Erinnert ihr euch noch an den stillen Streetart-Künstler, mit Hut und farbbespritzter Latzhose, der bei Wind und Wetter auf seiner Leiter stand und unter anderem die Wände am „Pawlow“, an der Seifhennersdorfer Straße, am Drewag-Häuschen hinterm Alaunpark mit seinen fantastischen Bildern belebte?

Hillel Eflal war vor einigen Jahren mit seinem Fahrrad in der Türkei losgefahren und dann in der Neustadt hängen geblieben. In diesem bunten Viertel fand er eine Atmosphäre, in der er sich wohlfühlte – und schenkte uns seine farbenfrohen mystischen Wandbilder – selten dafür bezahlt und von der Hand in den Mund lebend.
Hillel ist nicht nur ein begnadeter Muralpainter und Musiker, sondern auch ein aufrechter Mann, der den Kriegsdienst in Israel ablehnte und ein großes Herz für die Palästinenser hat.

Vor kurzem fuhr er in seine alte Heimat Israel zurück, in der Gewissheit, nach Dresden zurückzukehren, um hier weiterzumalen. Doch er wird nicht wiederkommen und uns auch nichts mehr schenken. In letzter Zeit haben kleinherzige Vandalen begonnen, seine Werke zu zerstören.
Im Schutz der Dunkelheit, sich an Bildern eines Künstlers zu vergreifen, statt mutig und offen den Protest gegen missliche Zustände in der Welt dorthin zu tragen, wo die Verursacher agieren – das ist kein Zeichen von Courage.

In der Welt der Streetart gibt es einen ungeschriebenen Ehrenkodex: das sogenannte „Crossing“ – das Übermalen eines fremden Werkes – ist nur demjenigen erlaubt, der größere Fähigkeiten besitzt als sein Vorgänger. Anderenfalls gilt es schlicht als verpönt. Von diesem Kodex haben die amateurhaften Zerstörer offenbar noch nie gehört.
Mir fallen da nur folgende Worte ein: erbärmlich und feige.
Ein Gastbeitrag von Karen Gäbler. Die Bilder von Hillel Eflal sind auf seinem Instagram-Kanal zu sehen.
Anmerkung der Redaktion
Crossing gibt’s in der Graffiti-Szene in der Neustadt auch schon eine längere Zeit. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl die Friedhofsmauer an der Friedensstraße. Aber auch das über Jahre unbeschädigt Wandbild an der Schule auf der Görlitzer Straße wurde vor Kurzem mit nur schwer zu deutenden Schriftzüge übersprüht.


















So schade und unendlich dumm
mimimi, gentrifizieri
Niemand hat irgendwelche Blogschreiberlinge um ein Kommentar oder Bewertung zur Graffitiszene gebeten. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Kresse halten. Aufträge haben nichts mit der Szene zu tun, es sind Aufträge – Anti-Graffiti-Schutz für Hausbesitzer*innen …
Da wo Menschen sind wird es immer Zerstörung geben. Der Mensch ist ein Parasit und zerstört überall wo man ihm die Möglichkeit gibt. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir da keine Ausnahme sind. Es liegt an uns allen unsere Umwelt so zu gestalten, dass (andere) Parasiten weniger Angriffspunkte haben und nicht zu sehr an jeder individuellen Schönheit hängen, sondern kontinuierlich weiter an unserem Lebensraum arbeiten. Wir können nicht nur auf die Hillel Elfas der Welt warten.
zu GraffitiExEx: im Beitrag kommt das Wort Graffiti nicht vor. Sondern das Wort Streetart. Zufälligerweise weiß ich, dass beide Wandmalereien, die hier oben im Bild zu sehen sind, keine Auftragsarbeiten sind. Mir geht es auf den Geist, dass reine Lust am Zerstören mit angeblich politscher Haltung (Kampf gegen Gentrifizierung) gerechtfertigt wird und Werke von Künstlern zerstört werden. Das ist nicht politisch, dass ist einfach Freude am Kaputtmachen ohne selbst was zu leisten (weder künstlerisch noch politisch noch sozial). Das braucht man nicht zu rechtfertigen. Mit dieser Aktion haben die Schmierfinken nicht die Hausbesitzer oder reichen Mieter vertrieben, sondern einen mittellosen Künstler aus einem anderen Land.
