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Halbzeit beim großen Louisen-Test

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Halbzeit auf der Halloweenstraße: Der große Begrünungstest auf der Louisenstraße läuft seit reichlich elf Wochen. Noch bis Ende Oktober wird getestet, geduldet und ausgewertet. Ein Vor-Ort-Termin mit den zuständigen Stadtplaner*innen zeigt: Die Kübel stehen noch, das Unkraut wächst schon, und beim Parken hapert’s weiterhin.

Ziehen Halbzeitbilanz: Stephanie Mau (Stadtplanerin) und André Zschoge (Verkehrsplaner) - Foto: Anton Launer
Ziehen Halbzeitbilanz: Stephanie Mau (Stadtplanerin) und André Zschoge (Verkehrsplaner) – Foto: Anton Launer

Die Bilanz nach der Hälfte der Testphase fällt aus Sicht der Stadt positiv aus. Stephanie Mau (Stadtplanerin) und André Zschoge (Verkehrsplaner) trafen sich mit dem Neustadt-Geflüster direkt vor Ort, zwischen Holzkisten, Betonkübeln und frisch besprühten Metallgestellen. Ihr Fazit: Sämtliche Elemente sind noch intakt, wenn auch inzwischen mit einer gewissen Portion Streetart verziert. „Elemente stehen noch“, bringt es Zschoge knapp auf den Punkt.

Bäume: noch nicht, aber demnächst

Was fehlt, sind die Bäume. Die flachen Holzkisten sollen deren künftige Standorte markieren. Aus Kostengründen wurde dort bislang aber nur ausgesät statt gepflanzt – mit dem Ergebnis, dass es in den Kisten derzeit eher nach Wildwuchs als nach Stadtgrün aussieht. Eines der Beete hat sich der Kürbisgärtner von der Louisenstraße angeeignet, über den das Neustadt-Geflüster bereits im August berichtete.

Wilder Pflanzenbewuchs. Die hölzernen Flachbeete markieren die künftigen Baumstandorte - Foto: Anton Launer
Wilder Pflanzenbewuchs. Die hölzernen Flachbeete markieren die künftigen Baumstandorte – Foto: Anton Launer

Die eigentlichen Bäume sollen erst nächstes Jahr kommen: fünf Stück an Stelle der vier Beete zwischen Rothenburger und Alaunstraße, vier weitere folgen im Ostteil der Straße zwischen Martin-Luther- und Prießnitzstraße. Wer schon jetzt etwas beitragen will, kann über den städtischen Fonds Stadtgrün direkt für die Louisenbäume spenden.

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Reinigung: die Möbel sind sauberer als die Beete

Ein kaputter Gießbehälter ist der bislang einzige nennenswerte Schaden – laut Zschoge aber keine Vandalismusfolge, sondern schlicht Verschleiß. Ums Gießen kümmern sich neben dem Amt für Stadtgrün (einmal wöchentlich) auch die Beet-Patinnen und -Paten: Für die Metall- und Holzgestelle ist die Stadt zuständig, die Betonkübel haben private Unterstützung.

Auch beim Reinigungsthema zeigt sich während des Gesprächs, wo der Schuh drückt. Ein Team der Stadtreinigung liest im Vorbeigehen den groben Dreck aus den Sitzmöbeln – Kippen, Taschentücher, Pappbecher –, in den Beeten selbst bleibt dagegen einiges liegen. „Das Reinigungsthema muss beachtet werden“, räumt Zschoge ein und verweist zugleich auf die Pat*innen, die ebenfalls regelmäßig sauber machen.

Mit den Elementen selbst habe die Stadt bereits gute Erfahrungen gemacht. Unter anderem stehen baugleiche Möbel an der Gehestraße in Pieschen, vor dem dortigen Gymnasium. Weniger Ritzen könnten den Reinigungsaufwand reduzieren, räumt Zschoge ein. Ob die Möbel dann noch genauso bequem wären, sei allerdings Ansichtssache.

