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Mögliche Evakuierung wegen Bombenfunden

Beim Abriss der Carolabrücke im Jahr 2025 wurden mehrere Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Vor dem geplanten Wiederaufbau hat nun eine Fachfirma das künftige Baufeld gründlich auf mögliche Kampfmittel untersucht. Möglicherweise muss am Dienstag oder Mittwoch ein Gebiet im Umkreis von rund einem Kilometer um die ehemalige Brücke evakuiert werden.

Unterhalb der Widerlager der ehemaligen Carolabrücke wurden zwei mögliche Bomben gefunden. Foto: Anton Launer
Unterhalb der Widerlager der ehemaligen Carolabrücke wurden zwei mögliche Bomben gefunden. Foto: Anton Launer

Zwei Verdachtspunkte werden geöffnet

Die Dresdner Bohrgesellschaft hat das rund 11.000 Quadratmeter große Areal von der Elbe bis zum Brückenwiderlager untersucht. „Wir haben 5.700 Bohrungen vorgenommen und so das Gelände bis in eine Tiefe von sechs Metern sondiert“, berichtet Räumstellenleiter Sebastian Liers. Dabei wird mit einer kleinen Sonde der Boden gewissermaßen abgehorcht.

Die meisten der insgesamt 31 auffälligen Stellen konnten als unkritisch eingestuft werden. An zwei Punkten ergab sich jedoch ein Verdacht, dass dort eine alte Weltkriegsbombe liegen könnte. „Die Objekte liegen einmal in 2,70 Metern und einmal in 3,50 Metern Tiefe. Es handelt sich entweder um große Rohre oder eben Bomben“, sagt Liers.

Räumstellenleiter Sebastian Liers von der Dresdner Bohrgesellschaft - Foto: Florian Varga
Räumstellenleiter Sebastian Liers von der Dresdner Bohrgesellschaft – Foto: Florian Varga

Am kommenden Dienstag sollen die beiden Stellen vorsichtig geöffnet werden. Dafür wird der Bereich um die Fundorte abgesperrt. Der Elberadweg und auch die Elbe sind an diesem Tag ab 16 Uhr gesperrt. Die Staatskanzlei sowie die Ministerien für Kultus und Finanzen schließen bereits um 15 Uhr. Zudem gilt im Umkreis ein Drohnenflugverbot.

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Je nach Lage sind drei Szenarien möglich, sagt Feuerwehrsprecher Michael Klahre. Handelt es sich lediglich um Rohre, kann die Sperrung sofort wieder aufgehoben werden und eine Evakuierung ist nicht notwendig. Im schlimmsten Fall müsste das Gebiet jedoch umgehend geräumt werden – oder am Folgetag, Mittwoch, dem 11. März.

Stadt, Feuerwehr, Polizei und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bereiten sich auf alle drei Szenarien vor. Polizeisprecher Thomas Geithner sagt, dass im Fall einer Evakuierung erneut rund 18.000 Menschen betroffen wären. Der mögliche Bereich erstreckt sich von der Marienbrücke bis zum Rosengarten auf der Neustädter Seite und wird im Norden durch die Bautzner Straße begrenzt.

DVB-Sprecher Falk Lösch betont, dass dann sämtliche Linien über die Marienbrücke geführt werden müssten. Außerdem stellen die DVB Shuttlebusse und Straßenbahnen zu Notunterkünften bereit.

Die Stadtverwaltung hat ein Bürger-Infotelefon (0351 4887666) eingerichtet und informiert unter www.dresden.de/bombe
fortlaufend über den aktuellen Stand der Maßnahmen.

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Elberadweg zeitweise gesperrt

Der Elberadweg ist im Bereich der Baustelle derzeit gesperrt. Ab Freitag, 6. März 2026, 14 Uhr, wird der Weg für das Wochenende geöffnet. Ab Montag, 9. März 2026, 6.30 Uhr, folgt erneut eine Sperrung für die kommende Woche.

Information am Abend des 10. März

Die Stadt informiert noch am Abend des 10. März über das Ergebnis der Untersuchung. Sollte eine Evakuierung notwendig sein, veröffentlicht die Stadt entsprechende Hinweise unter www.dresden.de/bombe
sowie über die Social-Media-Kanäle der Landeshauptstadt und der Feuerwehr Dresden.

Auch Warn-Apps, die an das Modulare Warnsystem des Bundes angeschlossen sind, kommen zum Einsatz. Bei einer sofortigen Evakuierung aktiviert die Stadt zusätzlich das Sirenenwarnsystem.

Am Dienstag wird es ernst für die Männer vom Kampfmittelräumdienst. Foto: Florian Varga
Am Dienstag wird es ernst für die Männer vom Kampfmittelräumdienst. Foto: Florian Varga

Evakuierungsradius bleibt bei 1.000 Metern

Der geplante Evakuierungsradius von 1.000 Metern bleibt bestehen. An der Kreuzung Güntzstraße und Pillnitzer Straße hat die Stadt den Bereich geringfügig angepasst.

Falls eine Evakuierung nötig wird, richtet die Stadt eine Notunterkunft in der Messe Dresden ein. Über Umleitungen im Evakuierungszeitraum informieren die Dresdner Verkehrsbetriebe gesondert. Notunterkunft und Haltestellen werden dann im Themenstadtplan unter www.dresden.de/themenstadtplan
verzeichnet sein.

6 Kommentare

  1. Bisher kann sich auf meine Anfrage in dem letzten Beitrag offenbar niemand daran erinnern, welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden, als die Carolabrücke in den 70 er-Jahren gebaut wurde.
    Wurden da auch so viele Blindgänger mit Evakuierungsnotwendigkeit gefunden? Handelt es sich um den Rest oder hat man damals einfach drumherum gebaut? Welche technischen Möglichkeiten gab es und hat man in Kauf nehmen müssen, dass eines dieser Dinge unkontrolliert explodiert?

  2. Hallo Rosel, mir sind keine Berichte über Bombenfunde während des Baus der Carolabrücke in den Jahren 1967 bis 1971 bekannt, noch könnte ich sagen, wie in der damaligen Zeit mit eventuellen Bombenfunden umgegangen wurde. Zuständig war seinerzeit der Munitionsbergungsdienst der Deutschen Volkspolizei.

  3. Liebe Rosel, der Bau der Brücke starterte 1967. Zu der Zeit gab es die heutigen Möglichkeiten der Sondierungstechnik noch gar nicht. Auch die Dokumentationen der Bombenabwürfe durch die Allierten waren damals, entgegen heute, nicht verfügbar und wurden seinerzeit vom Klassenfeind nicht zur Verfügung gestellt (kalter Krieg). Die hätten aber vermutlich eh nicht viel gebracht, da die Innenstadt flächendeckend bombardiert wurde. Warum Du bisher keine Antwort auf Deine Fragen erhalten hast, liegt möglicherweise daran, das Bombenfunde in dieser Stadt keine Seltenheit sind. Die Bomben sind halt da, gefühlt schon immer und immer wieder. Es ist ein Stück weit Normalität für Dresden, in der Vergangenheit und Heute. Die Stadt wurde nach 1945 praktisch auf Blindgängern wieder aufgebaut. So ist es eben… und regt Niemanden
    wirklich auf.

  4. @Rosel
    Natürlich wird man damals beim Bau auch Bomben gefunden haben. Leider ist die DDR Regierung damit nicht sehr transparent umgegangen, weshalb es kaum Dokumentation darüber gibt. Auch die Möglichkeiten der Sondierung waren eingeschränkt.
    Man muss aber auch beachten, dass nicht alle Bomben die beim Abriss gefunden werden notwendigerweise seit dem Aufbau dort liegen. Das können durchaus auch Bomben sein, die damals viel weiter flussauf lagen. Ein Flussbett ist nicht statisch und über Jahrzehnte konstanter Strömung und vor allem Hochwasser bewegen sich auch mal zentnerschwere Gegenstände

  5. @Rösel näturlich wurden damals auch schon Blindgänger gefunden.
    Es wurde am 18. Mai 1967 bereits der erste Blindgänger (britische 250-Kilo-Bombe) beim Bau der (2.) Carolabrücke gefunden. Man war darauf vorbereitet Blindgänger zu finden. Wie groß und ob es einen Sperrbereich gab weiß ich aktuell nicht.
    Als letztes Jahr gab es einen Artikel in der SZ darüber. Müsste man mal das Internet befragen.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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