@Graftitiexex, und was ist das Problem an einem Auftrag?
Die Wand sah ohne das Anbringen von von drei Buchstaben und vier Wörtern besser aus.
ich finde es schade, dass sich einzelne das Recht rausnehmen, die stundenlange Arbeit von Menschen zu zerstören.
GraffitiExEx, naja, nun ja, eher nicht. Ein Haufen von Edding- und Lackdosenfetischisten bildet noch längst keine „Szene“. Naja, nun ja, eher nicht.
@Clara Nehberg
Noch mehr moralisch aufladen kann man Wandfarbe nicht? Sorry, aber wenn hier Jahrgang `75 Künstlerin Graffitisprüher*innen als „erbärmlich und feige“ labelt, dann zeigt das wieder einmal, dass Kultur in Dresden ein altertümlicher Witz ist. Für viele Jugendliche, ob politisch oder nicht, ist Graffiti ein Ding. Denen ist sicher egal ob die ästhetische Auffassung von Streetart hier irgendwelche Bürgies schnappatmen lässt. Denn Nachts rausgehen und Repression in Kauf nehmen hat nichts mit Feigheit zu tun. Hingegen so ein Artikel an Erbärmlichkeit zum Himmel stinkt …
Dresden Neustadt bleibt dreckig.
Oho, vielen Dank, dass die Thematik hier mal aufgriffen wird. Die Verunstaltung dieses tollen Werks, ich habe dessen Entstehung mit meinen Kindern begeistert verfolgt, empfinde ich persönlich als Zuspitzung einer traurigen Entwicklung in unserem Viertel. Selbst vor Natursteinmauern und Altbauten wird nicht Halt gemacht (auffällig besonders am Martin Luther Platz an der Seite Bar Holda). Und es ist ja nicht so, dass man tolle Werke erwarten dürfte, nein, immer wieder „ACAB“, „SDG“ und „161“, ich finds einfach nur öde und blödnormal (mir ist bewusst, was die Codes bedeuten).
@GraffitiExEx
Und was genau haben „die Bullen“ damit zu tun? Weißt du das zufällig?
Einen Lichtblick gibt es:
An der Elbe unterhalb vom Diako gibt’s eine herrliche Mauer, die lange Zeit sehr bunt war. Nun kann man die Buntheit nur noch erahnen. Tatsächlich war dort keine Fachfirma am Werk, wie ich selbst sehen konnte. Die Überdeckung führt ein älterer Herr in Eigenregie durch. Dazu nimmt er das was direkt in der Nähe ist, nämlich Elbwasser und Elbschlamm (biobio). Anscheinend reagiert er auch sehr kurzfristig auf neu angebrachte Buntheiten. Ich habe es selbst an einer Mauer probiert und ich kann sagen, es funktioniert auch mit Dreck und Erde ausm Hinterhof und etwas grauer Farbe. Die Mischung haftet wunderbar auf einer rauen Oberfläche.
Es gibt also einfache Mittel der Farbseuche zumindest etwas entgegenzusetzen. Und vlt verlieren die Spitzbuben irgendwann die Lust, wenn die teure Farbe einfach mit Schlamm überdeckt werden kann.
#einfachmalmachenweilsderhauseingentümernichttutundesbeigraffitiexlangenachchemiestinkt
„Doch er wird nicht wiederkommen und uns auch nichts mehr schenken.“
Liebe*r Gastautor*in,
das klingt aber sehr, sehr traurig. Wird Hillel Efal denn an einem anderen Ort weitermalen können, oder wird er aus Gründen nie mehr malen?
Danke an Clara Nehberg und überhaupt Danke für den Beitrag. Es ist aus meiner Sicht traurig und nachvollziehbar, dass ein großer Künstler Dresden verlassen hat.
@GraffitiExEx
„Denn Nachts rausgehen und Repression in Kauf nehmen hat nichts mit Feigheit zu tun.“
Feigheit sicherlich nicht. Aber bevor ich ins Spekulieren verfalle und den ‚Mut zur Überwindung der Feigheit‘ als Grund annehme: Womit hat es dann zu tun?
Meine Frage ist wirklich ehrlich gemeint.
