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Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende in Dresden

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Am 21. Juli 2026 findet bundesweit der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende statt. Auch in Dresden erinnern mehrere Organisationen an Menschen, die infolge ihres Drogenkonsums gestorben sind. Gleichzeitig soll der Tag auf die Lebensrealität drogengebrauchender Menschen und den Bedarf an wirksamen Hilfsangeboten aufmerksam machen.

Plakat zum Aufruf zum Gedenktag - Foto: Anton Launer
Plakat zum Aufruf zum Gedenktag – Foto: Anton Launer

Das Motto des diesjährigen Gedenktages lautet „Verändern, um Leben zu retten!“. Es verweist auf die Notwendigkeit, bestehende Hilfesysteme weiterzuentwickeln. Hintergrund ist unter anderem das zunehmende Auftreten hochpotenter synthetischer Opioide. Maßnahmen wie Drug Checking, Substanzanalyse, niedrigschwellige Hilfsangebote und der Zugang zu lebensrettenden Maßnahmen gewinnen nach Angaben der Veranstalter zunehmend an Bedeutung.

Gedenkveranstaltung auf dem Scheune-Vorplatz

Die zentrale Dresdner Gedenkveranstaltung findet am 21. Juli von 15 bis 18 Uhr auf dem Scheune-Vorplatz an der Alaunstraße 36 bis 40 statt. Geplant sind ein Infostand mit Informationen zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten sowie Musik eines Singer-Songwriters.

Außerdem besteht die Möglichkeit, der Verstorbenen zu gedenken und persönliche Erinnerungen zu teilen. Dafür können symbolisch Schmetterlinge für verstorbene Menschen gefaltet werden.

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Die Veranstaltung wird gemeinsam von JES Dresden, Safe Dresden, der Aidshilfe Dresden sowie der Fachstelle Suchtprävention und Konsumkompetenz der Diakonie Dresden gestaltet.

Forderungen nach stärkerer Suchthilfe und Prävention

Aus Anlass des Gedenktages haben die Grünen im Sächsischen Landtag und Die Linke Dresden Maßnahmen für eine stärkere Suchthilfe, mehr Prävention und eine bessere Unterstützung von Betroffenen gefordert.

Nach Angaben der Staatsregierung wurden im Jahr 2025 in Sachsen 26 drogenbedingte Todesfälle registriert. In 15 Fällen starben Menschen infolge von Mischintoxikationen (Quelle). In Dresden wurden im vergangenen Jahr sieben drogenbedingte Todesfälle registriert (Quelle).

Die drogen- und suchtpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Christin Melcher, sieht darin Handlungsbedarf. Sie verweist darauf, dass sich die Risiken durch Mischkonsum zunehmend erhöhten. Während 2020 vier Todesfälle infolge polyvalenter Vergiftungen registriert worden seien, seien es 2025 bereits 15 gewesen. Zudem seien 2025 vier Todesfälle im Zusammenhang mit Fentanyl gemeldet worden. Damit seien ebenso viele Fälle registriert worden wie in den fünf Jahren zuvor zusammen. Erstmals sei außerdem ein Todesfall im Zusammenhang mit Nitazenen festgestellt worden.

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Die Grünen fordern deshalb eine bessere Vernetzung von Suchthilfe, Gesundheitswesen, Polizei, Rechtsmedizin, Wissenschaft und Kommunen. Erkenntnisse aus diesen Bereichen sollten schneller zusammengeführt und in Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Außerdem sprechen sie sich für ein landesweites Frühwarnsystem für gefährliche Substanzen aus.

Weitere Forderungen der Fraktion sind eine verlässliche Finanzierung von Suchthilfe, Suchtberatung und Prävention, der Ausbau niedrigschwelliger mobiler Hilfsangebote sowie die Unterstützung von Kommunen bei Drogenkonsumräumen und mobilen Angeboten zur Schadensminderung.

Ausrichtung auf gesundheitliche Hilfe gefordert

Auch Die Linke Dresden fordert eine stärkere Ausrichtung der Drogenpolitik auf gesundheitliche Hilfe. Anlass seien die steigenden Todeszahlen in der Landeshauptstadt. Die Vorsitzende der Linken Dresden, Kristin Dänhardt, spricht sich für den Ausbau niedrigschwelliger Beratung, Prävention und Suchthilfe aus. Sie verweist außerdem darauf, dass Sucht nicht nur illegalisierte Substanzen betreffe und auch Alkohol großes Leid verursache. Prävention, Beratung und Suchthilfe müssten deshalb ausreichend finanziert und für alle erreichbar sein.