Dem Vorwurf, die Elemente seien überteuert, hält er ihre Stabilität entgegen: Bislang sei noch keines kaputtgegangen, zudem verfügten die Pflanzkübel über eine innenliegende Wasserspeicherwanne. Solche Stadtmöbel, so die knappe Zusammenfassung, hätten eben ihren Preis.

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Drei Müllcontainer, ein Nachbar, viel Zustimmung

Auch die drei neu aufgestellten großen Müllcontainer bekommen positives Feedback – von der Stadtreinigung selbst. Sie vermeldet, dass die Container tatsächlich genutzt werden. Der reguläre Reinigungszyklus musste in dem Straßenabschnitt nicht intensiviert werden.

Neben einem der großen Müllcontainer hat sich ein mobiles Fahrradgärtchen angesiedelt. Foto: Anton Launer
Neben einem der großen Müllcontainer hat sich ein mobiles Fahrradgärtchen angesiedelt. Foto: Anton Launer

Dass das Interesse an dem Projekt groß ist, zeigt sich auch spontan: „Ich find das total geil“, mischt sich ein Nachbar von der Alaunstraße ungefragt ins Gespräch. An der Umfrage habe er noch nicht teilgenommen, wolle das aber jetzt nachholen. Zschoge verweist auf den QR-Code, der entlang der gesamten Strecke angebracht ist.

Die Umfrage: rund 500 Stimmen, IP-Filter inklusive

Apropos Umfrage: Die ist für die Stadtplaner das eigentliche Kernstück des Tests. „Das Ergebnis der Umfrage ist unser wichtigstes Feedback“, so Zschoge. Rund 500 Menschen haben bislang teilgenommen. Ein IP-Filter soll einschränken, dass Einzelne mehrfach abstimmen.

Zu den konkreten Ergebnissen will der Verkehrsplaner noch nichts sagen, außer so viel: Rund vier Fünftel der Teilnehmenden stimmen den Stadtmöbeln und Grünkästen bisher grundsätzlich zu. Am Anfang habe es Beschwerden gegeben, die Rettungsdienste würden behindert. Eine Rücksprache mit der Rettungswache habe jedoch ergeben, dass für sie kein Problem mit der Stadtmöblierung bestehe.

Die Umfrage habe man inzwischen nachgeschärft und am Ende um eine offene Frage ergänzt. Kritisches Feedback sei ausdrücklich erwünscht. Neu hinzugekommen ist außerdem eine Frage zur Diagonalampel an der Schiefen Ecke.

Der Diagonalverkehr an der Schiefen Ecke ist noch nicht so recht in Gang gekommen, die meisten queren die Straßen wie bisher im 90-Grad-Winkel. Foto: Anton Launer
Der Diagonalverkehr an der Schiefen Ecke ist noch nicht so recht in Gang gekommen, die meisten queren die Straßen wie bisher im 90-Grad-Winkel. Foto: Anton Launer

Die Ampel: warten aufs Grün, diagonal geht kaum wer

Bei der testweise eingerichteten Diagonalquerung zeigt der Vor-Ort-Augenschein: Diagonal quert kaum jemand, und die Wartezeit auf Grün empfinden viele offenbar als lang – nach der Straßenbahn dürfen zunächst die Autos, erst danach die Fußgänger*innen. Auch hier wünschen sich die Stadtplaner Rückmeldung über die Umfrage. Verkehrsplaner Zschoge weiß, dass es lange dauert, Gewohnheiten im Straßenverkehr aufzubrechen. Vielleicht würden bei deutlicherer Straßenmarkierung mehr Leute die diagonale Abkürzung wählen.

Parken: Verbot ja, Kontrolle eher nein

Beim Parken zeigt sich dagegen ein bekanntes Neustadt-Bild. Trotz eingeschränktem Halteverbot wird weiterhin munter geparkt. „Wir hätten uns gewünscht, dass hier weniger geparkt wird und dass mehr kontrolliert wird“, so Zschoge. Sollte der Test verstetigt werden, könnten künftig mehr Elemente aufgestellt werden, die das illegale Parken baulich verhindern. Von Polizei und Ordnungsamt gibt es zur veränderten Situation auf der Louisenstraße bislang kein negatives Feedback.

