Die Weiße Flotte Sachsen verschiebt die Veranstaltung „Elbzauber – Das Open Air auf dem Fluss“ auf das Jahr 2027. Ursprünglich sollte das Jubiläums-Event am 5. September 2026 stattfinden. Einen neuen Termin gibt es bislang nicht.

Grund für die Verschiebung ist der niedrige Wasserstand der Elbe. Nach Angaben der Weißen Flotte haben anhaltende Hitze und Trockenheit zu dem niedrigen Pegel geführt. Eine nachhaltige Besserung sei derzeit nicht absehbar. Aktuell beträgt der Wasserstand der Elbe in Dresden 48 Zentimeter.
Schwimmende Bühne kann Veranstaltungsort nicht erreichen
Der niedrige Wasserstand verhindert zentrale Bestandteile des Veranstaltungskonzepts. Für die geplante schwimmende Bühne hätte das Flussbaggerschiff Domarin zum Einsatz kommen sollen. Das Schiff benötigt jedoch einen bestimmten Mindestwasserstand; derzeit ist nicht absehbar, ob sie überhaupt zum Veranstaltungsort gebracht werden kann.
Auch der Einsatz der Schiffe ist betroffen. Wegen der geringen Wassertiefe können sie den Anleger mit Gästen an Bord nach Angaben des Unternehmens nicht sicher verlassen. Die Elbe sollte bei der Veranstaltung als zentraler Schauplatz dienen. Die Weiße Flotte Sachsen hat zudem heute den Verkehr vorerst bis Montag komplett eingestellt. Zuletzt waren nur die zwei kleinen Dampfer „Diesbar“ und „Krippen“ in Betrieb, sagt Dampfschifffahrtssprecher Christoph Springer.

„Die Entscheidung zur Verschiebung ist uns alles andere als leichtgefallen. Wir haben monatelang mit Herzblut an diesem Konzept gearbeitet, weil wir unseren Gästen ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis bieten wollen“, sagt Geschäftsführer Stefan Bloch. Eine reduzierte Variante komme deshalb nicht infrage. Die Verantwortlichen hatten Stars aus ganz unterschiedlichen Genres organisiert, unter anderem sollten der Schlagersänger Howard Carpendale und die Opernsängerin Camilla Nylund auftreten.
Tickets bleiben für 2027 gültig
Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für den neuen Termin im Jahr 2027. Wann die Veranstaltung stattfinden soll, will die Weiße Flotte Sachsen nach Abschluss der weiteren Planungen bekanntgeben.
Geschäftsführerin Astrid Rockel dankt den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern für ihre bisherige Mitwirkung und Unterstützung. Das Unternehmen wolle den „Elbzauber“ im kommenden Jahr nachholen. Die Elbe soll dabei wieder die zentrale Rolle im Veranstaltungskonzept übernehmen.


















