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Die Lessingstraße

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Nanu, Lessing in Dresden? Auf der Bühne des Schauspielhauses sah man ihn selbstverständlich bereits, aber was macht der aufklärerische Denker auf einem Straßenschild? Da krallte sich 1962 die Bezirkshauptstadt den Ruhm eines fremden Kindes. Denn Gotthold Ephraim wurde in Kamenz geboren. Im Jahr 1962 wurde seine Straße Margarete von Sachsen abstreitig gemacht. Ihre Verlobung mit Schatzi Erzherzog Karl Ludwig von Österreich 1856 war die Taufe auf den Namen „Carlstraße“ wert – wobei Margaretes Eigenanteil an diesem Event in etwa so hoch gewesen sein dürfte, wie ihr Anteil am Straßennamen.

Lessing wäre gegen Pegida gewesen
Lessing wäre gegen Pegida gewesen

Lessing studierte in Leipzig und Wittenberg, wohnte in Berlin, Breslau, Hamburg und Wolfenbüttel. Dresden stattete er Besuche seiner Herzensdame Eva König wegen ab. Sowieso brachte Lessing beachtliche Reiserouten quer durch Europa hinter sich. Das bildet. Sollte jeder mal versuchen, bevor die Grenzen dicht sind. Sein Vater Johann Gottfried erwarb in Dresden sein theologisches Examen. Mit seinem ehrwürdigen Nachnamen verbindet man heuer eine Färberei und Reinigung auf der Freiberger Straße und natürlich Gotthold Ephraim mit Minna von Barnhelm und Nathan der Weise mit der Ringparabel. Genau, die mit den drei Söhnen und den drei Ringen, von denen jeder eine Weltreligion verkörpert. Wird übrigens aktuell im Kleinen Haus gezeigt.

Blick Richtung Bautzner Straße
Blick Richtung Bautzner Straße

So betrachtet tut Dresden dieser Tage eine ordentliche Portion Lessing nicht schlecht. Toleranz im Umgang mit Weltreligionen? Da ist wohl einiges an schulischer Pflichtlektüre im Sumpf der Zeit verschüttgegangen. Sie fühlen sich heute wieder besorgt und hasserfüllt? Wie wäre es denn mit einem Spaziergang über die Lessingstraße?

Villa Nummer 11
Villa Nummer 11

Die Lessingstraße verbindet die Bautzner Straße mit dem malerischen Rosengarten am Carusufer. Dort kam man herrlich in sich gehen – oder aus sich heraus. Je nachdem, wo mehr zu finden ist. Die Villen Nummer fünf und Nummer elf gelten als Kulturdenkmal und machen mit ihrem Bewuchs einen dornröschenhaften Eindruck. In Nummer 13 schlummert vergleichbar dornröschenhaft ein bekanntes Geheimnis. Hier wohnte der Bildhauer, Maler und Professor Richard Guhr, Lehrer von Otto Dix, bekennender Antisemit und Wagner-Junkie. Ihm hat Dresden den Goldenen Rathausherkules zu verdanken. Wenn das mal keine bedeutungsschwangeren Schatten wirft… Wo ist eigentlich Lessing, wenn man ihn braucht?

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von Vorurteilen freien Liebe nach!“

Danke …

Des Weiteren befindet sich auf der Lessingstraße in einer unscheinbaren Halle der Budo-Club Dresden, in dem man Kampfkünste und Selbstverteidigung erlernen kann. Diese Lessingstraße! Da ließe sich schon eine weise Botschaft zusammenbasteln. Guhrt jemand in deinem Umfeld herum, halte dich an die Lehren Lessings. Aber besuch vorsichtshalber einen Krav-Maga-Kurs. Man weiß ja nie.

Die Lessingstraße

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Bude des Budo-Vereins
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2 Kommentare

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