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Hinter den Kulissen des Bunten Sommers

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

Am Freitag startet der Bunte Sommer Neustadt (BSN) in seine vierte Auflage. Ein Blick hinter die Kulissen verrät spannende Details rund um die Veranstaltung.

Jenny Überberg, Paul Brunn und Sophie Heiduschka helfen bei der Organisation des BSN – Foto: Mercedes Braun
Jenny Überberg, Paul Brunn und Sophie Heiduschka helfen bei der Organisation des BSN – Foto: Mercedes Braun

Was 2023 noch mit viel Improvisation begann, ist inzwischen zu einer gut organisierten Veranstaltung herangewachsen. Dahinter stecken tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit – und viele Erfahrungen aus den vergangenen Jahren.

Paul Brunn (29), Mitgründer des BSN, blickt auf die Entwicklung des Festes zurück. Als die erste Ausgabe vor drei Jahren stattfand, sei vieles noch „total blauäugig“ gewesen.

Das damals noch vergleichsweise kleine Organisationsteam ging zum Beispiel davon aus, dass ein einziger Essensstand bei dem Straßenfest ausreichen würde. Wer will schon am Stand was holen, wenn es doch überall in der Neustadt etwas zu essen gibt? Wie groß das Interesse tatsächlich sein würde, habe damals niemand geahnt.

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Mit den Entwicklungen der vergangenen Jahre ist auch die Organisation des BSN gewachsen. Inzwischen ist jeder Arbeitsbereich mit einem eigenen Team aus Freiwilligen besetzt, das sich um die jeweiligen Aufgaben kümmert. Bereits jetzt sind weit über 2.500 Arbeitsstunden in die Vorbereitung geflossen, bis zum Veranstaltungsende rechnet das Team mit insgesamt 7.000 Stunden. „Wir lernen mit jedem Jahr dazu“, so Paul.

Rücksicht auf die Nachbarschaft

Besonders im Umgang mit den Anwohner*innen des Festbereichs habe das Team viel gelernt. „Wenn ich mir die vergangenen Jahre anschaue, haben die Beschwerden massiv abgenommen“, erzählt Paul. Das liege nicht zuletzt daran, dass viele organisatorische Abläufe verbessert wurden. So erhält der Toilettencontainer beispielsweise immer einen anderen Standort, damit nicht ständig dieselben Bewohner*innen betroffen sind.

Eindrücke vom Bunten Sommer Neustadt 2024 - Foto: Florian Varga
Die Wegweiser unterstützen bei der Orientierung auf dem Festgelände – Foto: Archiv/Florian Varga 2024

Dennoch gebe es immer wieder einzelne Hassnachrichten – zum Beispiel von Menschen, deren Fahrzeuge abgeschleppt wurden. Das Team versucht, solche Konflikte möglichst sachlich zu lösen und durch vorausschauende Planung zu vermeiden.

Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Rückmeldung von Menschen, die das Fest positiv erleben. „Es gibt leider nur wenige, die über die guten Dinge berichten“, sagt Paul.

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Ein Teil der vorausschauenden Planung sind auch die Sicherheitsmaßnahmen, die in diesem Jahr wieder gelten: Glasflaschen sind auf dem Veranstaltungsgelände verboten, außerdem darf in diesem Bereich weder gefahren noch geparkt werden. Der Zugang über die Bautzner-/Pulsnitzer Straße ist aufgrund der Baustelle gesperrt. Eine Ausnahme gilt für Anwohner*innen. Sie können die Baustelle mit einem Wohnnachweis passieren.

Charakter statt Größe

Immer wieder wird der BSN mit der früheren Bunten Republik Neustadt (BRN) verglichen. Diesen Anspruch weisen die Organisator*innen jedoch zurück. „Wir sehen uns nicht als neue BRN, wir sind ein Lückenfüller und machen das, damit die Anwohnenden Spaß daran haben.“

Dennoch wünschen sie sich, dass die BRN eines Tages unter kontrollierten Bedingungen zurückkehrt – gemeinsam mit der Stadt und klaren Strukturen. Der Bunte Sommer Neustadt könne dann ein Teil davon sein.

Für den BSN selbst setzen die Organisator*innen jedoch bewusst Grenzen. Ein allzu starkes Wachstum strebt das Team nicht an. Das Kerngelände sei nahezu ausgelastet. Paul ist überzeugt, dass die Veranstaltung so ihren Charakter verlieren würde. Mit zunehmender Größe gehe zudem schnell der Überblick verloren.