Sitzen zwischen Kippen und Falschparkern - Foto: Anton Launer
Sitzen zwischen Kippen und Falschparkern – Foto: Anton Launer

Wie geht’s weiter?

Insgesamt waren acht städtische Ämter sowie mehrere Initiativen an dem Projekt beteiligt. Ob Kübel, Möbel und Ampel dauerhaft bleiben, entscheidet am Ende der Stadtbezirksbeirat, voraussichtlich in seiner Dezembersitzung. Fällt die Entscheidung positiv aus, bleiben die Möbel ohne zusätzliche Kosten stehen. Bis dahin gilt: Die Testphase läuft bis zum 31. Oktober – da kann sich der Kürbisgärtner freuen, denn Halloween ist gesichert.

Bürger*innen-Umfrage

Der Baum-Platzhalter ist zum Kürbisbeet geworden. Foto: Anton Launer
Der Baum-Platzhalter ist zum Kürbisbeet geworden. Foto: Anton Launer
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29 Kommentare

  1. Das Parkverbot ist eben nur ein Halteverbot, man darf also kurz stehen, aber das war ja sowas von klar daß es nur wieder gnadenlos ausgenutzt wird. Das ist auch der Schwachpunkt des Projektes: es gibt keine Abschnitte frei vom Kfz-Parken, sondern nur Aufsteller zwischen der Parkreihe. Warum nicht jetzt schon weitere kleinere Baulichkeiten einbringen, um mehr parkfreie Stückchen zu erhalten, warum erst „bei weiterer Verstetigung des Projektes“ – also in nä. Jahren? Paar Poller vom Tiefbauamt?
    Das Projekt ist gut, aber es zeigt, wie zaghaft man in Dresden agiert, im Grunde ist das jetzt eine Minimalstlösung, immerhin, aber wir stehen hier im Jahr 2026 noch ganz am Anfang. Dabei leben Großteile der Neustädter autofrei oder autoarm, ist das gerecht?
    Ob die echten Bäume mal kommen oder nicht, ist wenig relevant. Relevant ist die Raumaufteilung insgesamt. Kfz-Parkreihen mit wenigen Bäumchen dazwischen machen keine Aufenthaltsqualität oder Verbesserung. Ich persönlich bin betreffs Bäume hier unschlüssig, eigentlich zählt hier mal das Stadtbild und Denkmalschutz. Man wird also schauen wie es wirkt, ich mochte die weiten Blicke durch die Straßen, offenbar hat sogar das Landesamt für Denkmalschutz zugestimmt, das ist mal nen Tusch wert. Wie gesagt, die Bäume sind für das Gesamte eher nicht ausschlaggebend, das bleibt immer die Raumaufteilung und Orga der Straße.

  2. Ich bleibe dabei: 125.000 EUR für die Katz. Wie immer vom Schreibtisch aus geplant und nicht zu Ende gedacht:
    – Eine Flächenmarkierung mit der Notiz „Euer Platz für witterungsbeständige Sitzplätze und Blumenkübel“ hätte ausgereicht und die Neustädter hätten sich liebevoll selbst gekümmert. Siehe Prießnitzstraße: dort stehen bürgerfinanzierte Blumenkübel mit attraktiven Pflanzen, die von diesen auch gepflegt werden. Still und leise, ohne jeden Politikeraufmarsch, 0,00 EUR Kosten für den Steuerzahler.
    – Durch die Querampel verlängern sich die Rotphasen für Kraftfahrer immens. Aber Countdown-Zähler wie an anderen Ampeln im Stadtgebiet üblich, wurden nicht installiert. So lassen viele ihr Fahrzeug laufen und die Abgase werden wohl kaum durch die lächerliche städtische Grünansaat kompensiert.
    – Man wird auswerten! – Was und wofür denn genau? Bis 2030 wird sich durch den Bau der Königsbrücker auch der Verkehr rund um die Louise verändern und nach 2030 mit den veralteten Daten aus 2026 zu arbeiten, ist doch auch ein Muster ohne Wert.

