Am Montag hat René Moldau das kleine Bio-Lädchen „Grüntal“ an der Ecke Sebnitzer Straße/Kamenzer Straße zum letzten Mal aufgeschlossen. Die Nachbarin und Fotografin Ellen Isabell Richter hat den Moment mit der Kamera festgehalten. Moldau hatte die Schließung vor ein paar Wochen angekündigt. Mit dem Ende des Ladens verschwindet zunächst auch ein Treffpunkt für viele Menschen aus der Nachbarschaft, die dort regelmäßig Bio-Lebensmittel und regionale Produkte eingekauft haben.

Initiative wirbt um Unterstützung für den Erhalt des Grüntals
Unterdessen hat sich eine Initiative gegründet, die sich für den Erhalt des Grüntals einsetzt. Unter dem Motto „Das Grüntal schließt – rettet das Grüntal!“ sucht sie Menschen, die sich aktiv in eine Gemeinschaft einbringen und die bisherigen Werte und Ideen weitertragen möchten. Gesucht werden sowohl Menschen, die sich organisatorisch einbringen, als auch Unterstützerinnen und Unterstützer, die das Projekt langfristig mittragen möchten.
Gemeinschaft und regionale Versorgung im Mittelpunkt
Die Initiative setzt sich für eine nachhaltige Nahversorgung vor der Haustür, faire Preise und fairen Handel sowie Bio-Qualität und regionale Erzeugnisse ein. Sie möchte das Grüntal gemeinsam mit einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) weiterführen – einer Verbrauchergemeinschaft, die Erzeugerinnen und Erzeuger sowie Kundinnen und Kunden direkt miteinander verbindet. Das Grüntal versteht sich zudem als sozialer Baustein der Nachbarschaft und soll auch künftig ein Ort der Begegnung bleiben.
Der Aufruf richtet sich sowohl an Menschen, die das Grüntal bereits kennen, als auch an Interessierte, die sich künftig engagieren möchten. Interessierte können sich per E-Mail an dein-gruental-reloaded@gmx.net melden.
Die Initiative hat sich schon zu einem ersten Erfahrungsaustausch mit dem Team vom Lose-Laden auf der Böhmischen Straße getroffen. Dort konnte die engagierte Kundschaft das Lädchen am Leben erhalten, ähnlich funktioniert es auch in der Video-Verleih-Station Phase IV.
Eindrücke vom Grüntal




Vielen Dank an Ellen Isabell Richter für die Fotos.


















Spannend, wohne seit einigen Jahren auf der Kamenzer, aber so richtig aufgefallen ist mir der Laden aber nie. Von außen sehr unscheinbar, nicht wirklich zu erkennen, was mich darin erwartet. Ich schau demnächst mal vorbei. Vielleicht wären ein paar einfache Flyer und Aushänge in der Nachbarschaft eine günstige Möglichkeit auf das Angebot hinzuweisen und neue Mitglieder zu gewinnen.
Im Beitrag vom 7.7. (Ankündigugn der Schließung) lese ich u.a.:
„… Grüntal funktioniert seit Jahren als Gemeinschaft: Ein Großteil der Kundschaft ist zugleich Mitglied und zahlt monatliche Beiträge …“
Jetzt frage ich mich, ob die neu gegründete Initiative Kontakt zu den ehemaligen Mitgliedern (so muss man sie wohl nun nennen) gesucht hat. Das wäre ja naheliegend. Dort wären ja vielleicht die „… Unterstützerinnen und Unterstützer, die das Projekt langfristig mittragen möchten.“ am ehesten zu finden.
Als persönliches Mitglied bei der Solawi glaube ich nicht, dass eine Verbindung zum neuen Grüntal „langfristig wirkt“. Wie ich den Mails, die ich von der Solawi gelegentlich erhalte,entnehme, kämpft die Gemeinschaft selbst immer wieder, um Mitglieder, Arbeitseinsätz, Fahrer, Depotbetreuer …
@Hanisch, du hast geschrieben „Als persönliches Mitglied bei der Solawi (…) kämpft die Gemeinschaft selbst immer wieder, um Mitglieder, Arbeitseinsätz, Fahrer, Depotbetreuer“.
Das was du geschrieben hast, ist aus meiner Sicht „undifferenzierter Unfug“ („bei DER Solawi“) … wer es nicht besser weiß, glaubt möglicherweise das von dir geschriebene.
Solawi ist EIN KONZEPT … es gibt Höfe, Vereine, Genossenschaften usw. die sich z. B. an dem Konzept orientieren oder das Konzept erproben oder entsprechend des Konzeptes wirtschaften.
So wie du es beschrieben hast, klingt es so, als ob du „ALLE“ beschreibst, du beschreibst aber nur EIN Projekt (eines von deutschlandweit über 500) – das bei dem du selbst Mitglied bist.
Und wenn z. B. ein Verein zuzsätzlich zum bzw. außerhalb des Konzeptes Solawi Bio-Gemüse für den Verkauf im Grüntal anbauen würde (als zweites „Standbein“ neben dem Solawi-Konzept), warum sollte das nicht „längerfristig wirken“ – die eine Seite hätte dadurch ein zweites oder weiteres „Standbein“ und die andere Seite würde regionales, saisonales Gemüse bekommen, vorausgesetzt die Preisvorstellungen würden für beide Seiten passen.