Gestern dachte ich genau daran, und mußte erstmal dieses Event hervorgoogeln. Ja, die Wirklichkeit ist unbequem.
Solche Absagen haben etwas Gutes: die eher gehobene Kundschaft wird mal abseits Tagesschau und pseudo-ökologischer Privatblase mit der Wirklichkeit des menschgemachten Klimawandels konfrontiert. Das läßt sich sonst gehörig und schön ausblenden, die dicken SUV rollen klimatisert, ihre Dieselruß-Wohnmobile verbrennen abertausende Reisekilometer lang Fossiles zu Abgasen und die denken nicht einmal an diesen Wahnsinn. Die Liste der Vergehen ließe sich endlos fortführen, alles bekannt. Sie haben sich selbst die passenden Gesellschaften und Gesetze erschaffen, die ihnen alle menschgemachten Freiheiten billigt, welche nun ans Ende führen. Wirkliche Ökos sind für sie Spinner, genüßlich erhalten sie deren Machtlosigkeit, die Natur darf sich nicht vor Gericht wehren, Wissenschaft ist was für anderswo. Denkt jemand an den ganzen Müll eurer Feuerwerke über der Elbe? Es gibt kein Erkenntnisproblem, aber stets ein Umsetz… na egal. Wann ändert sich dies kranke Verhalten? Bissel Yoga morgens im Apark nützt eben gar nichts.
Die Elbe hat Niedrigwasser und schon wird die komplette moralische Wundertüte ausgekippt: SUV, Wohnmobile, Wohlhabende, Feuerwerk und Yoga. Howard Carpendale hatte Glück, dass ihm nicht gleich noch die persönliche Austrocknung des Flusses angelastet wurde, wobei ein Song von ihm der zu Tränen gerührt hätte, eventuell den ein oder anderen Zentimeter am Elbpegel beeinflusst hätte. Aus eigener Erfahrung und um die Aufzählung von @RK zu ergänzen, möchte ich mich über die zu schnell schmelzenden Eiswürfel im Moët oder unter den gekühlten Erdbeeren in der Champagner Lounge am Neumarkt am Freitag Abend beschweren. Zum Glück hielt das Eis unter dem Kaviar im Kastenmeiers etwas länger und es wurde trotz Stadtfest und den hohen Temperaturen, wie hier attestiert durch zu viele Wohnwagen erzeugt, ein vergnüglicher Abend. Für den 05. September ist es schade, aber so hat man freie Zeit und kann zum Städtetrip per Flugzeug aufbrechen. Leider aufgrund der schlechten Anbindung vom Dresden International nur mit umsteigen. Aber niemand hat es leicht, leider…
@Monsieur: Ich empfehle einen Trip ins überhitzte Paris. Bei 50 Grad im Stadtzentrum können sie dann ja versuchen den Moët zu genießen.
Wahlweise bietet sich auch die wunderschöne, brennende Region Bordeaux an.
Dort können sie Abends das romantische Feuer am Horizont beobachten.
Wenn ihnen der Ignoranz noch nicht genug ist, und sie in ein gemeinschaftliches „fick die nächste Generation!“ anstimmen möchten, kann ich auch Sachsen Anhalt sehr empfehlen.
Da können sie gemeinsam mit AfD-Hildegard und CDU-Jürgen langjährige Messdaten als reine Verschwörung anprangern, und sich beim Zuprosten versichern, dass die 30 bis 32 Grad Sommertemperatur zu ihrer Jugend ja auch ganz fürchterlich schlimm waren … und 42 Grad doch nix anderes seien.
@Ignoranz d. V.
Lieben Dank für die Reisempfehlungen. Paris kenne ich bereits, sogar bei über 35 °C. Der Champagner war kalt, die Austern frisch und die Foie gras ausgezeichnet. Offenbar ist die Lage noch nicht vollkommen hoffnungslos. Oder die Klimaanlage regelt.
Wie Sie aus einem ironischen Kommentar Klimawandelleugnung, AfD, CDU, Verschwörungstheorien und schließlich sogar ein gemeinschaftliches „f*** die nächste Generation!“ herauslesen, ist durchaus kreativ.
Gegen eine Abschaffung von Wohnmobilen, die gern die Radeberger Vorstadt oder sogar die Äußere Neustadt zuparken, hätte ich übrigens gar nichts. Warum man ausgerechnet im Urlaub zum Nomaden wird, hat sich mir noch nie erschlossen.
Nun stellt sich mir allerdings die Frage, wessen Ignoranz eigentlich größer ist: die derjenigen, die glauben, ein globales Problem ließe sich durch nationale Symbolpolitik im Alleingang lösen, oder die derjenigen, die bezweifeln, dass ein abgesagtes Feuerwerk, ein paar weniger Verbrenner auf unseren Straßen oder die Abschaffung von Einweggeschirr in unseren Gefilden den Klimawandel aufhalten werden.
Letzteres hat übrigens weder mit Leugnung noch mit einer Haltung à la „Nach mir die Sintflut“ zu tun. Man kann den Klimawandel anerkennen und trotzdem über Wirksamkeit, Verhältnismäßigkeit und einem daraus entstehenden globalen Effekt diskutieren.
Zu Ihrem Vorschlag mit dem romantischen Feuer in Frankreich kann ich nur ergänzen, dass ich wenig von Gaffern halte – egal ob bei Waldbränden, Mülltonnenbränden oder angezündeten E-Fahrzeugen in der Neustadt. Die Einsatzkräfte finden solche Leute vermutlich ebenfalls eher lästig.
Den ganzen Frühling/Sommer über kracht, knallt und rumpelt es in Dresden. Eine Veranstaltung jagt die nächste, immer größer, immer schneller, immer weiter. Den ganzen Sommer über Disko, Disko, Disko in der Stadt. Diese Absage ist kein Verlust für die Stadt. Ich danke dem Klimawandel, daß er dem inflationärem Partywahn Dresdens einen natürlichen Riegel vorschiebt. Irgendwann muß auch mal Schluß sein. Nicht mehr lange hin und der Weihnachtsmarktwahnsinn bricht wieder aus….