  3. Hallo Katrin,
    1. Das wäre zumindest einen Versuch wert gewesen.
    2. Bin mir nicht sicher, ob die KFZ jetzt länger warten müssen, immerhin gibt’s pro Umlauf nur einmal Fußgängergrün statt vorher zweimal, mit den entsprechenden Abbiegebehinderungen. Mehr Stau als vorher hab ich nicht wahrgenommen. Die längsten KFZ-Wartezeiten entstehen nach wie vor, wenn ’ne Bahn kommt.
    3. Es geht bei der Auswertung nur zum Teil um den MIV, überwiegend geht’s um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

  4. Bin jetzt ehrlich gesagt kein Freund von solchen Maßnahmen, aber es sieht für mich auf den Bildern auch nicht attraktiv aus.

    Das sollte man halt schon mal richtig machen, mehr Geld in die Hand nehmen und die Straße vielleicht komplett aufreißen und umbauen, statt nur ein paar besudelte Holzmöbel hinzustellen.

  5. Also diese Kreuzung. Diese schreckliche Kreuzung, die ich täglich passieren muss, da sie Teil meiner Arbeits-, Freizeit- und Erledigungswege ist. Morgens stehe ich da meist einsam und warte und warte und warte. Nachmittags ein anderes Bild: ebenfalls lange Wartezeiten, aber jetzt Autoschlangenbildung, durchaus bis zur Alaunstr., und Menschen, die irgendetwas tun, nur nicht das, was die Ampel verlangt. Dabei gibt es eine Gruppe von Verkehrsteilnehmenden, die ganz auffällig nicht Teil des Ganzen sein möchte: Radfahrende. Hier wird nicht angehalten, sondern sich um die Fahrbahn überquerenden Fußgänger geschlängelt, ohne abzusteigen, und gelegentlich dabei frech geklingelt. Manchmal ruft jemand „Eyyyy!“, „Gehts noch!“ oder „Arschgeige!“. Wem das zuzuordnen ist, weiß ich nicht, ich bin mit Ausweichen beschäftigt. Aber auch auf Seiten des Fußvolkes scheint der Geduldsfaden kurz. Erst wird gewartet, dann gehadert, dann doch losgestapft, dann starten plötzlich die Autos, dann wird gehupt, dann gerannt, dann schütteln alle den Kopf. Die, die losliefen, die Autofahrenden, die verbliebenen Wartenden. Und auch die anderen Wartenden, die die Kreuzung gar nicht passieren wollen, aber nicht durchkommen, da sie auf die Ampelwartenden warten müssen, die in ihrer Vielzahl nun alles blockieren. Und auch hier brabbelt es vor sich hin: „Scheißt mich an!“. Nur die Radelnden bekommen nix mit, die haben ihre eigenen Verkehrsregeln. Mein Fazit: Es braucht Geduld, die offensichtlich keiner hat. Für mich an dieser Stelle in der Stadt ein völlig überflüssiges Projekt.

  6. Lieb Tickerkommentierende Person, jetzt stell Dir mal vor, es würde der Mehrheit der Menschen in der Neustadt so gehen, wie Dir und sie würden die Maßnahme unattraktiv finden und stellen das fest, nachdem die Straße aufgerissen und umgebaut wurde. Dann ist es ja zu spät und das Kind in den Brunnen gefallen. Genau das ist, umgekehrt, an den beiden Enden der Louisenstraße passiert. Die Stadtverwaltung hat die Straße einfach saniert, ohne vorher jemanden zu fragen (Neustadt-Geflüster von 2018).

