zu teuer, zu wasserintensiv und hygienisch problematisch, lauteten die Bedenken.

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Stadtbezirksbeirat Christian Demuth (SPD) hatte den Kampf um die Nebelduschen indes nie aufgeben. Am Mittwoch kommentierte er die Entwicklung mit einer gewissen Genugtuung. Was vor zwei Jahren noch als unrealistisch gegolten habe, werde nun umgesetzt. In vielen Städten Österreichs, der Schweiz und Frankreichs gehören Sprühnebel-Anlagen längst zum sommerlichen Stadtbild. Dresden testet nun, ob sich das Konzept auch hier bewährt. Immerhin hat der Stadtbezirksbeirat fast geschlossen für die Förderung des Projektes in Höhe von 10.200 Euro gestimmt.

Demuth im Nebel - Foto: Anton Launer
Demuth im Nebel – Foto: Anton Launer

Ob die Nebeldusche ein einmaliges Experiment bleibt oder künftig an weiteren Orten in der Neustadt für Abkühlung sorgt, wird sich nach Ende der Testphase zeigen. Die Bürger*innen sind übrigens aufgerufen, ihre Meinung zu den Trinkwasserbrunnen zu äußern – das geht hier: buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/dresden/beteiligung/themen/1064601

Weitere Brunnen-News

Während Holger Zastrow nun mit Plakaten und Antrag im Stadtrat die Dresdner Brunnen wieder zum Sprudeln bringt, verweist Bürgermeisterin Jähnigen trocken auf die Haushaltssperre, die derzeit schlicht eine Inbetriebnahme aller Brunnen verhindere. Die Rechnung ist einfach. Laut Stadt kostet die Brunnensaison mindestens 390.000 Euro. Im aktuellen Haushalt sind jedoch maximal 350.000 Euro vorgesehen, davon ist dank Haushaltssperre nur die Hälfte verfügbar. Daher werden aktuell nur vereinzelt Brunnen in Betrieb genommen. Eine gute Nachricht gibt es aber vom Alaunplatz. Aufgrund von Vandalismusschäden (Neustadt-Geflüster vom 30. April 2026) ist der dortige Trinkbrunnen derzeit außer Betrieb. Ein Mitarbeiter des Grünflächenamtes sagte, dass die nötigen Ersatzteile bestellt sind und demnächst ausgetauscht werden.

Der Trinkbrunnen auf dem Alaunplatz soll demnächst repariert und dann wieder in Betrieb genommen werden. Foto: Anton Launer
Der Trinkbrunnen auf dem Alaunplatz soll demnächst repariert und dann wieder in Betrieb genommen werden. Foto: Anton Launer

23 Kommentare

  1. Fairerweise muß man anmerken, daß trotz der immergleichen bunten Presse-Grinse-Bildchen nicht jene, die sich dort allzu oft ins Bilde begeben, für Initiaton, Planung, Bauumsetzung und Betrieb tätig waren, sondern etliche andere, welche die tatsächliche Arbeit und Leistung erbrachten.
    Sonst käme der lesende Laie in seinem Wisch-&-Weg-Medienkonsum noch auf die Idee, daß jene Obmänner oder Obfrauen tatsächlich aktiv wurden, was jedoch fast grundsätzlich nie der Fall ist. Danke also an alle, die es ermöglichten, die es bauten und nun in Betrieb halten, die Helden des Alltags, und auch Danke an alle Steuerzahler, die es finanzierten. Und kein Danke an jene, die es wohl schon bald vandalieren und beschmieren müssen.

  2. Grundsätzlich richtig, aber in dem Falle hier sei auch dem Herrn Demuth ausdrücklich gedankt, dass er nicht locker gelassen hat. Deswegen fand ich es auch fair, ihn zu zeigen. Dass die Leute, die die eigentliche Arbeit machen, nicht in der Presse namentlich und mit Bild auftauchen, hat auch was mit Persönlichkeitsschutz zu tun.

  3. Vollgemalt, beklebt, verstopft – die Reviermarkierer und „Street Artists“ werden sicher keine Woche brauchen, bis das Teil nur noch als sinnfreier Poller herumsteht. Schöne Idee, falsches Umfeld.

