Anzeige

Come to the Woods, Konzertplatz Weißer Hirsch

Putzi-Villa: Eigentümerin äußert sich zum Teilabriss – SPD übt scharfe Kritik

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

Nach dem überraschenden Teilabriss am Dach und Obergeschoss der Putzi-Villa an der Königsbrücker Straße 12 hat sich nun die Eigentümerseite geäußert. Neustadt-Geflüster hatte nachgefragt, die Antworten kamen von der Architektin Yana Ilieva im Auftrag der Argenta Unternehmensgruppe.

Die traurigen Reste der denkmalgeschützten Putzi-Villa - Foto: Anton Launer
Die traurigen Reste der denkmalgeschützten Putzi-Villa – Foto: Anton Launer

Der Rückbau erfolge demnach in enger Abstimmung mit dem Amt für Kultur und Denkmalpflege, sei vorab abgestimmt, dokumentiert und fachlich begleitet worden. Der Grundsatz laute, ausschließlich das zurückzubauen, was zur Herstellung der Standsicherheit nötig sei. Tragfähigkeit und Zustand der Bauteile würden fortlaufend geprüft, jeder Schritt beruhe auf entsprechenden Untersuchungen. Diese Abstimmung hatte in der vergangenen Woche auch die Stadtverwaltung Dresden bestätigt (Neustadt-Geflüster vom 16. Juni 2026).

Auf konkrete Nachfragen erklärte Ilieva, das Dach sei nicht eingestürzt – die Maßnahmen dienten der Sicherung des Bestands. Weitere Eingriffe über die bereits umgesetzten hinaus würden im weiteren Verlauf anhand der laufenden statischen Bewertungen und in Abstimmung mit den Fachämtern entschieden. Die Sicherungsarbeiten sollen voraussichtlich bis September abgeschlossen sein. Also rechtzeitig vor Beginn des Ausbaus der Königsbrücker Straße. „Während dieser Bauphase kann die Sanierung der Gebäude aus Gründen der Baustellenlogistik nicht fortgeführt werden“, so Ilieva. Daher könne zum jetzigen Zeitpunkt kein Zeitplan für die Gesamtfertigstellung genannt werden.

SPD: „Geheimniskrämerei unerträglich“

Kritisch fällt die Reaktion der SPD-Fraktion im Stadtrat aus. Brisant: Erst zwei Wochen vor dem Teilabriss hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert eine Anfrage des SPD-Stadtrats Stefan Engel zur Sanierung der Putzi-Villen beantwortet – ohne den bevorstehenden Abriss auch nur zu erwähnen. In seiner Antwort vom 1. Juni heißt es lediglich, es fänden „Abstimmungen zwischen dem Eigentümer und der Landeshauptstadt Dresden zur Gewährleistung des Sanierungsbeginns“ statt.

Anzeige

VG Biomarkt

Anzeige

Dr. Lüder Warnken im Parkhotel

Anzeige

Radensleben Transporte

Anzeige

Blitzumzug

Anzeige

Die Linke

Anzeige

Zeitlos

Anzeige

Palais-Sommer am Neumarkt

Anzeige

TUD CAMPUS FESTIVAL

Anzeige

teilAuto

Anzeige

Societaetstheater

Engel, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, reagiert entsprechend verschnupft: Der Teilabriss sei „ein echtes Armutszeugnis“. Seit Jahren werde eine Sanierung versprochen, ohne dass etwas passiere. Anstatt die Öffentlichkeit zu informieren, würden einfach Fakten geschaffen – die Geheimniskrämerei von Stadtverwaltung und Eigentümer sei unerträglich. Selbst auf explizite Anfragen sei vor zwei Wochen nur ausweichend reagiert worden. Die SPD-Fraktion erwarte einen originalgetreuen Wiederaufbau, der Teilabriss von Kulturdenkmälern dürfe „nicht Schule machen“.

Die Villen Königsbrücker Straße 12 bis 16 gehören der Münchner Dental-Kosmetik GmbH & Co. Grundstücksgesellschaft KG, einem Tochter-Unternehmen der Argenta Gruppe und stehen seit Jahren leer, mittlerweile sind sie durchweg denkmalgeschützt.

