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Stauffenbergallee fertig (fast)

Seit rund zwei Jahren prägt sie den Alltag der Anwohnenden: die Großbaustelle auf der Stauffenbergallee. Ende Juni soll der westliche Abschnitt zwischen Rudolf-Leonhard-Straße und Hammerweg endlich wieder voll befahrbar sein. Am Mittwoch zogen Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) und Straßenbauamtsleiterin Simone Prüfer Bilanz – und die hat zwei Gesichter.

Bald ist Schluss mit Tempo 30 auf der Stauffenbergallee - Foto: Anton Launer
Bald ist Schluss mit Tempo 30 auf der Stauffenbergallee – Foto: Anton Launer

Das eine Gesicht: Was fertig ist, kann sich sehen lassen. Das berüchtigte Großpflaster, das die Straße zur inoffiziellen „Stoßdämpferteststrecke Dresdens“ gemacht hatte, ist Geschichte. Asphalt liegt jetzt, die Lärmbelastung für die Anwohnenden des wichtigen Autobahnzubringers ist erheblich gesunken. Dazu kommen erneuerte Gehwege, 27 frisch gepflanzte Spitzahorn-Bäume, ein gemeinsamer Geh- und Radweg auf der Südseite, ein Radfahrschutzstreifen im Norden und neue LED-Straßenbeleuchtung. Bis Ende Juni folgen noch drei weitere Querungshilfen – an der Polizei, am Reiterberg und an der Treppenanlage zur Hartmut-Dost-Straße.

Nagelneuer Radweg in Richtung Hammerweg. Foto: Anton Launer
Nagelneuer Radweg in Richtung Hammerweg. Foto: Anton Launer

Das andere Gesicht: Die Baustelle hat deutlich länger gedauert und deutlich mehr gekostet als geplant. Statt 2,5 Millionen Euro werden am Ende rund 4,5 Millionen fällig. Die Bauzeit verlängerte sich um sieben Monate. Als Begründung nennt die Verwaltung unerwartete Probleme im Untergrund: An der Kreuzung zum Hammerweg wichen Lage und Tiefe vorhandener Leitungen von den Plänen ab, der Unterbau der Fahrbahn erwies sich als uneinheitlich. Dieser zusätzliche – teilweise nicht vorhersehbare – Aufwand sowie allgemeine Kostensteigerungen seien der Grund für die gestiegenen Gesamtkosten. Immerhin: Rund eine Million Euro der Gesamtkosten trägt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr als Förderung für die neuen Radverkehrsanlagen.

Bauamtsleiterin Simone Prüfer und Baubürgermeister Stephan Kühn - Foto: Anton Launer
Bauamtsleiterin Simone Prüfer und Baubürgermeister Stephan Kühn – Foto: Anton Launer

Die ursprünglich vorgesehenen barrierefreien Bushaltestellen wurden nicht errichtet, da es aktuell kein Linienkonzept mit einer Streckenführung über die Stauffenbergallee gibt.

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Wie geht es weiter?

Einen Anschluss an den nächsten Bauabschnitt gibt es frühestens 2029. Dann, so die Hoffnung, ist auch die Sanierung der Königsbrücker Straße abgeschlossen – und die Deutsche Bahn will an der Stauffenbergallee die S-Bahn-Station Olbrichtplatz bauen. Kühn möchte die Gelegenheit nutzen, um auch den Abschnitt zwischen Rudolf-Leonhard- und Königsbrücker Straße zu erneuern.

Für den Abschnitt zwischen Hammerweg und Radeburger Straße gibt es noch keinen Zeitplan. Der sei „erst mittelfristig“ angedacht, so Kühn – ohne konkretes Datum. Dort wäre sogar Grundstückserwerb notwendig.

An der Kreuzung zum Hammerweg gab es die größten Probleme - Foto: Anton Launer
An der Kreuzung zum Hammerweg gab es die größten Probleme – Foto: Anton Launer

19 Kommentare

  1. Bürgermeister Kühn wird sich schon um eine Anschlußverwertung umschauen, und dann eventuell ganz husch woanders sein. Die Dienstzeit läuft nur noch „Monate“. Leider, seine Ausrichtung ist vollkommen richtig, praktische Umsetzungskompetenz bleibt wie gewohnt unklar. Aber was soll so jemand in einem Nest wie diesem hier, mit solchen spätbarocken Zuständen. Schon Lamontain ist nach kurzer Zeit schwer enttäuscht davongelaufen.