Beste Grüße
Peter
@GraffitiExEx „Denn Nachts rausgehen und Repression in Kauf nehmen hat nichts mit Feigheit zu tun.“ Irgendwie eben doch! Die Frage, die sich dabei nämlich aufdrängt: warum denn dann nachts? Reicht Deine Selbstreflexion wirklich nicht bis zu diesem Punkt? Gibt es die überhaupt? Was ist an Auftragsarbeiten schäbig? Was ist denn in Deinem Kopf nicht richtig verdrahtet? Die größten Kunstwerke der Geschichte waren Aufträge. Wer Aufträge erhielt, war eben gut und der Rest eben nur der Rest. Komme mir bloß nicht mit Kampf gegen Gentrifizierung, als Legitimation für erbärmliches Geschmiere!
Auch der Skarabäus denkt am Ende des Tages großes vollbracht zu haben, aber es bleibt trotzdem nur eine dicke Kugel Scheiße die er bewegt hat.
Der Typ vom Friedhof an der Friedensstraße hat wohl selbst andere Bilder zerstört, ok. Da kann Mensch sich den Frust noch irgendwie schönreden. Doch wenn ich jemanden bezahle meine Wand zu gestalten und ich erwische Dich dabei, wie Du darüber schmierst, sei sicher, diesen Tag vergessen wir beide nicht so schnell. Dann nämlich, kollidieren unser beider Subkulturen möglicherweise auf sehr unangenehmer und körperlich spürbarer Ebene. Bin auch ein Nachtmensch. ;)
@GraffitiExEx
p.s. „Gossenboss mit Zett“ zitieren macht es auch nicht brauchbarer! Tja… ;D
@GraffitiExEx
Es ist nicht die Sorge vor den Cops, die Dich beunruhigen sollte. Eine Menge Leute können dieses narzisstische Gehabe, vergleichbar mit einem Hund der an jede Ecke pissen muss, kaum noch ertragen. Nur so nebenbei …
Nachts Häuser und Wände zu beschmieren ist ungefähr so heldenhaft wie Enkeltrick-Betrüger zu sein. Und künstlerisch wertvoller sind da wohl die ersten Kritzeleien von Kleinkindern. Wobei man Letzteren damit noch Unrecht tut. Und wenn dann einer dieser „Streetart-Künstler“ auch noch das Seepferdchen geschafft hat, sieht er sich vermutlich als kommender Michael Phelps. Eine Spraydose bedienen zu können oder mit einem Edding zu kritzeln hat mit Kunst oder Streetart überhaupt nichts zu tun. Es ist und bleibt anoym, feige und erbärmlich. Wer sich dafür feiert, kann einem nur leid tun. Neid muss man sich erarbeiten, Mitleid bekommt man geschenkt.
@GraffitiExEx
Was meinst du mit „Denn Nachts rausgehen und Repression in Kauf nehmen hat nichts mit Feigheit zu tun.“?
Welche Repressionen meinst du denn? Wer wird unterdrückt?
Ich finde es übrigens gut, dass du dich hier äußerst. So kommen wir in den Austausch und es besteht die Chance einen Einblick in andere Sichtweisen zu bekommen.
@GraffitiExEx man darf also wenn’s nach dir geht nur einen Kommentar abgeben, wenn alle darum bitten? Mega Meinungsfreiheit. Graffitisprüher fragen auch nicht um Erlaubnis, darum geht es doch genau.
Ich finde es auch absurd, Auftragsarbeiten so abzuwarten (auch wenn es in diesem Fall gar keine waren). Viele Auftragskünstler kommen aus der Szene und engagieren sich immer noch sehr für Nachwuchs, Räume etc. Aber das sind für dich wahrscheinlich alles Verräter. Viel Spaß weiterhin mit deiner engstirnigen Sichtweise. Das Leben ist sehr viel komplexer als dein Schubladendenken.
