Vom 14. bis 26. September 2026 finden die Dear Future Festivalwochen in Dresden und Cottbus statt. Das Dresdner Nachhaltigkeitsfestival steht in diesem Jahr unter dem Thema „Connected – Für ein faires, globales Miteinander“.

Zum Programm gehören Workshops, Filme, Exkursionen, Vorträge, Gesprächsformate, Spiele, Ausstellungen und Festivitäten. Inhaltlich geht es unter anderem um Dekolonialisierung, globale Ungerechtigkeit und die Frage nach einer gerechteren und nachhaltigeren Zukunft.
Der gemeinnützige Verein Zukunftsgestalten organisiert das Programm gemeinsam mit zahlreichen lokalen Kooperationspartnern. Alle Veranstaltungen sind kostenlos und offen für alle.
Klimagerechtigkeit und soziale Ungleichheit
Das diesjährige Festival beschäftigt sich mit Klimagerechtigkeit, globalen Machtverhältnissen und sozialer Ungleichheit. Dabei geht es auch um die unterschiedlichen Folgen der Klimakrise. Weitere Themen sind die Auswirkungen kolonialer Machtverhältnisse auf den Zugang zu Ressourcen und gesellschaftliche Teilhabe.
Auch die Entwicklung digitaler Technologien spielt eine Rolle. Hier stehen Fragen nach Verantwortung und einer gerechten Gestaltung im Mittelpunkt.
Die Festivalwochen sollen unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und den Austausch fördern. Vereine, Initiativen und Gruppen beteiligen sich am Programm. Sie zeigen zugleich, welches Engagement für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft bereits in Dresden und Cottbus besteht.
Lokales Engagement im Mittelpunkt
Neben den globalen Zusammenhängen widmet sich das Festival dem Engagement vor Ort. Die verschiedenen Veranstaltungen bieten Raum für Austausch und Perspektivwechsel. Zudem geht es um konkrete Möglichkeiten, gemeinsam aktiv zu werden.
Die Festivalwochen folgen auf die Dear Future Konferenztage im Juni. Diese fanden in der Alten Gärtnerei in Pieschen statt. Dort kamen Fachleute, Engagierte und Interessierte zusammen. Die Festivalwochen führen den Austausch nun mit einem Veranstaltungsprogramm fort.
- Das vollständige Programm und Informationen zur Anmeldung gibt es unter dearfuturedresden.de.
























Ist das noch eine offene Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen – oder steht das Ergebnis im Grunde schon fest? Wenn Klima, Wirtschaft, Wissen, Sprache, Stadtentwicklung und selbst unsere Vorstellungen von Zukunft immer wieder durch dieselbe postkoloniale beziehungsweise dekoloniale Brille betrachtet werden, drängt sich eine Frage auf: Ist das noch eine Perspektive unter mehreren – oder eine Universalerklärung?
Ebenso interessant ist, was kaum vorkommt. Wirtschaftliche Stagnation, hohe Energie- und Wohnkosten, Bildungsprobleme, marode Infrastruktur, demografischer Wandel oder die Finanzierung des Sozialstaats sind schließlich ebenfalls ziemlich handfeste Zukunftsfragen. Warum spielen sie eine so geringe Rolle? Weil sie weniger wichtig sind – oder weil sie sich schlechter in den gewählten Deutungsrahmen einfügen?
Und wie viel wirklicher Widerspruch ist überhaupt vorgesehen? Wo treffen unterschiedliche Erklärungen aufeinander, wo werden Grundannahmen infrage gestellt? Oder richtet sich das Programm vor allem an ein Publikum, das sich über Begriffe, Diagnosen und moralische Zielvorstellungen ohnehin weitgehend einig ist?
Hinzu kommt die öffentliche Förderung. Daran ist zunächst nichts Anrüchiges; Kultur und politische Bildung werden aus guten Gründen öffentlich unterstützt. Eine gewisse Ironie bleibt dennoch: Menschen, die sich im Alltag mit Mieten, Energiepreisen, Steuern, Infrastruktur oder steigenden Lebenshaltungskosten beschäftigen müssen, finanzieren Debatten darüber, wie Wissen, Zukunft und gesellschaftliche Strukturen „dekolonialisiert“ werden sollen.
Vielleicht ist das ein sinnvoller Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte. Aber dann sollte auch die Gegenfrage erlaubt sein: Wer entscheidet eigentlich, welche Zukunftsfragen öffentliche Aufmerksamkeit und Fördermittel erhalten? Welche Perspektiven werden dabei selbstverständlich – und welche bleiben außen vor?