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Carolabrücke: Ab Juni kann über die neuen Entwürfe abgestimmt werden

Der Startschuss für den Wiederaufbau der Carolabrücke rückt näher: Am Dienstag, dem 26. Mai, stellen vier Planungsbüros ihre Entwürfe vor. Ab dem 13. Juni haben Dresdnerinnen und Dresdner die Möglichkeit, die Vorschläge in einer Ausstellung zu begutachten, mit Fachleuten zu diskutieren und über carolaVOTE online abzustimmen. Das letzte Wort hat jedoch der Stadtrat.

Pressesprecher Daniel Heine, Baubürgermeister Stephan Kühn und Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts Simone Prüfer bei der Pressekonferenz zur Bürgerbeteiligung an der Carolabrücke – Foto: Jonasz Schulze
Pressesprecher Daniel Heine, Baubürgermeister Stephan Kühn und Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts Simone Prüfer bei der Pressekonferenz zur Bürgerbeteiligung an der Carolabrücke – Foto: Jonasz Schulze

Am kommenden Dienstag, 26. Mai, müssen die vier beauftragten Planungsteams ihre Vorentwürfe für den Wiederaufbau der Carolabrücke dem Begleitgremium und der Stadtverwaltung vorstellen. Parallel sollen auf der Stadtwebsite erste Visualisierungen und Statements der Büros veröffentlicht werden. Damit beginnt die nächste Phase eines Prozesses, der bereits im März mit einem gut besuchten Bürgerdialog im Stadtforum gestartet war. „Die Entscheidung über die neue Carolabrücke wird nicht hinter verschlossenen Türen getroffen, ganz im Gegenteil“, sagt Baubürgermeister Stephan Kühn. „Die Dresdnerinnen und Dresdner haben im Sommer die Möglichkeit, aktiv ihre Meinung einzubringen.“

Beim Dialogformat im März kamen hunderte Dresdnerinnen und Dresdner mit den Planungsteams ins Gespräch. Zentrale Themen waren die Einbindung der Brücke ins Stadtbild, Sichtbeziehungen zur Elbe sowie die Anbindung von Fuß- und Radverkehr. Viele dieser Hinweise sollen in die weitere Planung einfließen.

Ausstellung, Café und Online-Abstimmung

Die öffentliche Beteiligung startet am Sonnabend, dem 13. Juni, mit dem Offenen Rathaus im Stadtforum. In der AGORA im ersten Obergeschoss des Stadtforums, Waisenhausstraße 14, werden alle vier Entwürfe mit Visualisierungen und Modellen ausgestellt. Die Ausstellung ist bis zum 17. Juli montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht nötig.

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Begleitend dazu werden neun betreute Rundgänge angeboten, bei denen Fragen zu den Entwürfen beantwortet werden. Die Rundgänge finden jeweils von 15 bis 18 Uhr statt. Außerdem finden mittwochs vier sogenannte Brückencafés statt, bei denen Interessierte mit Fachleuten ins Gespräch kommen können: am 24. Juni zur Auswertung der Fachexpertensitzung, am 1. Juli zu Gestaltung und Stadtbild, am 8. Juli zu Anbindung und Verkehr, am 15. Juli zu Konstruktion und Ingenieurqualität, jeweils von 16 bis 18 Uhr.

Die Ansicht im Browser von carolaVOTE – Visualisierung: Landeshauptstadt Dresden

Parallel dazu startet am 13. Juni die Online-Abstimmung carolaVOTE. Bis zum 19. Juli können Bürgerinnen und Bürger die vier Entwürfe anhand einzelner Kriterien wie Gestaltung, Aufenthaltsqualität, Anbindung und Materialität bewerten und am Ende ein persönliches Ranking von Platz eins bis vier vergeben. Auch Schulen werden einbezogen: Im Rahmen einer Kinder- und Jugendbeteiligung beschäftigen sich Grundschulen sowie weiterführende Schulen noch vor den Sommerferien mit den Entwürfen.

Stadtrat entscheidet frei

Am 5. Juni befasst sich zunächst ein Fachexpertengremium unter Leitung von Professor Steffen Marx von der TU Dresden mit den Entwürfen. Das neunköpfige Gremium aus Architektinnen, Bauingenieurinnen und Denkmalpflegerinnen aus Deutschland, Österreich und Tschechien erarbeitet ein Ranking und stellt die Ergebnisse am 10. Juni im öffentlichen Teil des Bauausschusses vor.

Am 17. Juni können Bürgerinnen und Bürger die Planungsteams im Stadtforum direkt befragen. Anfang August werden die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in einer Pressekonferenz vorgestellt, bevor das Begleitgremium bis zum 18. August eine Empfehlung für den Stadtrat erarbeitet. Das Gremium setzt sich aus 26 Personen zusammen, darunter der Oberbürgermeister sowie Vertreterinnen und Vertreter aller neun Stadtratsfraktionen. Außerdem sind Abgesandte von Verbänden und Initiativen wie ADFC, BUND, NABU, Handwerkskammer und Architektenkammer vertreten.

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Den Abschluss macht der Stadtrat am 3. September. Kühn stellte klar, dass der Rat weder an das Votum der Bürgerschaft noch an die Empfehlung der Fachexperten gebunden ist. „Der Stadtrat ist in seiner Entscheidung frei“, sagte er. Dass alle vier Entwürfe beim Expertengremium durchfallen, könne er sich nicht vorstellen. Eine Weiterqualifizierung des gewählten Entwurfs könne der Stadtrat jedoch beauftragen. Nach aktuellem Planungsstand soll der Bau der neuen Carolabrücke ab Mai 2028 beginnen und 2031 abgeschlossen sein.

Carolabrücke vor dem Einsturz - Foto: Archiv Anton Launer
Vor dem Einsturz: Die Carolabrücke im Dresdner Stadtpanorama – Foto: Archiv Anton Launer

15 Kommentare

  1. Bürger:innen und Expert:innen dürfen sich äußern, am Ende entscheiden dann aber paar zufällig gerade jetzt gewählte Hanseln im Stadtrat völlig unabhängig von den geäußerten Hinweisen. Das klingt doch mal wieder nach gelebter Demokratie.

  2. @studi: Wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Willst Du eine direkt Demokratie, musst Du in die Schweiz ziehen. Ich denke, dass die „Hanseln“ die Umfrageergebnisse berücksichtigen, aber auch andere Faktoren, wie Kosten, Fertigstellung, etc.

  3. in china wäre die brücke schon längst fertig auch ohne die ganzen mimimi befindlichkeiten einzelner… fakt ist ne brücke muss her… fertig

  4. Da muss man noch nicht mal nach China schauen.

    Reichsbrücke Wien eingestürzt am 1. August 1976
    Die Bergung der Brücke war Ende Januar 1977 abgeschlossen.
    Fünf Wochen nach Einsturz war eine Ersatzbrücke für Straßenbahn fertiggestellt, im Dezember die für den Individualverkehr.

    Baubeginn der neuen Brücke im Januar 1978, Eröffnung Anfang Januar 1980…

    Dass das knapp 3,5 Jahre sind zwischen Einsturz und Neueröffnung kann sich ja jeder selbst ausrechnen und in Dresden wird 3,5 Jahre nach Einsturz gerade mal erst mit Bauen begonnen…

  5. Zur Vergleichbarkeit ein paar Daten:

    Reichsbrücke in Wien
    Einsturz am 1. August 1976
    Bergung der Brücke bis Januar 1977
    Wettbewerbsbeginn: Dezember 1976 – 31 Projekte mit 19 Planungsteams
    Wettbewerbsende: 17. Juni 1977
    Baubeginn: Januar 1978
    Eröffnung: 8. November 1980
    Eröffnung der U-Bahn-Linie 3. September 1982
    Quelle: Wikipedia

    Carolabrücke in Dresden
    Einsturz: 11. September
    Abriss der Brücke: 12. Septmber 2024 bis Mitte August 2025
    Beschluss zum Neubau: 19. Juni 2025
    Wettbewerb: Dezember 2025 bis Mai 2026
    angestrebter Baustart bis Mitte 2028
    angestrebte Fertigstellung bis 2031
    Quelle: Wikipedia

  6. @Anton: Da fehlt jetzt glaube bei den Wiener Daten das Detail, dass am 16. Oktober 1976 die Straßenbahn-Ersatzbrücke in Betrieb genommen wurde, im Dezember folgte die für den Individualverkehr. Ja, in Dresden hat man sich gegen eine Ersatzbrücke entschieden und unsere Abläufe (nicht nur bei der Carolabrücke und nicht nur in Dresden) sind nun mal so, wie sie sind, aber mittel- und langfristig muss sich daran zwingend etwas ändern. Die Welt um uns rum dreht sich deutlich schneller und da haben wir mit unserer Langschemlichkeit ein ernsthaftes Problem. Verbraucht sehr viele Ressourcen und erzeugt irre hohe Kosten. Könnte man wirklich sinnvoller einsetzen als für gefühlt unendliche Planungsphasen etc., ich sage nur Sanierung Königsbrücker Straße und es gibt viele weitere Fälle.

  7. PS: Und was leider auch ein Problem ist, dass einmal getroffene Entscheidungen immer und immer wieder diskutiert und in Frage gestellt werden. Da werden dann neue Strategien gesucht oder man geht juristisch gegen vor. Werden wir in Kürze ganz sicher auch bei der Carolabrücke erleben, da braucht man kein Hellseher sein. Meinereiner hat sich damals die gesamte Stadtratssitzung im Livestream angeschaut und ich bin 100% davon überzeugt, dass es sehr demokratisch entschieden wurde, dass es auch zukünfig vier Autospuren geben soll. Und damit ist das Thema für mich auch durch. So war es auch beim Bürgerentscheid 2005, wo ich übrigens gegen die WSB gestimmt habe. War dann aber auch erledigt, die Mehrheit wollte es so. Diesmal hat dies der Stadtrat mehrheitlich entschieden.

  8. @Tickerkommentierende Person.
    Die (dritte) Reichsbrücke hatte Errichtungskosten von 914 Mio, Schilling (damals 66 Mio. Euro – heute 239 Mio. Euro). 23 Jahre nach Eröffnung (2003 bis 2005) wurde die Brücke für damals 30 Mio. Euro (heute 55 Mio. Euro) instand gesetzt und umgebaut. Klingt nicht besonders clever, eine wenn auch schnell errichtete Brücke nach 2 Jahrzehnten für die Hälfte der Baukosten umzubauen.

  9. Ist schon wieder alles so schrecklich hier, nichts funktioniert, alles geht den Bach hinunter. Hilfe ich habe Angst vor diesen Meckerheinis.

  10. @Stefan E. Dann bitte noch hinzufügen, dass für die Ersatzbrücken das Bundesheer tätig wurde, während wir in Dresden noch nicht mal Bundesfördermittel bekommen.

  11. @anton erstens ist gyöngyi n weiblicher ungarischer name und zweitens warst du bestimmt schon oft in china um so ein quatsch behaupten zu können…. oder wird hier ganz journalistisch nur der westliche anti ost trip nachgelabert…. warscheinlich letzteres…

  12. Liebe gyöngyi, es tut mir leid, aber die Art, wie du hier und unter anderen Beiträgen kommentiertest, ließ mich annehmen, dass Du eher männlich gelesen werden möchtest. Ebenso tut mir leid, dass Du die Grenzen der Meinungsfreiheit in China als „westlichen anti ost trip“ ansiehst. Sicher wirst Du Deine eigenen Erfahrungen gemacht haben und es daher genauer wissen. Nein, ich war nicht dort, mir reichen Berichte von entsprechenden Medien, denen ich vertraue in Verbindung mit Erfahrung, die ich in einem ähnlich autoritär geführten Regime hierzulande vor ein paar Jahrzehnten sammeln konnte.

  13. @gyöngyi… dagen wir mal so. wenn Dein Haus, oder das Deiner Vorfahren eben auf der Trasse einer mal schnell zu bauenden Autobahn oder Eisenbahnstrecke, Olympiahalle, etc. (Beispiel egal) liegt, wird es in China eben auch schnell dort gelegen haben und Du kannst zusehen, wie Du klarkommst. Wenn Du das besser findest, kann auch schneller gebaut werden… willkommen im Reich der Mitte. Ich sehe die Planungsphasen hierzulande auch kritisch, aber unter chinesischen Bedingungen möchte ich sicher nicht leben. Da halte ich manches lieber aus. Die Brücke wird schon kommen..;-)

  14. Ich dachte hier wird man mittlerweile geschlechterneutral und nicht mehr weiblich oder männlich gelesen – aber ich kenne mich mit diesem modernen Zeug auch nicht so aus. Auch wenn es dafür mittlerweile zu spät ist aber mir will der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass wir die Brücke einfach nicht mehr aufbauen. Man könnte das Geld sparen oder anderweitig investieren. Der hässliche Parkplatz auf der Altstadtseite könnte verschwinden, man könnte auf den freien Flächen viel Grün anpflanzen, dich nicht mehr notwendigen Zufahrtswege reduzieren, hier die Flächen dann auch für mehr Grün oder sozialen und kommerziellen Wohnungsbau nutzen. Das Stadtbild wirkt ohne das Betonmonster im Ostblock-Design viel schöner. Und um auf die Radfahrer einzugehen, ich könnte mich sogar hinreißen lassen eine reine Fußgänger/ Radfahrerbrücke zu unterstützen. Vielleicht im historischen Design aus Stahl oder so modern und filigran, dass sie nicht auffällt. Sowas wäre schneller fertig und weniger kostenintensiv.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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