Wenn man sich in der sogenannten Szene untereinander nicht mehr respektiert, bzw. die Werke schätzt die ein Anderer schafft, dann zerlegt sich diese Szene immer weiter selbst. Das nicht immer klar ist, ob es ein Auftrag war oder der Künstler einfach besonders talentiert ist, zeigt es aus meiner Sicht noch deutlicher was das größere oder vielleicht eigentliche Problem dieser Szene ist: Neid! Der Neidische leidet doppelt: an seinem eigenen Mangel und am Glück der anderen. Im Falle von den angesprochenen Vandalen könnte man zumindest die Hintergründe nachvollziehen (damit spreche ich jedoch nicht von Verständnis für die Taten). Wenn man eben nichts besseres als sinnlose Buchstaben (-anreihungen) und radikale Parolen auf die Kette bekommt, ist man auf die neidisch die es besser können. Entweder auf die Künstler oder die Bürger mit Besitz oder die als sogenannte Auftraggeber fungieren. Und wie können diese subversiven Elemente ihren Neid am besten zum Ausdruck bringen? Mit Zerstörung – der Kunst oder des Objektes auf der die Kunst zu sehen ist. Ziemlich einfache und vor allem dumme Herangehensweise – aber das passt dann eben auch gut zu den talentfreien Werken, welche die guten Sachen verdecken sollen.
Wenn man möchte das die Neustadt dreckig bleibt, schwelgt man scheinbar in alten Erinnerungen aus längst vergangenen Tagen. Oder man nimmt zu viel vom Falschen ein – auch eine Erklärung für den sinnlosen Vandalismus.
@GraffitiExEx: Tut mir leid für Dich, aber die „Kresse“ kann man bei sowas einfach nicht halten…
Ich find’s einfach Scheiße, dass solche ästhetischen, herz- und hirnberührenden Kunstwerke, egal von welchem Künstler und egal ob Auftrag oder nicht, wo auch immer auf der Welt, von Menschenhand zerstört werden. – Und ich kann’s nachvollziehen, was das mit den Künstlern macht und dass sie an solch einem Ort nicht mehr sein wollen. Das ist so, als wenn Du ein Haus für andere baust und es wird kurze Zeit später abgerissen oder zerbombt.
PS: Die Kombi des Draufgesprühten am DREWAG-Häuschen war total schräg: „Wir hassen Aufträge und Bullen!“… Da stehste davor und schüttelst einfach nur den Kopf – was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? – Wenn man als „Nicht-Bürgie“ seinen Protest gegen die Zustände äußern will, dann doch bitte an Polizei-Autos und Verwaltungsgebäude…
PPS: Wer nur nachts rausgeht, um seine Meinung zu „äußern“, nimmt gerade eben keine Repression in Kauf, deshalb ist das Wort „feige“ hier schon richtig und ich füge noch „unreif“ dazu…
Antifa Dosensport hat sich hiermit disqualifiziert! ;)
Anhand der auf Instagram veröffentlichten Bilder ließe sich ein Großteil des Kunstwerks restaurieren.
Oh, so viele interessante Aspekte hier! So viele Fragen, die ich hätte:
Zunächst an die Verfasserin des Artikels: Sie schreiben „Doch er wird nicht wiederkommen und uns auch nichts mehr schenken. In letzter Zeit haben kleinherzige Vandalen begonnen, seine Werke zu zerstören.“ Das klingt ein wenig so, als würde Herr Eflal nicht wieder nach Dresden kommen, WEIL „kleinherzige Vandalen“ begonnen haben, seine Werke zu zerstören. Die emotional aufgeladene Tonart des Artikels legen das nahe (ich dachte zwischenzeitlich sogar, er wäre gestorben), aber kann es nicht auch sein, dass der reiselustige Herr Elfal gerne auch was Neues sehen möchte? Die Graffities, wie auch immer man zu ihnen stehen mag, somit nicht URSÄCHLICH für seine bedauerliche Abkehr von der Neustadt sind? Und die eigentliche Diskussion (sind Tags „Vandalismus“ oder „Kunst“, berechtigt oder kriminell) emotional nicht NOCH weiter aufgeladen werden sollte?
@GraffitiExEx
Mich würde interessieren, ob sich Sprayer primär als Künstler verstehen (Sie sprachen von „Streetart“), die „konstruktiv“ arbeiten, also etwas erschaffen (und ich habe schon fantastische Bilder gesehen) oder eher „destruktiv“ (beides Hilfsausdrücke, sorry), indem man andere Bilder crosst oder die ästhetische Absicht von z.B. Gebäuden zerstört, z.B. durch die ästhetisch anspruchslosen Tags.