Gemütliches Stadtteilfest: Bunter Sommer Neustadt am Martin-Luther-Platz - Foto: Archiv Anton Launer 2024
Gemütliches Stadtteilfest: Bunter Sommer Neustadt am Martin-Luther-Platz – Foto: Archiv/Anton Launer 2024

Statt auf Größe setzt das Team auf Beteiligung der Nachbarschaft. Die Zahl der Standanmeldungen – viele davon aus dem Postleitzahlgebiet 01099 – ist bereits um mehr als 50 Prozent gestiegen. Trotzdem werden weiterhin Helfende gesucht, die sich an Ständen oder hinter der Bar einbringen möchten. Standplätze können noch bis Freitag gemietet werden.

Gemeinsam feiern

Die Besonderheit in diesem Jahr ist die Vielzahl weiterer Veranstaltungen, die zeitgleich stattfinden. Dazu zählen unter anderem die Queer Pride sowie das Farewell-Youth-Festival. Die Organisator*innen sehen das jedoch nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Eine lebendige Stadt mit einem vielfältigen Angebot sei ein Gewinn für alle.

Den Bunten Sommer Neustadt beschreibt Paul mit drei Worten: „soziokulturell, niedrigschwellig und familiär.“ Viele Menschen träfen hier alte Bekannte wieder. Manche kämen nach langer Zeit zurück in die Neustadt und fühlten sich sofort wieder zuhause.

Genau diese Atmosphäre wünscht sich der 29-Jährige auch in diesem Jahr. Familien, Nachbar*innen sowie alle Menschen aus der Neustadt sollen sich willkommen fühlen und das Fest gemeinsam gestalten und genießen.

49 Kommentare

  1. Aha… die Bewohner müssen einen Wohnnachweis vorlegen. WOW. Was ist das denn? Nicht mal die Polizei darf einen Personalausweis einfordern. Es gibt keine Mitfürpflicht. Aber die Hilfssheriffs am Eingang schon? Muss man sowas irgendwo beantragen? Und sonst zahlen die Veranstalter die Unterbringung in einem Hotel, weil man nicht nach Hause darf, oder was? Und natürlich werden auch Rucksäcke rechtswidrig auf Flaschen kontrolliert. Und das Musikprogramm geht bis 23:30 Uhr. EXTREM NIEDERSCHWELLIG UND FAMILIÄR. Und wodurch sind denn Menschen durch Toilettencontainer belästigt. Wird das auf die Strasse geleitet? Das Ganze erinnert uns immer mehr an dieses seltsame Louisenfest. Jetzt fehlt nur noch diese Schlägertruppe aus Riesa als Security. Das Rumgeschwurbel vom Paule ist wenig glaubwürdig. Aber alles lässig, cool und familiär…..

  2. Liebe Balkonbewohner, für den Fall, dass man seinen Perso vergessen hat, geht man einfach über die nördliche Pulsnitzer oder die Martin-Luther-Straße. Es führen viele Wege zum Martin-Luther-Platz. Es ist einfach ne Sicherheitsmaßnahme, dass es auf dem engen Gehweg nicht zu Gerangel kommt. Wenn ich es recht verstehe, hat der synthēse e.V. während der Veranstaltung das Hausrecht und ist auch für die Sicherheit verantwortlich, damit sind die Kontrollen am Eingang nicht nur im Einklang mit dem Recht, sondern vermutlich von der Stadtverwaltung sogar vorgeschrieben. Die Toiletten-Container belästigen die Menschen, die dahinter wohnen, deshalb wird der Standort gewechselt.

  3. Hey, dann hier mal eine positive Nachricht. Ich fand das Fest letztes Jahr schon klasse und freue mich schon auf Freitag. VG

  4. Ich find das immer ganz nett und fühl mich auch nicht gestört oder so, obwohl ich da wohne. Die machen das schon ganz gut :)

  5. Mir persönlich ist es als Anwohner zu laut, und ich möchte die Veranstaltung nicht. Am einfachsten wäre es, eine Umfrage unter den Anwohnenden zu machen. Wenn die Mehrheit dafür ist, dann bitte durchführen; ich kenne allerdings viele Menschen, die auf dem Platz wohnen und das Fest in keinster Weise befürworten. Warum so etwas nicht in Erwägung gezogen wird, kann ich mir natürlich vorstellen. So muss es eben ausgehalten werden.