    Diesmal läuft es anders, es gibt eine breite Bürgerbeteiligung, viele Entwürfe und Pläne, selbst die Kids durften zeichnen, wie sie sich die Louisenstraße wünschen. Daraus hat sich nun diese Testphase entwickelt mit den Kübeln und den Sitzelementen, dazu gibt es die Umfrage, da haben Anwohnende und Interessierte die Möglichkeit sich zu beteiligen. Ob das so viel Geld hätte kosten müssen, ob die Diagonal-Ampel sinnvoll ist, das kann man gerne alles diskutieren. Aber das man erstmal probiert, bevor Tatsachen geschaffen werden, halte ich unter Demokratie-Aspekten für sehr sinnvoll.

  7. @Grünlandlaudator: „…Dabei leben Großteile der Neustädter autofrei oder autoarm…“. Können Sie diese Aussage belegen, zum Beispiel durch Fakten?

  8. Hallo Daniel, ich bin zwar nicht der Grünlandlaudator und ich weiß auch nicht was er als „Großteile“ definiert, aber im Stadtteilkatalog (Stand 2024) steht, dass 18.282 Einwohner*innen in der Äußeren Neustadt rund 5.249 Kraftfahrzeuge besitzen. Das sind bei fast der gleichen Einwohnerzahl wie 2022 mehr als vierhundert Kraftfahrzeuge weniger.

  9. @FrlDiva
    Danke für die lebhafte und detaillierte Beschreibung. Ich bin dort auch fast täglich unterwegs. Meine Frage: war das vorher anders oder sogar besser? Vorher bin ich zu Fuß mehrmals beinahe von abbiegenden Autos überfahren worden. Jetzt nicht mehr.

  10. @Daniel: In der Äußeren Neustadt haben von 1000 Haushalten nur rund 330 ein Auto. Bis vor kurzem war diese Statistik auf der offiziellen Website der Stadt Dresden zu finden, Stichwort „Motorisierungsgrad nach Stadtteilen“. Die Statistik ist, warum auch immer, nicht mehr auffindbar. Fakt ist: In keinem Stadtteil in Dresden kommen so wenig Autos auf 1000 Einwohner. Man kann mit Sicherheit sagen, dass in der „Kern-Neustadt“ rund um die Louise der Anteil noch geringer ist, schlichtweg weil es nahezu keine Neubauten mit Tiefgaragen gibt und auch die meisten Höfe bebaut sind.

  11. Lt. Anton haben 18.282 Einwohner in der Äußeren Neustadt rund 5.249 Kraftfahrzeuge. Lt. Tobschi haben 1.000 Haushalte in der Äußeren Neustadt rund 330 ein Auto. Daraus ergibt sich, dass es 15.906 Haushalte in der Äußeren Neustadt gibt, die von durchschnittlich 1,15 Personen bewohnt werden. Und wenn man andere Statistiken nimmt, konnte man sogar errechnen, dass weniger als 1 Person durchschnittlich in einem Haushalt lebt.

  12. Hallo Rechenmeister, Tobschi spricht von Autos und ich von KFZ. Die Haushalte in der Neustadt werden durchschnittlich von ca. 1,61 Personen bewohnt. Quelle: Stadtteilkatalog (Stand 2024). Daher gibt es ca. 11.350 Haushalte in der Neustadt. PKWs sind es 4.286 Macht ne Auto-Haushaltquote von 377 Autos pro tausend Haushalte.

  13. Ob die Ampelschaltung einen Mehrwert bringt, möchte ich nicht beurteilen. Ich persönlich stehe als Fußgänger deutlich länger und warte. Manchmal hart an der Grenze zum Frust. Für Autofahrer hat sich aus meiner Sicht nichts verändert, auch wenn ich dies nicht als Vorteil verkaufen würde, aber es ist zumindest positiv zu erwähnen. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten gab es auch vorher schon. Dazu kommt, dass aktuell die Katharinenstraße gesperrt ist und sich dadurch leider einige den Weg über diese Kreuzung suchen müssen. Dafür kann die Ampelschaltung nichts.