Über die rechtlichen Aspekte müssen wir nicht unbedingt reden, die sind recht eindeutig; was ich spannend finde, ist die Geisteshaltung, welche die eigenen Bedürfnisse über diese Regeln stellt. Auf den ersten Blick erscheint es unglaublich arrogant, sich auf Kosten anderer zu profilieren- aber der erste Blick ist oft oberflächlich, deshalb meine Frage. Was unterscheidet Streetart von bloßem Vandalismus? (Die Frage nach Feigheit oder Mut ist es nicht- jeder Vandale kann sich als mutig bezeichnen, weil er gegen „bürgerliche“ Gesetze verstößt. Die Neustadt bleibt auch „dreckig“, wenn man, keine Ahnung, Reifen zersticht oder Rückspiegel abtritt. Wäre das dann auch eine – extremere – Form von „Streetart“?)
Geht die eigentliche Frage nicht über das BGB hinaus? Wäre sie nicht vielmehr eine Frage des Respektes als Grundlage jeglicher Art des Zusammenlebens, ob bürgerlich, gentrifiziert oder meinetwegen punk?
„Niemand hat irgendwelche Blogschreiberlinge um ein Kommentar oder Bewertung zur Graffitiszene gebeten.“
Du hast recht, das kann man sich sparen: Die geballte heutige Blödheit in dieser „Szene“ ist auf den Bildern gut zu erkennen.
„Denn Nachts rausgehen und Repression in Kauf nehmen hat nichts mit Feigheit zu tun.“
Oh bitte … Es gab auf der Friedensstraße mal einen Andy K. zum Hinknien. Dass, was da heute drüberpappt, ist schlicht peinlich. Aber WFF, 2dOOF, BLUPP und HØNK können nunmal nicht anders, als über andere drüberzupinkeln. Wegen Szene, Fame, Widerstand, Gentrifizierung usw. Wer aus eigenem Willen irgendwelche Ghettofantasien auslebt, dafür „nachts rausgeht“ und „Repressionen inkauf nimmt“, seine drei hingetoyten Buchstaben als Streetart(!) bezeichnet und sich dabei ernsthaft auch noch als Widerstandskämpfer fühlt, hat meiner Meinung nach den Kontakt zur Realität eh komplett verloren. Und falls Sheriff Müller for you kommt, dann ist das wirklich nur zu Deinem Besten.
Ansonsten bin ich bei Clara: Es gibt Menschen, die erschaffen, weil sie es können, und es gibt Menschen, die zerstören, weil sie nichts erschaffen können. Und falls es eine Rolle spielen sollte: Ich bin Jahrgang ’71 und bastle gelegentlich auch Bilder für andere, wenn auch nicht im Außenbereich.
Danke für diesen Artikel.
Es würde mich auch interessieren, warum Hillel nicht zurückkommen mag.
@GraffitiExEx: Mir scheint, du denkst, dass du dich mit deinen Ansichten und Einstellungen über anderen Menschen stellst. Dabei spielt der Jahrgang keine Rolle. Ich glaube, es würde dir guttun, dich in andere Menschen einzufühlen und die Welt auch mal durch ihre Augen zu sehen. Vielleicht einfach mal loslassen und sich auf die Gedanken und Gefühle anderer einlassen.
Fakt ist, dass es einfach keine Auftragsarbeit war. somit ist die ganze hingeschmierte Begründung für die Zerstörung obsolet. Und wo begründet jetzt bitte der Jahrgang eines Künstlers, ob sein Werk Wert hat, oder nicht? Das sich jeder nun dieses sinnlose Geschmiere anschauen muss, nimmt ästhetisch ein ganzes Viertel in Sippenhaft. Mein Sohn, Jahrgang 2009, ist von der Zerstörungswut auch nur noch genervt.
für mich ist graffitiexex mit seinen aussagen ein klassischer schwurbler und spiesser, der schon alles genau weiss und gar nicht nachvollziehen kann, dass die anderen es noch nicht verstanden haben. schade vielleicht wäre eine inhaltliche auseinandersetzung durchaus interessant.
aber es ist wahrscheinlich wie mit fussball hohlogänsen, da kommt man/frau oft auch nicht sehr weit. da gibts auch nur „kresse“ um mal den meister zu zitieren.
@GraffitiExEx:
Wenn man auf Dreck stolz ist, sagt das schon viel über denjenigen aus. Früher gab es in der Szene mal sowas wie Ehre und Respekt vor anderen Werken, egal ob nun Auftrag oder nicht. Heutzutage crossen und bomben die ganzen 161 und
AFA Kiddies alles ohne Sinn und Verstand. Das hat mit Graffiti von damals, 90er und Anfang 2000er garnichts mehr zu tun. Zumal dieser Toy-Style, wie im Bild gezeigt die Bezeichnung Graffito nichtmal mehr verdient.
zu den Nachfragen und Vermutungen: es stimmt, es waren keine Auftragsarbeiten. An den ersten Tagen des Malens erschien sogar die Polizei, um ihm am Weiterarbeiten zu hindern. Insofern macht der Satz „Wir hassen Aufträge und Bullen“ in dem Sinn wie es vom Verteidiger (oder gar Verursacher?) dieser Zerstörung gedeutet wurde, keinen Sinn. „Aufträge haben nichts mit der Szene zu tun, es sind Aufträge – Anti-Graffiti-Schutz für Hausbesitzer*innen “ – wenn ich richtig informiert bin, dient dieses Häuschen der kommunalen Energieversorgung des Viertels…welcher reiche Hausbesitzer schützt hier sein Eigentum? Dass Hillel nicht wiederkommen möchte, ist nicht meine sentimentale Vermutung, sondern seine erste Reaktion als ihm jemand ein Foto mit der Zerstörung seiner Malerei zugeschickt hat. Er schrieb, dass es ab jetzt ja wohl sinnlos sei, in Dresden Wandmalereien zu kreieren. Und dass er nicht mehr in Dresden wohnen möchte. Vielleicht bewegen ihn die vielen wohlwollenden Kommentare zum Umdenken?
All Graff.ExEx sind Nullchecker. Sie erreichen das Gegenteil. Mieten steigen trotzdem weiter. Sehr viel Schmiererei wird zeitnah übermalt. Die Leute nehmen die „Botschaften“ nahezu durchweg NICHT wahr.
Sprayen ist (LEIDER) sehr angesagt, da wächst sehr viel nach, aber dieser nächtliche Kindergarten ist ja nur möglich, weil man nichts gegen macht. Einfach: Nichts! Andere Länder haben diese Lernkurve durch: in Süditalien, wo die Mafia tobte, kann man heute nachts angenehm durch helle saubere Straßen flanieren, auch allein, überall ausreichend Ausleuchtung und natürlich Kameras. Man muß eben wissen was man haben will. So wie hier, siehts auch in Deutschland kaum irgendwo aus.
…egal worauf geschmiert wird, ist es bei diesen Idioten nicht das eigene, weder Hauswand, noch Kunstwerk. Das brauchen wir den Deppen hier auch nicht erklären wollen, denn die werden erst erschrocken sein und sich da hineinfühlen, wenn irgendwer mal zufällig etwas zerstört, was ihnen gehört oder ihnen wichtig ist. Das mit dem Bullenhass hätte zudem eher an eine Polizeistation gehört, dem Fame wegen.
dankeschön für den artikel ! erst jetzt realisiere ich, was für ein großer künstler das ganze viertel an so vielen ecken beschenkt und bereichert hat. wunderbar und einen besonderen dank dafür!
„wir hassen Aufträge und Bullen“
wer nur noch hasst, hat irgendwie verloren
@Bakerman: bester Beitrag! Das kriegen wir hin! Es wäre wahrlich das beste, was wir tun können. Ich habe ein wenig Erfahrung an der Wand, jedoch wäre es fast noch besser auf mehreren Ebenen , alle sich trauenden oder vielleicht sogar Profis aus der Nachbarschaft fänden sich für ein gemeinsames Rekonstruieren mit einer gewissen Ergebnisoffenheit, da es sich durch Farbverläufe, die Unkenntnis der verwendeten Farbtöne und der sehr eigenen Technik nicht ganz einfach gestalten wird. Bei Gelegenheit sollte der erste Schritt ein instaprofil o.ä. sein zur Kontaktaufnahme mit Angabe der Adresse auf dieser Artikel-Seite.