  6. Moin Hanse! Organisiere die Unfrage doch gern und erwisch jeden Briefkasten.

    Durchgeführt wirds sicher nicht weil man davon ausgeht dass es ok für den Großteil ist. Sieht man ja aber auch an der Beteiligung. Man muss für alle mitdenken die Spaß dran haben.
    Der kirchengong ist Dir sonst sicher auch zu laut und der ist mehrmals täglich :))))

  7. Ich fand das Fest in den letzten Jahren sehr schön. „Soziokulturell, niedrigschwellig und familiär“, kann ich voll bestätigen. Auch meine 2 kleinen Kinder hatten jedes Mal eine gute Zeit dort und da es auch nur an einem Wochenende im Jahr stattfindet, empfinde ich es in keinster Weise als Belästigung sondern als Bereicherung für die Nachbarschaft und die ganze Stadt!

    @Hanse: Früher gabs die BRN und jetzt den BSN auf dem MLP. Zusammen sind das über 3 Jahrzehnte, in denen es einmal im Jahr ein Straßenfest dort gibt. Ich finde, sich als Anwohner darüber zu beschweren irgendwie seltsam. Das ist wie sich am Hamburger Hafen eine Wohnung zu mieten und sich dann über Schiffsverkehr aufzuregen.

    @s&w: Ich hoffe eure piefigkeit ist nur ein stilistisches Mittel eurer Parodie. Von Puppen vorgetragen funktioniert das vielleicht, echte derart negative Menschen fände ich extrem unangenehm.

  8. @Anwohner

    Da mach Dir mal keine Sorgen. Im normalen Leben sind wir ausgesprochen verträglich und tolerant. Aber der „Nick“ ist ja nicht aus Versehen gewählt. Stänkern gehört zur Jobbeschreibung…..

    Und ja. Bisher fanden wir dieses Fest auch ausgesprochen gelungen. Ein Fest für Anwohner und Familien. Was uns Sorgen macht ist, dass sich die Veranstalter immer weiter von den Urspüngen entfernen. Da gibt es eine Menge Sachen, die vorher nicht ganz perfekt waren. Aber das muss ja auch nicht sein. Darin kann ja auch ein gewisser Charme liegen. Uns nervt vor allem die Tatsache, dass dieser Verein ständig auf Attribute wie „niedrigschwellig“ und „familiär“ hinweist, aber genau entgegengesetzt handelt. Wasser predigen und Wein trinken ist halt immer schwierig….

    LG und ein schönes Fest. Und wir hoffen, dass die Veranstalter Kritik ernst nehmen…..

    ;-)

  9. @Hanse, im Prinzip ist die Umfrage eine gute Idee und durchaus sinnvoll. Ganz sicher lesen die Veranstaltenden hier mit, also stellen wir doch mal drei Fragen an die Organisierenden:

    1: Seid Ihr allesamt direkte Anwohndende des Lutherplatzes?

    2: Was haltet Ihr von einer Umfrage unter Lutherplatz Anwohnenenden, ob die Veranstaltung von selbigen gewünscht ist?

    3: Solltet Ihr, als Veranstaltende, kein Interesse an einer Anwohnerbefragung haben: Warum eigentlich nicht?

    Tja Hanse, dann warten wir mal ab ob es eine Antwort von den mitlesenden Organisatoren hier und jetzt geben wird…

  10. @siebensechs: ich glaube, im Moment haben die Veranstalter*innen alle Hände voll zu tun. Vielleicht können wir eine Antwort nach dem Fest erwarten. Bis dahin vielleicht mal ne Erfahrung mit Umfragen. Vor ziemlich genau zehn Jahren gab es im Viertel zwei Umfragen zur Abschaffung des Spätshop-Erlasses. Ich war damals auf Seiten des Gewerbe- und Kulturvereins in eine Umfrage involviert. Wir hatten rund 10.000 Postkarten im Viertel in die Briefkästen verteilt, erhielten damals 252 ausgefüllte zurück. Mal angenommen, man würde hier am Martin-Luther-Platz eine ähnliche Quote erzielen, wie repräsentativ wäre das Ergebnis?

    Damals gab es übrigens auch eine zweite Umfrage, die das komplette Gegenteil unserer Umfrage ergab. Neustadt-Geflüster vom 10. März 2016.

