Der Alte Jüdische Friedhof in der Dresdner Neustadt erhält einen neuen barrierearmen Rundweg. Zudem wurden Teile der Friedhofsmauer saniert und der Eingangsbereich umgestaltet. Die Maßnahmen sind Teil eines Förderprogramms des Freistaats Sachsen für jüdische Friedhöfe. Die Arbeiten auf dem Alten und dem Neuen Jüdischen Friedhof kosten insgesamt rund 100.000 Euro.

Neuer Rundweg auf dem Alten Jüdischen Friedhof
Die Jüdische Gemeinde zu Dresden ließ einen Rundweg um die 1.263 historischen Gräber anlegen. Damit verschwinden Stolperstellen, die bislang durch Baumwurzeln entstanden waren. Der Weg erhielt eine naturfarbene Deckschicht und wurde barrierearm gestaltet. Ein Großteil der Arbeiten erfolgte in Handarbeit. Schwere Technik konnte viele Bereiche des Friedhofs nicht erreichen.
Mauer saniert und Eingangsbereich aufgewertet
Ein weiterer Schwerpunkt war die Reparatur eines Mauerstücks an der Pulsnitzer Straße. Ein herabgefallener Ast hatte dort Schäden verursacht. Zusätzlich versiegelten die Beteiligten die Sandsteinquader auf der Innenseite. Die Mauer entlang der Pulsnitzer Straße weist nun auf der Innenseite ein einheitliches Erscheinungsbild auf.

Im Eingangsbereich entstand außerdem eine gepflasterte Fläche. Dort können sich Besuchergruppen künftig vor Führungen versammeln.
Bedeutendes Kulturdenkmal in der Neustadt
Der Alte Jüdische Friedhof zählt zu den bedeutendsten jüdischen Kulturdenkmälern Sachsens. Auf dem Gelände an der Pulsnitzer Straße finden fast täglich Führungen statt. Die bis zu 275 Jahre alten Grabsteine geben Einblicke in jüdische Bestattungsrituale sowie in das jüdische Leben in Dresden im 18. und 19. Jahrhundert.
Zu den bekanntesten dort bestatteten Persönlichkeiten gehören der Miniaturenmaler Jeremias David Alexander Fiorino sowie Mitglieder der Bankiersfamilie Kaskel. Die Familie galt als Förderin von Robert Schumann und Frédéric Chopin.
Förderprogramm unterstützt mehrere Standorte
Der Sächsische Landtag beschloss im Sommer 2025 auf Antrag der Grünen-Fraktion ein Förderprogramm für Investitionen auf jüdischen Friedhöfen im Freistaat. Von den Mitteln profitieren Standorte in Dresden, Leipzig und Chemnitz.
Finanzierung der Maßnahmen
Die Arbeiten auf dem Alten und dem Neuen Jüdischen Friedhof kosten insgesamt rund 100.000 Euro. Davon stammen 90.000 Euro aus dem Förderprogramm des Freistaats Sachsen. Die Jüdische Gemeinde zu Dresden trägt die verbleibenden 10.000 Euro.
Mit den Investitionen sollen zwei bedeutende Zeugnisse jüdischer Geschichte in Dresden erhalten und für Besucher besser zugänglich gemacht werden.
Am 19. Juli veranstaltet der Hatikva e.V. eine Führung über den Friedhof, weitere Informationen und Anmeldung: tacheles.sachsen.de




















Hallo,
das Bild der Friedhofsmauer zeigt nicht die Pulsnitzer Str. sondern die des neuen Friedhofs auf der Fiedlerstr.
Jens Franke
Danke für den Hinweis, hatte das Bild verwechselt. Jetzt passt es.