  4. Was genau soll das sein in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, „die eigentliche Arbeit“? Oder ist das nicht doch nur diskriminierendes Geschwurbel?

  5. Ach, die Neustadt. Wo einst Brunnen zu teuer waren, aber nun für 10.200 Euro eine Edelstahlrakete aufgestellt wird, die auf Knopfdruck Nebel produziert. Man muss Prioritäten setzen.

    Besonders beeindruckend finde ich die deutsche Gründlichkeit: Drei Jahre Diskussion, mehrere Ämter, eine Arbeitsgruppe, Wirtschaftlichkeitsprüfungen, Bürgerbeteiligung und vermutlich 47 Sitzungsprotokolle – damit am Ende ein Hund Wasser trinken und ein Student für zwölf Sekunden einen feuchten Knöchel bekommen kann.

    Gleichzeitig fehlt es an Mitteln, um die vorhandenen Brunnen der Stadt laufen zu lassen. Aber keine Sorge: Statt eines funktionierenden Brunnens erhält der Bürger nun eine innovative Multifunktionsstele mit Vernebelungsoption. Das klingt schließlich deutlich moderner.

    Ich freue mich schon auf die Auswertung der Testphase. Vielleicht stellt man fest, dass Wasser tatsächlich kühlt. Das wäre ein wissenschaftlicher Durchbruch, der weitere Fördermittel rechtfertigen könnte.

    Nun bleibt nur noch die spannende Frage, ob die Anlage länger durchhält als die durchschnittliche Lebensdauer eines unbeschmierten öffentlichen Gegenstandes in der Neustadt. Aber dafür gibt es bestimmt bald ein weiteres Pilotprojekt: den vandalismussensiblen Antigraffiti-Nebel.

  6. Ich frage mich doch ernsthaft, wieviele vom Steuerzahler alimentierte hochbezahlte Arbeitsstunden insgesamt für so ein Ding draufgegangen sind – also nicht für das Teil selber, sondern für die Diskussions und Genehmigungsexzesse.

  7. Da habe ich doch mal dresden.de/trinkbrunnen besucht und da steht u.a. geschrieben:

    „Die beiden Anlagen verbinden kostenlos zugängliches Trinkwasser mit einer feinen Wasservernebelung, die an warmen Tagen für zusätzliche Erfrischung sorgt. Auch für Hunde steht eine integrierte, bodennahe Wassertränke zur Verfügung. Das Pilotprojekt läuft vom 1. Juni bis 18. September 2026. Nach dem Mietzeitraum werden die Anlagen abgebaut und an den Hersteller zurückgegeben.“

    Soll heißen, ab Mitte September steht da dann erstmal nix mehr. Was kostet dann eigentlich so ein Gerät dauerhaft inkl. Betriebskosten und Kosten für Reparaturen und Beseitigung von Vandalismusschäden?

    Unweit davon stehen übrigens zwei sehr sehenswerte historische Brunnen, von denen mindestens einer dieses Jahr nicht in Betrieb gehen wird. Der andere läuft jetzt vielleicht schon oder demnächst, aber es war ja dieses Jahr auch ein so sehr spätes Frühjahr, verflixt aber auch. Steht zumindest so auf dresden.de/brunnen. Und vielleicht gewinnen wir ja auch mit unserer neuen tollen gemieteten Verneblungsmaschine eine Goldmedaille auf einer Weltausstellung, der Brunnen „Stürmische Wogen“ hat sowas damals ja schießlich auch geschafft. Spätestens dann wird die Maschine auch ein touristisches Highlight in Dresden werden und man kann damit auch im Internet werben.

  8. Ich freue mich und ja neue Vorhaben benötigen Zeit, ist ja nicht die private Anlage eines Kleingartenbesitzers. Und nun schaun wir mal, ob es sich bewährt.