  11. @Troll, Du hast ja sowas von recht. Mit Deinem Satz:: „Man muß für alle mitdenken die Spaß dran haben“, triffst Du den Nagel auf den Kopf und gleichzeitig voll daneben. Wenn Du eine kritische Äußerung derart kommentierst, befeuerst Du lediglich den Widerstand, sonst nix. Hanse hat nicht unrecht mit seiner Einschätzung. Es ist bei weitem nicht so, das alle Anwohner begeistert sind. Im Übrigen muß man für eine aussagekräftige Umfrage keineswegs jeden Briefkasten erreichen. Eine Frage zum Abschluß: Wohnt der Troll denn direkt am Lutherplatz?

  12. @Anwohner, gäähhn! Das immergleiche Argument. Früher gab es die BRN…. Welche BRN meinst Du genau? Bei der ursprünglichen BRN gab es, wenn überhaupt, nur eine basslastige Bühne und die war nicht auf dem Lutherplatz. Der spielte damals überhaupt gar keine Rolle. Das werden die „Alten“ bestätigen können. Oder meinst Du den kommerziellen Mist der dann folgte? Und wieder sind wir am gleichen Punkt wie bei „Troll“: Widerstand generiert man, indem man Kritik mit flachen Argumenten beantwortet. Möglicherweise wohnen am Platz Menschen, die weit vor dem BSN dorthin gezogen sind. Dein Vergleich mit dem Hamburger Hafen hinkt zudem auch gewaltig. Ich bin mir ziemlich sicher das Du dort niemals gewohnt hast. Warum? Ganz einfach: Den Hamburger Hafen mit all seinen Auswirkungen auf die umliegenden Viertel gibt es schon ewig. Es ist nicht so, das beispielsweise den Bewohnern des portugiesischen Viertels plötzlich ein quirliger Hafen vor die Haustür gesetzt wurde. Das Viertel ist mit und durch den Hafen entstanden. Aber egal, denn dieser Vergleich mit Hamburg und dem BSN ist ein wirklich sinnloses Argument.

  13. Es gibt in Dresden viele Stadtteile mit günstigeren Mieten und mehr freien Wohnungen. Da gibt’s dann auch weniger Kultur, Veranstaltungen und nicht so viel von der bösen wilden Jugend. In die Neustadt zu ziehen um dann Neustadt Dinge „abzulehnen“ funktioniert so nicht. Bei der Anzahl der spießbürgerlichen Kommentare hier immer, bin ich mir aber fast sicher, dass so mancher gar kein neustädter ist und hier nur so zum stänkern her kommt.

  14. @Augenauf
    Mach mal Augen auf und google nach „Essentialisierung“, und frag dich dann, was „Neustadt Dinge“ sind.
    Und wenn du schon mit „Neustädter – kein Neustädter“ ankommst, dann versuch mal rauszufinden, wie viele von denen, die die Neustadt als „ihr“ Partyviertel ansehen und sich dort auch so benehmen, tatsächlich aus der Neustadt kommen.
    (oder anders gesagt: Das Argument „Wem hier was nicht passt, der darf halt hier nicht wohnen“ – das hat doch einen meterlangen Bart und muss nicht jedes Mal wieder aufgetischt werden)

  15. Ich finde das Fest hat eine gute Größe, groß genug, dass Stimmung aufkommt und klein genug, um nicht wie die BRN kompletter 3 tägiger Ausnahmezustand zu sein. Und ich finde als Anwohner kann man damit einem Fest pro Jahr durchaus leben, auch wenn es einem nicht gefällt.

    @Augenauf: Und wenn einem das Fest gefällt (wie mir) muss man noch lange nicht den restlichen Scheiß toll finden, der hier permanent von Menschen ohne jede Wertschätzung oder Rücksicht verzapft wird, leider häufig von der von dir zitierten „bösen wilden Jugend“, die dann nach ihren Eskapaden in ihre schicken und sauberen Viertel zurück kehrt…

  16. Danke an das Orga-Team. Mir tuts immer ’n bissl weh, wenn man so viel ehrenamtlich auf die Beine stellt und dann immer nur von den Meckernden hört.

    Ihr macht das toll, lasst euch nicht unterkriegen! Ich finds geil.

  17. ​@Augenauf
    Ein etwas spezieller Kommentar! Was sollte mich ein Fest, das nicht in meinem Viertel stattfindet, auch nur ansatzweise interessieren? Mich nervt einfach nur, dass von den OrganisatorInnen immer so getan wird, als fänden das alle gut. Noch nie wurde auf die Eventualität eingegangen, dass es Menschen gibt, die das Fest ablehnen – aus welchen Gründen auch immer. Sie dürfen das!! Gab es in den ganzen Flyern auch nur einmal den Satz: „Wir wissen, dass es Menschen gibt, die das Fest ablehnen, aber wir wollen Party machen und Geld verdienen“? Wäre doch gut und ehrlich.. Die Intention ist es doch auch nicht, dem Platz ein Fest zu schenken, weil er schon Jahre darum gebettelt hat. Natürlich soll hier Geld verdient werden. Einzig darum geht es.