20 Kommentare

  1. „Verstorbene Drogengebrauchende“ – das ist wirklich die Krönung des Genderns. Da das Partizip I (immer noch) eine aktive, gerade stattfindende Handlung beschreibt, ist es bei Verstorbenen besonders skurril, es zu benutzen.

    Das ist fast noch besser als die „streikenden Mitarbeitenden“, von denen ich einst auf Tagesschau Online las. Also wenn schon, dann bitte richtig: „Verstorbene Drogengebrauchthabende“.

  2. Mache mir große Sorgen, daß die inzwischen vielen unserer ausländischen MitbürgerInnen, welche hier studieren, arbeiten, wohnen und leben, oder einst geflüchtet kamen, diese Sprachverrenkungen nicht verstehen und annehmen können. Das negiert die Integration, insbes. wenn es mißverstanden wird, z.B. als Drogengebrauch-Ende, Drogen…rauchende oder Drogen-Gebrauch (von Bräuche). Es entspricht auch nicht dem internationalen Setting, wonach „junky“ gilt oder „stupid Mothaf.ck.s“ oder so.
    Es ist zudem verharmlosend und der Prävention unförderlich, da es sich um Rauschgift MISSbrauchende handelt. Eine Kapitalismus-unfähige Täublingengeneration wächst da auf Deutscheland zu. Vielleicht ist Gendern nur noch gewollte Provokation, z.B. zwecks clickbait?

  3. @DSR
    Das Partizip I beschreibt UNTER ANDEREM eine gleichzeitig stattfindende Handlung. Wer es so genau nimmt, sollte nicht verschweigen, dass damit auch Personen über ihre Tätigkeit beschrieben werden können.
    Bei Verstorbenen stößt die Sprache immer an ihre Grenzen, denn wer so kleinlich hinschaut, der dürfte auch an einem „toten Autofahrer“ oder einer „verstorbenen Musikerin“ etwas auszusetzen haben- in beiden Fällen sind sie es auch nicht mehr…
    (Ich bin übrigens auch immer noch befremdet und finde die Gender-Lösungen noch nicht wirklich elegant. Allerdings halte ich ihre gesellschaftliche Notwendigkeit für weitaus wichtiger als mein persönliches Befremden und zähle langfristig auf den Gewöhnungseffekt.)

  4. Meiner Meinung nach handelt es sich bei der Formulierung
    „verstorbene Drogengebrauchende“
    um eine gefähliche Verhamlosung.
    Die Begriffe Drogentote, Drogensüchtige und Drogenmißbrauch wären da doch wohl eher angebracht.
    Für mich schwer zu verstehen ist, dass gar keine Rede davon ist, daß präventiv der Einstieg in die Drogensucht verhindert werden soll. Das wäre doch eine echte Hilfe.

  5. Aus dem Drogentotengedenktag haben die Genderidiologen
    „Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende“ gemacht …

    … da wären sinngemäß auch alle Kiffer die eines natürlichen Todes oder an Lungenkrebs verstorben sind eingeschlossen

    „Gedenktag für am Drogenbrauch Gestorbene“ … wäre fast richtig

    „Gedenktag für am Drogenmissbrauch Gestorbene“ … ist korrekt.

    https://fragdenstaat.de/anfrage/drogengebrauch-und-drogenmissbrauch-gibt-es-einen-unterschied/

  6. @Dresdner Eierschecke

    Deine Sorgen sind nicht unberechtigt. Das Lernen einer Fremdsprache ist immer komplex. Ab einem bestimmten Niveau gehörten dazu regionale oder fachsprachliche Eigenheiten sowie die verschiedenen Formen des Genderns. Allerdings kann ich dir aus meiner Erfahrung mitteilen, dass diejenigen, die mit unregelmäßigen Verben klar kommen, auch das Gendern checken (um das Partizip I gibt’s da teils heftigen Diskurs z.B. https://www.stiftung-deutsche-sprache.de/partizip_I_v4.pdf und https://linguistische-treffen.pl/articles/22/24_wolf.pdf).