18 Kommentare

  1. Ich verstehe nicht, wie man sich als Stadt wieder und wieder auf der Nase rumtanzen lassen kann. Eigentum verpflichtet: Entweder sanieren oder verkaufen an jemand der saniert. Vergammeln lassen ist nicht…

  2. @Jonk: Naja, so ganz unschuldig ist die Stadt an der Situation nicht. Die Villen gehören zu dem großen Gelände dahinter, wo einst die Leo-Werke standen. Und dafür hatte Argenta z.Bsp. vor vielen Jahren konkrete Pläne für ein Einkaufszentrum. Die wurden nicht umgesetzt, weil die Sanierung der Königsbrücker Straße unklar war bzw. sich immer weiter verzögerte. Damit gab es keine Planungssicherheit und ging nicht weiter. War bestimmt nicht der einzige Plan, der im Laufe der Jahrzehnte gescheitert ist. Und Argenta haben wir immerhin auch zu verdanken, dass es bis heute die Dental-Kosmetik als Firma gibt und Schloß Eckberg ein etabliertes Luxushotel mit sehr schönem Park ist. Und der heutige Denkmalschutz für die drei Villen wurde erst letztes Jahr festgelegt, davor galt er nur für das Treppenhaus von Nr. 12, was vom Eigentümer entsprechend gesichert war und ist. Nein, Argenta ist ganz sicher nicht der große Wohltäter, aber eben auch nicht die so böse Firma, wie es gelegentlich dargestellt wird. Und das da niemand mal eben viele Millionen Euro investiert für Sanierungen, die sich nicht annähernd wirtschaftlich darstellen lassen, kann ich auch verstehen. Zumal die mögliche Nutzung (auch in Anbetracht der unklaren weiteren Entwicklung für das Gesamtgelände) sehr schwierig planbar ist.

  3. @Jonk: Die Stadt hofft, dass irgendwann überhaupt saniert wird. Ein anderer Eigentümer würde sich bei den derzeitigen Baupreisen und Zinsen eine Sanierung auch nicht ans Bein binden. An dieser Stelle an einer Hauptstraße Unmengen Geld zu investieren um am Ende wenig Wohnfläche zu vermieten ist nicht gerade erstrebenswert. Und wenn dann doch saniert wird und wegen der Kosten Mietpreise von 35€ pro Quadratmeter aufgerufen werden, dann ist das Geschrei auch groß.
    Derzeit baut keiner, in der Stadt stehen viele Projekte in den Startlöchern und stehen und stehen und stehen… Wie z.B. die Lingnerstadt, an der Lennestraße usw.

  4. @Stefan E. & Alles wird gut: Neben den hohen Kosten bremsen genauso die enormen Renditeerwartungen von Projektentwicklung und Besitzer*innen. Wenn es nur darum ging, Wohnraum zu schaffen, wäre das auch günstiger zu haben.

  5. die sanierung kann doch über das putzi-gelände erfolgen, das dürfte kein hinderungsgrund sein. ich denke den münchener besitzern geht es hier mehr um die klassische bodenspekulation. verfallen lassen und dann hoffen mehr zu bauen oder mit mehrwert zu verkaufen.

  6. @versteher:

    Putzi-Gelände bedeutet Katharinenstraße. Die wird über die Königsbrücker schlecht zu erreichen sein. Also via Bischofsweg/Alaunstraße? Da freu ich mich jetzt schon auf die Kommentarspalten.

    Bessere Idee: Hubschrauber!