    ​Stattdessen wird immer gebetsmühlenartig davon gesprochen, dass das hier jeder geil findet. Ich persönlich kenne niemanden, der hier wohnt und große Freude äußert. Ich habe mich bisher bei niemandem beschwert, ich weiß aber, dass es Menschen auf dem Platz gibt, die Beschwerden an die Stadt melden, was langfristig natürlich zu Auflagen für die BetreiberInnen führt. Sollte man sich daran beteiligen? Eigentlich nicht, aber dass es immer höher, schneller, weiter gehen muss, spricht wiederum dafür.
    ​Übrigens: Die Menschen, die jetzt gerade aufbauen, sieht man sonst das ganze Jahr nicht, und ich persönlich glaube kaum, dass jemand, der hier organisiert, auch hier wohnt. Die Umfrage wird im Übrigen niemals kommen, denn die Möglichkeit, dass dann dagegen gestimmt wird, ist hoch – und warum sollten sich die BetreiberInnen das antun?

  18. Ach ja es ist alles so schrecklich hier. Warum lässt man/frau nicht einmal im Jahr die Leute ein Fest machen egal ob man/frau es mag? Und gut.

  19. Ich bin in der Neustadt aufgewachsen (in der DDR, bevor es hipp wurde), später wieder zugezogen. Ich habe die BRN geliebt, auch wenn ich nachts nicht schlafen konnte. An die Organisatoren des Bunten Sommers: bitte weitermachen, ich finds toll. Lasst Euch von zugezogenen Miesepetern nicht beeinflussen. Ihr seid das, was die Neustadt ausmachen!

  20. ich sehe die ganze diskussion um den bsn im kern als streit um die frage: wem gehört eigentlich der öffentliche raum? wer darf sich da treffen? wer darf wie laut sein?
    darf die kirche alle viertel stunde klingeln wenn doch jede*r eine uhr zu hause hat? dürfen alle wie sie wollen mit dem auto durch die straßen heizen, wenn sie auch bus und bahn und fahrrad fahren könnten? darf man auf der straße feste feiern wenn man auch bei lautstärke: zimmertemperatur netflix zu hause schauen kann? sollte jede dieser fragen exklusiv-demokratisch unter den anwohnenden entschieden werden, weil die das hoheitsrecht über den öffentlichen raum vor ihrer haustür haben? oder sollten das vielleicht alle kirchgänger*innen, fahrrad- und autofahrenden, subkulturellen und anwohnenden gemeinsam entscheiden.

  21. @versteher Das hat ja niemand gesagt, und natürlich wünsche ich allen feiernden Personen viel Spaß. Mir geht es eben auf den Keks, und ich finde es schlecht kommuniziert. Die ganze Diskussion ist eh sinnlos und führt zu nichts. Daher…… allen ein schönes Wochenende.

  22. @Siebensechs: Solange ich die BRN kenne, findet sie auf dem Lutherplatz statt. Vielleicht sind es dann keine drei Jahrzehnte, die das Straßenfest dort war, aber dennoch lang genug, dass man aus meiner Sicht schon von einer Tradition sprechen kann. Sicher wohnen Menschen dort schon länger als es das gibt. Dass das die Meckerer hier sind, ist nicht gesagt. Und die BRN als „kommerziellen Mist“ abzutun ist auch nicht unbedingt originell. Dass der Lutherplatz nur bedingt mit dem Hamburger Hafen vergleichbar ist, war mir schon bewusst. Trotzdem danke für deine Ausführungen :D

    @mm: Was die Partytouristen angeht, bin ich bei dir. Das Problem besteht beim BSN aber nicht so sehr. Durch die Organisation des Festes ist das durchschnittliche Benehmen dort sicher besser, als an einem durchschnittlichen Wochenende.

    @Jonk, René und versteher: bin zu 100% bei euch.