    Wenn deine Sorgen in dieser Hinsicht so groß sind, dann geh doch mit gutem Beispiel und realistischen Zielen voran. So könntest du zum Beispiel darauf achten, dass deine Sätze ein Subjekt enthalten. Oder du versuchst, das Adverb „inzwischen“ sinnvoll zu verwenden und grammatikalisch korrekt in deinen Satz einzubauen. Auch dein „daß“ müsste „dass“ geschrieben werden. Die Regelung, dass beide Schreibweisen korrekt sind, gilt schon sehr lange nicht mehr. Oder du bemühst dich, Adjektive klein zu schreiben. All das hilft beim Verständnis. Und auch mir fällt es gelegentlich schwer, mich an längst etablierte Sprachregelungen zu halten, wenn du das allerdings zum Maßstab erklärst, musst du dich auch daran messen lassen.

    „„Gedenktag für am Drogenmissbrauch Gestorbene“ … ist korrekt.“ Nope, denn auch Drogengebrauchende, die mangels Drug Checking oder Substanzanalyse überdosieren werden mitgedacht. Auf den Unterschied zwischen Gebrauch und Missbrauch verweist auch der „Epidemiologische Suchtsurvey“. Beim Gebrauch an der falschen Dosierung sterben ist ein vermeidbarer Unfall und kein Missbrauch.

  7. Nun haben sich ja schon einige geäußert, aber auch ich bin über „verstorbene Drogengebrauchende in Dresden“ gestolpert.
    Auch mir war neu, dass Tote Drogen nehmen können. Jetzt habe ich nur noch mehr Fragen. Sind wir hier in so einer Art gruseliger Zombiestadt, oder können die zu Grabe getragenen in anderen Städten das auch? Haben die sich ihr „Zeug“ vor dem Ableben beschafft und bezahlt oder latschen die immer mal wieder los? Was ist, wenn der Bestatter denen ihr Zeug klaut?

    Auch habe ich erfahren, dass sich „Schweesdo Onie“ nicht vorstellen kann, dass ein Problem größer sein könnte, als dieses Gendern. Vermutlich nicht mal ein sogenannter GAU. Ich würde es allerdings begrüßen, wenn weder mein ästhetisches Gefühl noch meine Gewöhnung von Leuten belästigt und malträtiert werden, denen ich das gar nicht erlaubt habe. Und es selbst bei reiflicher Überlegung denen nie erlauben würde.

    Ich weiß nicht, ob das was bringt. Wir Steuerzahler können natürlich noch mehr Millionen in die Sozialarbeiterindustrie pumpen. Notfalls können wir diese Mittel auch anderen Leuten wegnehmen, die Hilfe viel dringender benötigen. Aber mir fehlt der Glaube, dass sich selbstbestimmte Menschen zu irgendetwas zwingen lassen, was die nicht wollen. Ebenso fehlt mir der Glaube, dass wir sie überhaupt zu irgendetwas zwingen dürfen.
    Es bleibt wohl wie es ist: Eigenverantwortung, Verstand und Mühe lässt sich durch nichts ersetzen, außer durch noch mehr Eigenverantwortung, Verstand und Mühe.

  8. Wie kommt man an Fentanyl?
    Dringt man als einkommensschwache Person mit dem Drang zu gebrauchen in ein Pflegeheim ein und knibbelt dort Fentanylpflaster von den relevanten Insassen ab?

    Ich kann keine Vorgehensweise vorstellen.

  9. Ich halte „verstorbene Drogengebrauchende“ ebenfalls für eine sprachliche Fehlkonstruktion. Nicht alles wird besser, nur weil man ein Partizip daraus macht. Manchmal wird Sprache dadurch einfach nur unbeholfen. Aber: Während über das richtige Wort gestritten wird, sterben Menschen am Drogenkonsum (egal ob aus Versehen oder durch Abhängigkeit), Mischintoxikationen und verunreinigten Substanzen.

    Ja, nennen wir das Kind beim Namen: Prävention, Aufklärung und der möglichst frühe Ausstieg aus der Sucht müssen im Mittelpunkt stehen. Darüber sollte man leidenschaftlich diskutieren. Aber wer glaubt, mit der Wahl zwischen „Drogentoten“, „Drogengebrauchenden“ oder „Drogenmissbrauchenden“ sei schon ein Beitrag zur Drogenpolitik geleistet, der betreibt eher Sprachkosmetik als Problemlösung.

    Und vielleicht ist genau das das größte Problem des Genderns: Selbst Menschen, die ihm grundsätzlich wohlwollend gegenüberstehen, rollen inzwischen nur noch mit den Augen, wenn Formulierungen der Sprache hörbar Gewalt antun. Wenn am Ende mehr über Grammatik als über die Toten gesprochen wird, hat man niemandem einen Gefallen getan.

  10. @Iche
    Sie bellen da den falsche Baum hinauf: Es war nicht ich, der die Genderdiskussion angefangen hat, die ich für ebenso deplaziert wie überflüssig halte. Deshalb mein Post…
    Aber bitte halten Sie unbedingt an „Eigenverantwortung, Verstand und Mühe“ fest! Es ist sehr gut zu sehen, wieviel davon in die Erstellung Ihres Posts geflossen ist. Ebenso wie Empathie…

  11. @Spatz: „Allerdings kann ich dir aus meiner Erfahrung mitteilen, dass diejenigen, die mit unregelmäßigen Verben klar kommen, auch das Gendern checken …“

    Und ich kann Dir aus sehr persönlicher Erfahrung (habe eine Migrantin geehelicht, die zuvor kein Wort Deutsch sprach) mitteilen, dass die deutsche Sprache ein Unzahl von Fallstricken hat und absolut keine Notwendigkeit besteht, derer noch mehr hinzuzufügen. Gab hier mal eine liebenswerte Kolumne einer Französin dazu.

  12. Geht es hier um die wichtigste und gebräuchlichste Droge in Deutschland, Alkohol? Oder geht es um Ablenkung von diesem Problem.
    Aber richtig, da wird nicht gegendert und damit ist es dann ja wohl harmlos, gell?

  13. @versteher
    Seit dem ersten Kommentar zu diesem Beitrag warte ich, überraschend lange, so langsam war ich schon enttäuscht und dann, endlich: Der Hinweis ALKOHOL! Merci dafür und Stößchen

  14. „Drogengebrauchende“ anstatt Drogensüchtige? Ich verweise auf die „Euphemismustretmühle“: „besagt, dass jedes beschönigende Hüllwort (Euphemismus) irgendwann durch Abwertung die negative Bedeutung seines Vorgängerausdrucks annehmen wird, solange sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht verändern. Häufig handelt es sich bei den betroffenen Ausdrücken um gesellschaftlich aufgeladene Begriffe. So werden etwa Minderheiten wiederholt mit neuen Wörtern benannt, um negative Assoziationen zu vermeiden. Am Ende „erbt“ aber jede neue Bezeichnung das negative Image des Vorgängerwortes.

  15. Wiedermal ne typische Stammtischrunde hier in den Kommentaren, buuuuuuh gendern buuuuuh ein neues Wort! Man könnte ja auch mal recherchieren, warum der offizielle Name dieses Gedenktages so lautet, warum zB der Begriff Drogensüchtige vermieden wird, usw. Aber das Thema ist vermutlich uninteressant, Hauptsache man kann wieder gegen die vermeintliche Sprachpolizei wettern. Und hier Menschen vorzuschieben, die deutsch als Fremdsprache lernen, ist ja mal ne ganz tolle Strategie. Warum sollte Drogengebrauchende schwieriger zu lernen/verstehen sein als Drogensüchtige?

  16. @Karl A.
    „Verstorbene Drogengebrauchende“ ergibt keinen Sinn und ist grammatikalisch falsch, weil jemand, der tot ist, im selben Moment nichts mehr gebrauchen. Auf das Partizip I wurde mehrfach verwiesen.
    Dann müsste es schon „Menschen, die an den Folgen von Drogenkonsum gestorben sind“ oder etwas ähnliches sein, passt halt auf kein Plakat.
    Wir werden uns hier noch Jahrzehnte dazu streiten – diejenigen, denen die Sprachlogik wichtiger ist mit denen, die Geschlechtergerechtigkeit und Entstigmatisierung in den Mittelpunkt stellen. Verstehen wir uns trotzdem ohne einander erziehen zu wollen?

  17. Jetzt muss ich noch mal nachfragen, nur zu meinem Verständnis: Sind Alkoholgebrauchende keine Drogengebrauchende? Denn irgendwie ist mir die Diskussion zu hoch. Also um es konkret zu machen. Darf ich an diesem Tag an meine verstorbene Freundin denken, die gern Alkohol gebraucht hat und deshalb vom Fahrrad gefallen ist und dann tot war?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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