  9. PS: Vielleicht könnte man auch mal gezielt eine Handvoll Firmen im Norden von Dresden ansprechen, ob die sich ein Sponsoring der Betriebskosten für die städtischen Dresdner Brunnen vorstellen können. Da wird in den nächsten Jahren für 300 Millionen Euro ein Flusswasserwerk gebaut, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 50 Millionen Euro. Und in einigen Jahren liegt der Anteil dieser wenigen Firmen dann auf 45% vom gesamten Wasserverbrauch in Dresden (siehe tag24.de). Da wäre doch so ein Sponsoring nicht ganz abwegig und wenn man dafür an bis zu 100 Stellen in der Stadt ein „Dankeschön-Plakette“ anbringt, ist ja auch nicht so schlimm. Vom gesparten Geld können wir dann weitere Verneblungsmaschinen mieten ;-)

  10. Wie schade, dass bei fast jeder neuen Idee, und sei es auch nur, um sie auszuprobieren, sofort ein griechischer Chor sein Unheilgejammere erhebt. In diesem Fall beflissentlich die Tatsache ignorierend, dass Städte immer heisser werden und Mittel gefunden werden müssen, damit umzugehen. DAS ist die eigentliche Tragödie, liebe Choristen! Aber jammert gerne weiter- immer noch besser, als bemühte Flachwitzchen zu reissen! Zumindest für meinen Geschmack.

  11. Das gleiche bitte nochmal am Bahnhof Neustadt.
    Dort fehlt leider eine Abkühlung – das Geld für die Reparatur des Bodenwasserspiels fehlt leider aktuell

  12. Während die Idee als Versuch vielleicht ganz nett ist, denke ich auch nicht, dass das hier im Viertel funktioniert. Ich würde annehmen, schon in drei Wochen sieht das Teil relativ unappetitlich aus.

    An heißer werdenden Städten wird der gelegentlich gesprühte Wassernebel jedenfalls nichts ändern, dafür gibt es auch viel bessere Möglichkeiten, die Menschen wirklich helfen – Denkmalschutzauflagen, vor allem hier in der Neustadt, aufheben und Eigentümer zum Einbau von Klimaanlagen verpflichten, zumindest in höheren Etagen. Die Auswirkungen von Hitzewellen bekämpft man durch gekühlte Rückzugsorte, nicht indem man durch 15 verschiedene Maßnahmen die Temperatur unter freiem Himmel von 37 auf 36,8 Grad reduziert.

  13. 10.200 Euro hat das gekostet? Das ist doch eigentlich voll günstig und am Ende sogar noch nützlich für normale Leute. Allerdings, ein Frevel sondergleichen… kostenloses Wasser und Erfrischung. Und schon wieder heult der Chor. (- ist der am Ende gar nicht griechisch? die Tragödie wird ja auch moderner… lasst uns den bei sinnvollen Sachen immer heulenden Chor zastrisch nennen. passt doch in dieser Stadt viel besser ;)) Wie immer. Bestimmt weil kein Parkplatz daneben ist. Was hat noch mal die unsinnige Neubeschilderung (die wirklich niemandem nützt) der Hauptstraße gekostet?

  14. liebe besserwisser, vielleicht kann man ja das eine tun und das andere nicht lassen? meistens besteht der erfolg aus vielen bausteinen.

  15. @Cassandra
    Klimaanlagen für überhitzte Städte? Das ist ja fast genauso klug wie.. ähm.. oh mist… Physik.

    Ich bin für offene Kohle/Holzfeuer auf allen Dächern. Wenn die Smogglocke im Elbtal dicht genug ist kommt auch weniger Sonne durch und es wird kühler. Durch die folgenden Dachstuhlbrände wird der Effekt ja auch noch verstärkt und die Bauwirtschaft angekurbelt.

  16. Ach, mein lieber Chor der Fortschrittsfreunde, selbstverständlich werden Städte wärmer. Das bestreitet doch niemand. Die eigentliche Frage lautet vielmehr: Bekämpft man ein Problem am besten mit wirksamen Maßnahmen oder mit Pressefotos?

    Die Diskussion ist mittlerweile herrlich verrutscht. Wer fragt, warum für eine gemietete Nebelrakete Geld, Zeit und Verwaltungsaufwand vorhanden sind, während historische Brunnen trocken bleiben, gilt plötzlich als Feind jeder Klimaanpassung.

    Dabei ist die Kritik doch denkbar simpel: Wenn Dresden bereits Brunnen besitzt, die Wasser spenden, kühlen, Stadtbild prägen und teilweise seit über hundert Jahren funktionieren – warum werden diese nicht zuerst betrieben?

    Ich wünsche dem Pilotprojekt ausdrücklich Erfolg. Für 10.200 Euro ist es tatsächlich kein Weltuntergang. Sollte sich herausstellen, dass die Anlage rege genutzt wird, kaum Vandalismus erleidet und einen spürbaren Nutzen bringt, umso besser.

    Bis dahin bleibt allerdings die bemerkenswerte Erkenntnis bestehen, dass in Dresden offenbar genug Geld vorhanden ist, Wasser zu vernebeln, aber nicht genug, um sämtliches Wasser aus den Brunnen laufen zu lassen.

    Vielleicht ist genau dieser feine Nebel ja die perfekte Metapher für kommunale Politik: Viel Aufwand, viel Sichtbarkeit – und am Ende löst sich alles ein wenig in der Luft auf.

  17. @keks

    Natürlich ist die Aufgabe der Klimaanlagen nicht die Stadt herunterzukühlen, wie du ja ganz genau weißt, auch wenn du dich mutwillig etwas dusselig gibst.

    Mein Kommentar war offensichtlich darauf bezogen, wie man die Auswirkungen von heißen Städten (die künftig noch heißer werden) für die Menschen, die in ihnen leben, minimiert – und das funktioniert eben nicht mit einer Vernebelung im 4m² Umkreis oder 20 neuen Bäumen, sondern indem kühle Rückzugsorte für alle unabhängig ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse geschaffen werden. Das ist auch der Grund, warum in anderen heißen Städten und Ländern Klimaanlagen der Standard sind, auch wenn der deutsche Alman sie nach wie vor als Teufelszeug sieht und lieber drei Monate des Jahres darüber klagt, dass die eigene Wohnung einem Ofen ähnelt. Naja, kann er ja rausgehen und sich auf die Hauptstraße in den Nebel stellen, ne?

  18. Dann hoffen wir mal, dass die beiden Anlagen die nächsten Monate unbeschadet überstehen, lt. Hersteller sind die ja vandalismussicher. Falls nicht, werden wohl nochmal einige zehntausend Euro fällig. Man hätte natürlich auch für weniger Geld mehrere der schon bewährten Trinkbrunnen kaufen können. Die wären dann nicht nur für dreieinhalb Monate vorhanden, sondern dauerhaft. Aber dann hätten wir natürlich nicht weniger Meter neben einem Wasserspiel mit 25 Bodenfontänen eine Vernebelungsmaschine.

  19. Frau Cassandra spricht einen Punkt an, der in der deutschen Hitzedebatte erstaunlich oft untergeht: Die Frage ist nicht, wie wir die Außentemperatur von 37,0 auf 36,8 Grad senken. Die Frage ist, wo Menschen bei 37 Grad tatsächlich Abkühlung finden.

    Natürlich sind Bäume sinnvoll. Natürlich sind Trinkbrunnen sinnvoll. Natürlich ist auch eine Nebeldusche für einige Sekunden angenehm. Aber all das ersetzt keinen kühlen Innenraum.

    Wer schon einmal in einer Dachgeschosswohnung der Neustadt einen Juli mit 32 Grad Innentemperatur erlebt hat, weiß, dass der Weg zur Erlösung nicht über einen kurzen Sprühnebel auf dem Jorge-Gomondai-Platz führt.

    Bemerkenswert ist dabei, wie schwer es Eigentümern teilweise gemacht wird, überhaupt Klimaanlagen einzubauen. Da stehen Denkmalschutzauflagen, Gestaltungsvorschriften oder WEG-Beschlüsse im Weg. Selbst wer investieren möchte, braucht oft mehr Genehmigungen als die Stadt für ihre Nebelrakete.

    Dabei sollte die Devise doch lauten: Wer eine Klimaanlage möchte, soll sie einbauen dürfen. In Mietwohnungen sollte sie zum Standard werden oder zum Kriterium bei der Wohnungswahl, ähnlich wie Balkon und Einbauküche. In anderen Ländern liegen die Stromkosten meist niedriger, was es leichter macht die Anlagen zu betreiben, aber vielleicht bekommen wir dies bei uns auch irgendwann in den Griff. Unterm Strich bleibt es offen: Wer sie nicht nutzen möchte, lässt sie ausgeschaltet. Freiheit statt Hitzepädagogik.

    Und bei Neubauten könnte man durchaus darüber nachdenken, Kühlung genauso selbstverständlich mitzudenken wie Heizung. Niemand käme auf die Idee zu sagen: “Bei Minus 10 Grad ziehen Sie einfach einen Pullover mehr an.” Bei 35 Grad im Schlafzimmer wird dagegen noch immer so getan, als sei Schwitzen ein kulturelles Erbe, das es zu bewahren gilt.

    Die Nebeldusche mag ein nettes Experiment sein. Der wirksamste Hitzeschutz bleibt jedoch ein Raum, in dem man die Tür schließt und die Temperatur sinkt.

  20. um die diskussion hier noch einmal zusammen zu fassen. das eine machen und das andere nicht lassen.

    und @keks zastrisch ist eine wirklich gute verkürzende beschreibung, muss ich mir merken

  21. Es ist mir sehr bewusst, worum es in diesen Kommentaren ging.
    Nur ist das Problem der sich aufheizenden Städte eben kein ‚privates‘ in dem Sinne, jede betroffene Wohnung mittel Klimaanlage runterzukühlen. Zum einen heizen laufende Klimaanlagen das lokale Klima weiter auf, und zum anderen ist das keine Lösung für Alle, denn Klimaanlage wird zu noch höherer Miete und definitiv höheren Stromkosten führen. Die sich das nicht leisten können oder halt mal draußen sind, dürfen dann schwitzen? Wenn es unter deinem Dach 38° wird, dann ist dein Vermieter zur Abhilfe des Problems heranzuziehen, dann wäre vielleicht mal Geld ausgeben, statt die letzten Löcher zum höchsten Preis zu vermieten angesagt.

    Das in Wärmeren Ländern Klimaanlagen schon lange Standard sind führt nicht automatisch dazu, das es für hier die richtige Lösung wäre. Die Architektonischen Gegebenheiten dort unterscheiden sich (auch deswegen) erheblich von denen hier; es gab ja auch dort schon länger Häuser als es Klimaanlagen gibt und die Leute sind ja offenbar auch nicht alle erschwizt.
    Es gibt also offenbar andere Bauliche und städtebauliche Lösungen dafür. (für hier z.b.: Bäume pflanzen, Fassadenbegrünung, allgemein weniger Versiegelung, Helle Haus/Dachfarben, Wärmepumpe für das ganze Haus – statt Einzelheizung/Kühlung, anständige Isolation, sinnvolles Bauliches Thermalmanagement usw. ) Müsste halt gewollt werden. Solange aber Leute ihre Parkplätze wichtiger finden als die Bemühung die lokalen Lebensbedingungen zu verbessern… Ich weiß ja nicht. Es kann doch nicht die Lösung sein, ein gesellschaftliches Problem auf das private auszulagern.
    Außerdem:
    Ich finde es massiv unverständlich, das über diese Trinkwasser/Nebelspender (der ja auch nur ein paar Monate testweise rumsteht) so ein Scheiß losgetreten wird. Der ist nicht zum stadtrunterkühlen da und erfüllt auch nicht den Zweck eines Springbrunnens oder Wasserspiels. Und er wurde auch nicht aus den Mitteln für die Städtischen Brunnen bezahlt, wie schon öfter erwähnt wurde. Aber es geht ja auch vorrangig darum, wer diesen Trinkwasser/Nebelspender aufgestellt hat… Und es nervt, das in dieser Stadt jeder Versuch voranzukommen von immer den Selben blockiert wird.
    Abschweifend wiederhole ich die Frage, was die Neubeschilderung der Hauptstraße gekostet hat?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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