    Die Neustadt zu bepflanzen ist ein Vorhaben, welches zu unterstützen ist. Parkplätze zu reduzieren und für Außengastronomie, Pflanzen und allgemeine Sitzgelegenheiten Platz zu schaffen, trägt in jedem Fall zur Lebensqualität der Bewohner bei. Hier stellt sich mir die Frage, ob man zwingend feste Bepflanzungen braucht? Also müssen die Straße aufgerissen und zeitaufwändige Baumaßnahmen umgesetzt werden? Pflanzkübel können doch ganz nett sein. Man könnte auch in Größe und Ausführung variieren und wäre flexibler in der Bepflanzung und dem Standort.

  14. Danke Anton, der Schlüssel 1.61 Personen pro Haushalt finde ich sehr aufschlussreich. 2/3 sind erwerbsfähig, also 1/3 fallen schonmal als Halter raus. Weiterhin werden nur Privat-PKWs aufgeführt. Es gibt genug gutverdienende, die Dienstwagen haben, die in der Statistik nicht auftauchen.

    Wenn ich auf die Strassen schaue und die ganzen Autos sehe mit Anwohnerausweisen, denke ich, dass diese Parkplätze eventuell auch benötigt werden. Sowas kann man wahrscheinlich nicht wegdiskutieren.

  15. @Anton: „Nicht nur aufschlussreich, in gewisser Weise auch amüsant für Fans von Zahlencodes.“

    Genau! Der Schlüssel wird hoffentlich beim Einwohnermeldeamt regelmäßig kontrolliert…

  16. Genaue Zahlen zu haben, ist Verwaltungssache, das nützt hier nichts. Bei ca. 350 PKW pro 1000 Haushalte haben ja 650 Haushalte KEIN Auto. Und nun schaut euch alle Straßen an: fast immer 80% des Raumes für Roll- und Parkverkehr des MIV, 20% Gehwege samt Baumscheiben. Auf den 20% finden noch Mülltonnen, Sperrmüll, Kisten, Scooter, Räder, Mofas, Falschparker, Post- und Lieferdienste, also kurz: alles Sonstige statt. Real ist 10% Fußgänger, Radbügel oder Radstrukturen u.U. 2-3%, Platz für Leben 0% (nicht vorgesehen bzw. nötig). „Leben“ definiere ich jetzt nicht, aber es wäre was für Anwohnende, für Kinder, für die letzten paar Alten, alles ist denkbar.
    So, das sagt doch alles. Mehr ist nicht nötig. Platz- bzw. Raumgerechtigkeit oder Raumvernunft?? Pustekuchen, geopfert dem Verbrenner-Mobimammon.
    In meinem Mietshaus sind 80% der 25 Haushalte ohne Kfz/PKW. Vorm Haus sind 4-5 Parkplätze, die alles zustellen. Was soll so ein Käse? Demokratie? War da was? Egal…

    Die Anwohnerparkausweise haben die Leute, weil es so am Praktischsten ist. Das besagt aber rein gar nichts, wer wirklich ein Auto braucht bzw. drauf angewiesen ist. Bei den Meisten sieht man gut, daß dies nicht der Fall ist. Die Firmenwagenquote ist interessanter Aspekt, aber vermutlich schwer feststellbar und eher von geringem Anteil am ganzen Problem.

  17. Gibt Millionen Arbeitsplätze die man nur mit dem Auto sinnvoll erreichen kann. Und die Firmen in der Stadt ansiedeln will auch niemand. Oder müssen die Leute zwangsweise umziehen wenn man da arbeitet? Ja da ist die Welt etwas größer als die Filterblase in der Neustadt. Familien haben übrigens meistens mindestens ein Auto.