  2. Da bin ich doch mal gespannt, wann die S-Bahn-Station Olbrichtplatz eröffnet wird. Hat dann auf jeden Fall schonmal über 111 Jahre gedauert, wobei es mittlerweile wohl nicht mehr damit getan sein wird, nur noch den Bahnsteig fertigzustellen. Bevor der Zugangstunnel verfüllt wurde, sah er ja auch schon nicht mehr so schön aus. Der Tunnel hat damals 3.062 Mark gekostet, vermute mal, viel teurer wird es jetzt auch nicht werden ;-)

  3. Zu Beginn der Sanierung hieß es, „nur schnell eine Asphaltdecke oben drauf und grundhaft erneuern erst nach der Königsbrücker“. Jetzt wurde aber doch viel mehr getan. Ist das nun die komplette Sanierung gewesen?

  4. Eine S-Bahn Station ist ja ein guter Gedanke, wäre es jedoch nicht erstmal sinnvoll die westliche Staufenbergallee mit Busen an das ÖPNV Netz anzuschließen? Die nächsten Haltestellen sind ja doch etwas entfernt…

  5. @Amin
    Wenn der S-Bahn-Halt kommt, dann wird es unter der Brücke eine Bushaltestelle geben. Ob damit dann die bestehende Haltestelle oben an der Kreuzung mit der Königsbrücker entfällt, weiß ich aber nicht.

  6. Den S-Bahn-Halt hätte es schon längst geben können, als man mal vor Jahren die Brücke erneuert hat, aber auf die Idee, das dann in einem Rutsch zu erledigen, kam halt anscheinend niemand.

  7. @Tickerkommentierender Leser: Mr. Oberschlau. Der S-Bahn-Halt ist schon seit vielen Jahren in der Planung. Die Brücke wurde vor Jahren auch nicht erneuert, sondern durch eine temporäre Behelfsbrücke aus der Brückenwerkstatt Dresden ersetzt. Die eigentliche Brücke hätte die Zeit bis zum Baubeginn nicht mehr durchgehalten. Da es sich beim Bau des Bahn-Halts um eine komplexe, zeitaufwendige Maßnahme handelt, bei der auch diverse Stützwände zur Stauffenbergallee erneuert werden müssen, bedingt es ein Planfeststellungsverfahren. Anders als beim Brückenüberbautausch braucht es für den Bau mehrere Monate, wärend der die Stauffenberallee dort dicht ist (und es leistungsfähiger Umleitungen bedarf). Mit einem populistischen „Einfach mal machen“ ist es hier nicht getan!

  8. Kühnes Stückelwerks erster Akt ist abgeschlossen. Dachte auch, das es nur provisorisch erneuert werden sollte. Aber vielleicht war da noch was grünes kleingeschriebenes dabei. Man weis es nicht mehr. Die beiden Menschen auf dem Bild freuen sich aber. Das ist doch die Hauptsache. Naja, das lange Mittelstück wurde ja schon mal vollbracht. Radweg 3 Meter in der Breite?

  9. @TomDD: Es war 2022 bei der Vorstellung der Projektes von Instandsetzung die Rede und dass eine grundhafte Sanierung erst nach der Königsbrückerfertigstellung erfolgen soll. Der Rad-/Fußweg (stadteinwärts) ist drei Meter breit, der Radweg (stadtauswärts) schmaler.

  10. @Mal Nachgedacht: „Der S-Bahn-Halt ist schon seit vielen Jahren in der Planung.“ klingt erstmal unspektakulär, aber meint hier über 100 Jahre ;-) Natürlich haben die heutigen Planungen nichts mehr mit dem zu tun, was man 1915 und in den Jahren davor angefangen hat, aber irgendwie ist es schon kurios. Da haben unsere Vorvorfahren einen Haltepunkt Albertstadt für sinnvoll gehalten, dann vergehen über 100 Jahre und schwupps, schon geht es dann (hoffentlich bald) endlich los. Und ja, was Du schreibst, ist völlig richtig, heute wird da nicht einfach losgebaut, sondern es gibt bestimmte Abläufe einzuhalten und die werden wohl noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Zugegeben, wenn ich auf der DB-Website zum Bauprojekt Dresden-Albertstadt lese, dass da wohl jetzt erstmal bis 2028 ein Planrechtsverfahren läuft, klingt es auch nicht gerade nach Eilzugtempo und danach wird ja auch nicht gleich der erste Spatenstich erfolgen. Nunja, so ist es heute wohl leider und es bleibt zu hoffen, dass wir da irgendwann mal wieder zügigere Abläufe finden. Im konkreten Fall hier kommt es aber jetzt auch nicht mehr auf die paar Jahre an, da ja schon vor über hundert Jahren angefangen wurde mit der Planung. Und irgendwann wird dann aus dem Geisterhaltepunkt ein richtiger Haltepunkt :-)

  11. @Anton: ich möchte ja nicht meine Glaskugel herausholen, aber diese Straße wird die nächste 30 Jahre nicht weiter saniert. Die beiden Außenstücke bekommen noch ne neue Schicht und das war’s gewesen. Und immer bist das Geld schuld.