    Beste Grüße
    Peter

  7. Wenn es Argenta um klassische Bodenspekulation gehen würde, wäre Dental-Kosmetik schon längst geschlossen, weil sich das Grundstück ohne einen Industriebetrieb auf dem Gelände viel gewinnbringender verkaufen lässt. Und die Chance hätte man in den letzten 34 Jahren ganz sicher auch gehabt, nur momentan dürfte der Markt dafür eher schlecht sein. Also ich glaube schon, dass denen ernsthaft etwas an dem Gelände und dessen Entwicklung liegt, die drei Villen sind da nur ein relativ unwichtiges Detail. Die sind übrigens weit weniger glamourös als es die Bezeichnung „Villa“ vielleicht vermuten lässt, es sind alte heruntergekommene Wohnhäuser. Vor über 20 Jahren war ich mal in der Nr. 12, so toll war es da nicht. Gebäude dieser Art gibt es viele in Dresden, da ist es schon verwunderlich, dass man die letztes Jahr mit Denkmalschutzstatus versehen hat. Und die drei Häuser für viele Millionen Euro sanieren lassen ist das eine, es muss sich am Ende auch rechnen. Viel wichtiger dürfte für Argenta sein, was mit dem Gesamtgelände wird und dafür gab es wie oben erwähnt schon so einige Pläne, für deren Scheitern nicht nur Argenta verantwortlich ist. Und ja, die Situation der Königsbrücker Straße war da nicht ganz unerheblich, weil es die wesentliche Anbindung zu dem Gelände ist. Würde mich nicht wundern, wenn sich dann zeitnah etwas tut, wenn die Straße endlich mal saniert ist, darauf warten wir ja nun auch schon einige Jahrzehnte …

  8. ich glaube der denkmalschutz bezieht sich auch mehr auf städtebauliche aspekte nicht so sehr auf das einzelne gebäude. nach der engen bebauung innerhalb der mauern erfolgte mit einmal eine fast ländliche bebauung ausserhalb auf beiden seiten der königsbrücker strasse. das ist glaube ich das besondere (also einen vorgründerzeitliche bebauung, ehe dann weiter nördlich wieder geklotzt wurde beziehungsweise die urspüngliche lockere bebauung beseitigt wurde)

    ich glaube so ein kleines häuschen zu sanieren schafft man/frau schon, zumal das gelände von putzi ideale lagermöglichkeiten für eine baustelleneinrichtung bietet. da gibt es schlimmeres (mal auf maps nachschauen) und ja mit einem kran kann auch einiges bewegt werden. da gibt es komplizierteres.

  9. Alles klar, dann kann es ja losgehen mit der Sanierung. Moment, die wird ja etliche Millionen kosten, wer bezahlt die? Der Eigentümer, egal was er dazu meint? Na dann freue ich mich schon auf den Boom in der Baubranche wenn jetzt bald überall denkmalgeschützte Häuser zwangsweise auf Kosten der Eigentümer saniert werden. Gerade wo es absehbar sehr schwer sein wird, die Investitionen anschließend wieder zeitnah zu erwirtschaften. Davor wird die Bundesstraße grundsaniert, dahinter dann hoffentlich bald mal eine Großbaustelle.

  10. Man reißt das Dach ab, deklariert das als „Sicherungsmaßnahme“, dann wird ein paar Jahre die Königsbrücker saniert, derweil tut sich nichts am Haus, und danach kann man das dann auch sanieren? Ja klar doch.

    Man sollte ehrlich sein. In einigen Jahren wird die Natur in Kombination mit Regen ihr Werk verrichtet haben. Das ist der einzige Zwecke dieser „Sicherungsmaßnahme“. Sie stellt sicher, dass es irgendwann endgültig nichts mehr zu sanieren gibt.

    Wobei ich den Eigentümer schon verstehen kann. Als Denkmal-sanierter Wohnraum ist das nicht gerade der ideale Standort, und schnöde Bürobauten sind mit Abriss und Neubau halt auch eine Größenordnung billiger.

  11. interessanter artikel gestern in der sz (ich zitiere in auszügen):

    eigentümer ist die agenta gruppe mit hauptsitz in der noblen prinzregentenstrasse in münchen. dahinter steht der geschäftsmann helmut röschinger. ihm gehört auch das schloss eckberg mit samt seinen 15 hektar grossen park. auch das atrium am rosengarten (sitzt da nicht unser stadtbezirk drin?)…. man schätzt sein vermögen auf 450.000.000 euro ein.

    und nun soll ich den herrn bedauern, dass er seit 30 jahren der gebäude an der königsbrücker verfallen lässt? wunderliche welt.