  18. @peter
    Ist ja alles richtig – aber trotzdem oft zu kurz gedacht.
    – Firmen, die zu groß sind, um sie in der Stadt anzusiedeln, haben manchmal schon eigene Haltestellen, in jedem Fall lohnen sich Fahrgemeinschaften.
    – Familien HABEN oft mindestens ein Auto. BRAUCHEN tun sie das aber oft nur aus Bequemlichkeit, nicht Notwendigkeit. (Was übrigens völlig ok ist in meinem Buch. Wär halt schön, wenn man es auch so benennt. Und nicht rumjammert, wenn es nach und nach unbequemer wird, weil andrere auch Rechte haben…)
    Und den blöden Spruch mit der Neustadt-Filterblase hätte man getrost weglassen können.

  19. wieso zwangsweise umziehen?, stellplatz mieten und alles ist gut. die meisten stellen ihre fahrräder und kinderwagen ja auch auf privaten stellplätzen ab.

  20. @Grünlandlaudator: Die Zahlen sprechen für sich. Ein Großteil der Haushalte sind Single-Haushalte, wahrscheinlich Studenten, die wahrscheinlich nach dem Studium zwecks Arbeit woanders hinziehen und dann ein schnödes Leben mit Familie und Auto führen.

    Und bitte zitiere nicht immer die Demokratie, wenn Du die Pros und Cons nicht verstehst. Demokratie ist nichts anderes als die Diktatur der Mehrheit. Adolf wurde demokratisch gewählt, Donald auch, Sachsenanhalt wird der nächste Painpoint. Aufgrund der Gefahren der Demokratie wurden Schutzmaßnahmen wie Gewaltenteilung und Minderheitenschutz implementiert, die dafür sorgen, dass Donald gerade nicht mit Atombomben um sich wirft für einen besseren Deal oder Sorben noch existieren.

  21. Lieber Daniel, dann bin ich dafür, dass der Minderheit in der Neustadt, die dort die Mehrheit ist, Minderheitenschutz gewährt wird, okay?

  22. @Daniel
    Ich bin mit Ihrer Definition von Demokratie nicht einverstanden und finde es darum doppelt schade, dass Sie anderen dann vollmundig Unverständnis vorwerfen. Für mich sind Gewaltenteilung und Minderheitenschutz wesentliche Elemente der Demokratie, nicht einfach Schutzmaßnahmen wegen ihrer Gefährlichkeit. Ich erkenne an, dass es sich hier auf den ersten Blick um eine Frage der Perspektive handelt, bin aber auch davon überzeugt, dass Berufenere als ich Ihre düstere Sicht widerlegen können.

  23. Zur Diagonal-Ampel: Hier ist ja nun eine völlig falsche, komplett fußgängerfeindliche Variante umgesetzt worden. Vorher hatten die Fußgänger immer dann grün, wenn parallel dazu die Autos grün hatten. Jetzt haben die Fußgänger immer rot, außer dann, wenn in allen Richtungen für sie grün ist. D.h. sie müssen viel öfter und länger warten. Wenn vorher jemand die Louisenstraße entlanggehen wollte, hatte er grün, wenn die Autos aus Richtung Alaunstraße oder in Richtung Alaunstraße grün hatte. Das ist jetzt nicht mehr so – die Fußgänger haben rot. Das gleiche bei Rothenburger und Görlitzer Straße. Für die Autos gibt es 3 Phasen, dazu eine für die Straßenbahn. Danach gibt es eine für die Fußgänger. Richtig wäre es, wenn das Diagonal-Grün ZUSÄTZLICH zu den sonstigen Phasen geschaltet wäre, also die Fußgänger parallel zum Auto/Straßenbahn-Grün auch grün haben und eine Phase zusätzlich in alle Richtungen.

  24. @Schweesdo Onie: „Firmen, die zu groß sind, um sie in der Stadt anzusiedeln, haben manchmal schon eigene Haltestellen, in jedem Fall lohnen sich Fahrgemeinschaften.“ @Grünlandlaudator: „Verbrenner-Mobimammon“, „…wer wirklich ein Auto braucht“ – ihr geht mir auf die Nerven! Wer seid ihr eigentlich, euch zu erdreisten, über gute und schlechte KFZ-Besitzer zu urteilen? Das Auto ist ein Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts und man darf es auch ohne Muttizettel „Meine Fahrt ist systemrelevant“ nutzen. Sogar in 01099. Engagiert euch lieber für friedvolles, rücksichtsvolles Miteinander von KFZ, Radlern und Fußgängern! Vereinen statt spalten ist das Gebot der Zeit.

  25. @Katrin
    Das mit dem „Vereinen statt spalten“ haben Sie ja schon mal hervorragend hinbekommen, Herzlichen Glückwunsch! Wenn Sie nun auch noch verstehend lesen könnten, hätten Sie möglicherweise bemerkt, dass ich zwar von Autofahrer:innen geschrieben hatte, die ihr Fahrzeug aus Bequemlichkeit nutzen, dass ich damit aber auch kein Problem habe. Ihr Furor geht somit leider ins Leere (was immer ein wenig peinlich aussieht, meiner Meinung nach. Ich halte es deswegen so, dass ich andere Foristen nur in Fällen anpampe, wenn ich mir meiner Sache wirklich, WIRKLICH sicher bin.
    Und nur zur Sicherheit: Auch das war als Scherz gedacht! Ich halte nicht viel von Anpampen- bin allerdings der Meinung, dass es aus dem Wald herausschallen darf, wie man hineinruft. Wie in diesem Fall, beispielsweise…)
    In der Sache hat mir noch keine:r widersprochen, (ok, einer, aber der zählt nicht), dass es im Verhältnis Parkplätze und Straßenbreite zu Autos zu wenige von ersterem oder zuviele von letzterem gibt. Der vielversprechendste Ansatz ist meiner Meinung nach, die Anzahl der KFZ langsam und schrittweise zu verringern. Wenn ich das aber so kommuniziere, kommen andere Bürger:innen, oft ebenfalls wutschnaubend, und weisen mich darauf hin, dass es Menschen gibt, die auf ihr Auto angewiesen sind. Was zweifelsfrei so richtig ist. Wenn ich also nun vermuten sollte, wer ggf. eher bereit ist für einen Umstieg, dann glaube ich, dass dies die Menschen sind, denen besagter Umstieg leichter fällt als jene, die das Auto WIRKLICH brauchen.
    Ich kann darin beim schlechtesten Willen kein dreistes Urteil oder einen „Muttizettel“ erkennen.

  26. Die Breitbeinigkeit mancher Ich-habe-zu-allem-was-zu-sagen-und-ich-habe-immer-die-richtige-Meinung-und-muss-die-anderen-immer-gehörig-zurechtweisen-Dauerkommentierer ist allmählich ziemlich ermüdend und impertinent.

  27. das problem am assi-eck ist ja meiner meinung nach die ampel grundsätzlich, egal ob diagonal oder nicht. jedes mal wenn ich an der kreuzung stehe, warten gefühlt 50 fußgänger*innen wegen 5 autos. da wären zebrastreifen vielleicht sinnvoller. allerdings müsste man das mit der straßenbahn dann irgendwie regeln, da gibt es sicher kompetentere menschen als mich die dafür eine lösung in petto haben.

    aber das problem ist ja das grundsätzliche wie in der ganzen neustadt. aufteilung des straßenraums vs. seine nutzung. am meisten auf alaun-, louisen- und görlitzer str. zu beobachten. die überwiegende mehrzahl quetscht sich auf schmalen gehwegen an mülltonnen, fahrradständern und gastro-tischen vorbei, während 80% der straße für spärlich vorbeifahrende autos, die einen bruchteil der verkehrsteilnehmenden bewegen, oder 23h am tag herumstehende „fahrzeuge“ reserviert ist. der missstand ist ja so offensichtlich dass selbst die cdu schon eine (temporär) autofreie alaunstraße gefordert hat. und das will was heißen.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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