  12. Lieber TomDD, das ist wahrscheinlich so. Es sei denn, die darunter liegenden Leitungen geben vorher nach. Andererseits sind sie nun mit dem neuen Asphaltbett auch weniger Erschütterungen ausgesetzt. Nach meinem laienhaften Verständnis war die Instandsetzung statt grundhafter Erneuerung eine sinnvolle Lösung. Ich frage mich, wieso frühere Baubürgermeister da nicht drauf gekommen sind. Schon vor elf Jahren hatte ein gewisser Holger Zastrow (seinerzeit noch FDP) auf den Missstand aufmerksam gemacht, damaliger Baubürgermeister war Jörn Marx (CDU). (Neustadt-Geflüster vom Mai 2015)

    @Stefan E.: Danke für den Link zur Bahn-Plan-Seite. Die Behelfsbrücken feiert ja dann schon Zehnjähriges. Übrigens von der Neustädter Brückenwerkstatt gebaut, die nächstes Jahr hoffentlich ein richtig rundes Jubiläum feiert.

  13. @Anton: danke dir. So ist es nun mal mit der Entscheidung im Stadtrat. Alles auf verschleiß konzipiert. Auch das wurde aus den alten Bundesländern übernommen. Geld abziehen und nichts investieren. Das Ergebnis sieht man jeden Tag in der Stadt und im ganzen Land. Klacken nicht auch die Strommasten im Güterbahnhof zusammen? Brücke Budapester Straße?

  14. endlich ist die Stauffenbergallee fertig. Das freut mich sehr. Endlich hat die zum Teil schwierige Suche nach einem Parkplatz ein Ende. Wie ich leider erfahren musste, wird die Stauffenbergallee nicht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Was soll den das. Es würde sich hier sicher lohnen, wenn man bedenkt daß es hier zahlreiche Firmen gibt. Das ist einfach Mist. Also fahren die Leute mit ihren PKW zur Arbeit. Anstatt einen Bus ein zu binden, werden rießige Fahrradwege installiert die im nirgendwo enden. Und wer kümmert sich eigentlich um die neuen kleinen Ahormbäume, wenn die Sommer lang und heiß sind.? vielleicht fährt doch Mal ein Bus hier entlang.

  15. Lieber E.Förster: Die Radwege würden die Buslinie nicht verhindern. Das liegt eher am knappen Stadtsäckel und an der schlechten Gegenfinanzierung des öffentlichen Nahverkehrs (siehe Deutschlandticket) bei der die Kommune auf dem größten Teil der Kosten sitzen bleibt. Für die Ahornbäume gibt es einen Gießdienst des Grünflächenamtes. Anwohnende können aber gern beim Wässern unterstützen.

  16. @E. Förster: Welche Bereiche auf der Stauffenbergallee sind über den ÖPNV nicht erreichbar? Auf dem östlichen Teil fährt ja eine Buslinie, nur auf dem Bereich zwischen Rudolf-Leonhard-Straße und Hammerweg nicht. Auf den beiden vorgenannten Straßen sind Haltestellen und parallel zur Stauffi verkehrt der Bus auf der Hechtstraße. Und mal einige hundert Meter zu Fuß sind ja so schlimm nicht, wird auch in ganz vielen anderen Gebieten von Dresden völlig normal sein. Unabhängig davon wäre auch die Frage, von wo nach wo eine solche Buslinie da überhaupt fahren soll. Kann die DVB gut verstehen, wenn man da keine Planung für eine solche Linie hat. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis dürfte da extrem problematisch sein.

  17. Echt jetzt?, hat das ASA einen Gießdienst? Schön wär’s, wer ist es denn genau? Ich denke, es sind die ganz regulären GärtnerInnen des EB ZTD, die das ANSTELLE anderer wichtiger Arbeiten eben machen müssen. Bei Neupflanzungen ist meist ein dreijähriger Pflegeturnus der Pflanzfirma festgeschrieben.
    Und ein Busbetrieb da oben lohnt sich offenbar auch nicht, weil viele Angestellte der Behörden eh aus dem Umland anreisen, also per Auto. Die kommen auch alle zum selben Zeitpunkt früh, und rollen synchron nachmittag wieder ab. Da reichte ein Bus früh und einer nm. So viel im Umfeld ist da ja auch nicht, weitere Linienziele sind kaum da bzw lukrativ, dann schon eher unten im Tale bleiben und die Wohngebiete mit den Alltagszielen verbinden, wie es jetzt ist.

  18. Der Flaschenhals der Stauffenbergallee zwischen Hammerweg und Radeburger Straße muss zeitnah beseitigt werden ( also 4 spurig plus separate Radwege )
    Nur dann wäre ein funktionierender Zu- und Abfluss zur Autobahn gewährleistet.
    Das ist eine elende Staufalle dazu die viel zu kurze Grünphase an der Kreuzung Stauffenbergallee / Radeburger Straße!

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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