  12. @Stefan E.: „die Investitionen zeitnah wieder zu erwirtschaften“ -> Warum soll das nötig sein? So ein Haus hält ja schon ein paar Jahrzehnte (bis Jahrhunderte). Absurdes Anspruchsdenken gepaart mit Vollkaskomentalität bei einem Eigentümer mit ner halbe Milliarde Vermögen.

  13. @tsetse: Üblicherweise werden aber Häuser schon gebaut oder saniert, damit man die dann zeitnah einer Nutzung zuführen kann. Und ja, damit sollen auch die getätigten Investitionen refinanziert werden. Wohnungen sind dort nicht möglich, Bürogebäude am Markt aktuell wenig gefragt, zumal dort die Lage mindestens die nächsten Jahre problematisch ist. Hm, vielleicht übersehe ich etwas, aber ich würde in der Situation kein Geld investieren. Und nur weil wir es schön fänden oder vielleicht moralisch richtig (?), ist es doch am Ende für den Eigentümer unerheblich. Von Zwangssanierungen habe ich noch nie etwas gehört, egal wie vermögend die Eigentümer sind. Und vielleicht sind die nicht selten genau deswegen so reich, weil sie nicht in Projekte investieren, die sich nicht rechnen.Und wie viele liquide Mittel jemand trotz hoher Vermögenswerte hat, wäre auch noch die Frage, schöne Grüße an Herrn Benko ;-)

    PS: Ja, mir gefällt es auch nicht, dass wir nach 34 Jahren dort so eine große Brache haben, die wirklich sinnvoller genutzt werden könnte als als Wendeplatz für LKWs u.ä.. Könnte mir ganz viele Nutzungen vorstellen und hoffe, das dieser Zustand möglichst bald ein Ende hat. Spätestens dann wird sich auch die Situation der drei Villen ändern. Wobei mir, meine persönliche Meinung, deren Fortbestand nicht sooo wichtig ist. Und mir erscheint es schon eigenartig, dass man die erst letztes Jahr unter Denkmalschutz gestellt hat, hätte man ja auch schon vor 30 Jahren tun können, wenn es den stadtgeschichtlich so wertvolle Gebäude sind. Oder hat das zuständige Amt, 500 m Luftlinie entfernt, vorher keine Kenntnis von diesen drei Häusern gehabt ;-)

  14. Ist immer wieder spannend zu lesen wie viele sich sorgen um unsere multmillionäre machen. wenn ich das geld habe erziele ich immer eine rendite. doch die meisten der reichen wollen eine hohe rendite und das nennt mensch dann Spekulation

  15. Immer dieser Neid auf das Vermögen anderer. Kann man nicht jeden selbst entscheiden lassen, was er mit seinem Eigentum oder Geld macht? Steht es nicht jedem frei die Wege zu bestreiten, die das eigene Vermögen vermehren? Wie soll es auch attraktiv sein, zu investieren: alle wollen in zentralen Lagen oder im coolen Szeneviertel wohnen. Der Wohnraum muss großzügig und top ausgestattet sein. Kosten darf das ganze natürlich nichts, denn die Mietpreise sind ja ohnehin viel zu hoch. Auch darf der Vermieter nicht entscheiden wer am Ende einzieht – nicht das er sich Diskriminierung vorwerfen lassen muss. Dazu soll es auch umfangreiche Außenanlagen geben, die zwar in Errichtung und Betrieb viel Geld kosten, aber keine direkten Mieteinnahmen generieren. Bei dem ganzen Prozess darf dann ruhig die Gewissheit herrschen, das der Eigentümer drauf zahlt um sein Vermögen zum schmelzen zu bringen. Besonders gut lässt sich dann auch hinter dem eigenen Balkonkraftwerk darauf anstoßen, dass die Steuern für Reiche erhöht werden. Ist es wirklich verwunderlich, warum vermögende mit ihrem Geld ins Ausland abwandern? Oder warum nicht investiert wird oder es Instandhaltungsrückstau gibt?

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert