Ein Hauch von Pink, ein Hauch Streetart, viele gemütliche Stühle und Tische, ein wiederbefreiter Tresen – dazu selbstgemachte vegetarische Küche. Kurz: Es hat „Bloom“ gemacht auf der Görlitzer Straße.

Wo einst vor grauen Urzeiten Anne mit dem ReiterIn die gastronomische Kultur belebte, sind nun drei junge Leute aus der Ukraine eingezogen. Am Freitag, 27. Februar, wird ab 17 Uhr Eröffnung gefeiert.
Bloom (zu deutsch: blühen) – das sind Aliesia im Service sowie Denys und Arkadii in der Küche. Die drei strahlen um die Wette und sind froh, endlich starten zu können. Eigentlich war der Auftakt schon im Januar geplant, doch die bürokratischen Wege sind lang.
Aliesia führt durch das Kneipchen, durch den Nebenraum geht es in den Sommergarten. „Siehst Du die Lampe?“, fragt sie und zeigt auf ein zitterndes, vielfingrig leuchtendes Etwas an der Decke. Gefunden hat sie es auf dem Trödelmarkt. Neben pinken Akzenten fallen vor allem die Wandgemälde ins Auge, geschaffen von der Kiewerin Myroslava Shevchenko.
Denys zeigt auf den Tresen, der in bunten Farben schillert. Zu seligen ReiterIn-Zeiten war der aus einem alten Striesener Kachelofen entstanden. Später wurden die Fliesen hinter einer Verkleidung versteckt. „Den haben wir jetzt wieder freigelegt“, sagt der Küchen-Chef.

„Wir machen alles selbst“, sagt er. Das reicht vom Brotbacken über die Soßen bis hin zum Fermentieren. Ein Blick in die Karte: Ravioli mit fermentiertem Fenchel und Champignons, serviert in Spinat-Weißwein-Zitronensauce mit Parmesan, frischem Fenchel und Mandeln (19 Euro). Oder Gemüse-Pasta mit rotem Pesto, gegrillter Paprika, fermentierter Pflaume, weißen Bohnen, Chiliöl und Nuss-Parmesan (15 Euro). Fleisch oder Fisch gibt es nicht – ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte. Damit knüpfen sie an die Tradition des Scheune-Cafés an.
Auch eine andere Tradition soll fortgeführt werden: Frühstück. „Zu Anfang aber nur am Wochenende – mal sehen, wie es sich entwickelt“, sagt Aliesia. Man könne übrigens auch einfach auf ein Bier oder einen Cocktail vorbeikommen, denn das „Bloom“ versteht sich nicht als lupenreines Restaurant.

Bloom
- Görlitzer Straße 20, 01099 Dresden
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 16 bis 22 Uhr, Sonnabend 9 bis 23 Uhr, Sonntag 9 bis 22 Uhr
- Telefon: 0174 6769152
- Tisch reservieren
Geschichte des Lokals
Um die Jahrtausendwende zog hier das „ReiterIn“ ein, es schloss 2010. Im selben Jahr zog dann doch keine U-Bahn-Station, sondern das Hierschönessen ein. Das wurde dann 2018 von der Scheune-Gastronomie übernommen und verwandelte sich 2021 in das Scheune-Café (das wegen Umbau des Kulturhauses ja geschlossen wurde). 2025 zog das Scheune-Café zwar nicht in die Scheune, aber immerhin in die Nähe.















Kleine Korrektur: die Kacheln vom Tresen waren nicht zu Reiter-Zeiten der Kachelofen dort. Die stammen aus nem Abriss in Striesen und sind schon von Susanna (die den Reiter begonnen hat und später an Anne übergeben) als Tresen hingebaut worden.
Einen Kachelofen gabs im allerersten Reiter Kamenzer/Sebnitzer, der ist aber nicht mitgewandert.
Viel Erfolg – bin sehr gespannt
Hallo Michel, danke für die Ergänzung, habe das mal angepasst. Ich hab da ’ne Reiter-Geschichtslücke. Weißt Du, wann Susanna vom Stadtteilhaus in die Görlitzer umgezogen ist? Alter Reiter-Kachelofen hier übrigens rechts im Bild.