    @Hanse: Im Artikel oben stehen einige Beispiele, wie darauf eingegangen wird, dass es Menschen gibt, die das Fest ablehnen. Deinen Eindruck, dass es einzig ums Geld verdienen geht kann ich nicht nachvollziehen. Und das es „immer höher, schneller, weiter“ gehen soll, kommt aus dem Artikel oben auch nicht raus, finde ich. Man kann sich über so viele Dinge in unserer Stadt zurecht aufregen. Beim BSN lese ich hier noch keinen wirklich überzeugenden Grund.

  23. Also in meinen Augen ist der „…dann zieh doch weg!“ Spruch ziemlich Faschomäßig, weil er sehr stark an „Wer Deutschland scheiße findet, soll auswandern!“ erinnert. Solche Sätze kommen in der Regel von Menschen, die NULL kritikfähig sind.
    An das Veranstalterteam kann ich nur appellieren, das die Rücksichtnahme auch schon bei den Vorbereitungen eines Festes beginnen sollte. Besonders wenn man für den Bühnenbau den Hinterhof eines Wohnquartiers in einen Holzbauhof verwandelt und auf Grund seiner eigenen zeitlichen Limitierung meint die Anwohner bis Sonnenuntergang mit Baulärm zu bespielen. Besonders viel Kredit verspielt man sich übrigens, wenn man bei Beschwerden über Kreissägengeräusche darauf hingewiesen wird, dass man dass doch wochentags bis 22 Uhr dürfe laut Gesetz.
    PS: Ich finde den BSN immer sehr angenehm und gelungen. Auch weil er nicht so aufdringlich daherkommt, wie ein gewisses (ehemaliges?) Louisenstraßenfest.

  24. @Hanse, führe doch die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Straßenfesten auf dem BSN. Ich bin selbst kein begeisterter Straßenfestfeierer (mehr), habe aber sowas immer auch als einfache, ja „niedrigschwellige“ Gelegenheit begriffen, mit anderen ins Gespräch zu kommen.
    Vereinzelung & Vereinsamung werden immer beklagt, man kenne die Nachbarn gar nicht mehr und für die „Aufzucht“ der Jungen sei schließlich ein ganzes Dorf nötig usw. Aus meiner Sicht ist so ein Fest ein Baustein genau dafür, lebt in seiner Ausprägung aber natürlich vom Mitmachen.

  25. Mein lieber @Augenauf. Mit 18 Jahren zog ich in dieses Viertel, das war 1989. Ich will Dich jetzt nicht mit Sprüchen wie „ich war auch mal jung“ langweilen. Jede Generation hat ihre Helden, soweit so gut. Meine damaligenHelden waren, unter vielen, z.B. der „Kohlen- Lothar“ ein Garant für Wärme. Die kurdischen Jungs vom ersten Dönerladen (neben dem Projekttheater), die Macher des Jugendklubs „Martin Andersen Nexö“, welche mir das schönste Überraschungskonzert aller Zeiten geschenkt haben. Die Kreativen der ersten BRN und jene Helden die damals gegenüber der Scheune ein sehr großes Loch aushoben bzw präparierten, es mit Wasser befüllten und so für wenige Tage ein Freiluftbad entstehen ließen. Mansfeld mit seinem großen Wandbild war genauso ein Held, wie die Knasties aus der Goldquelle und die Trinker in der Konzertklause oder die „kiffenden Bananensaft- Säufer im Keller der Bronxx. Diese und viele, viele Dinge mehr, haben den „Ruf“ des Viertels geprägt, der bis heute nachhallt. Aber es ist eben nur der „Hall“ auf dem diese BSN versucht zu reiten und diese Veranstaltung hat wenig mit prägenden Erinnerungen zu tun, die im Gedächtnis bleiben werden. Vermutlich tue ich den Organisatoren des BSN jetzt unrecht aber „Knüppelbrot mit Bass und Schminke“ ist kein Anknüpfungspunkt an die, vor der Kommerzialisierung, stattgefundene „echte“ BRN der ersten Stunde. Auch wenn dies durch das Kürzel „BSN“ so suggeriert werden soll. So, mein lieber @Augenauf, das war die Retrospektive eines alteingessenen Spießers. Und wenn ich nun mein Recht in diesem Viertel zu leben in Deinen Augen verwirkt habe, dann ist das eben so. Aber aufgepasst und Augen auf. Es könnte sein, +++Achtung Sarkasmus+++, das irgendwo einer diesen alten Spießer steht , der einem basslastigen Neubewohner beim Tanz ums Knüppelbrot am liebsten den Kopf abbeißen wöllte. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

  26. Nochmal kurz zum Thema Umfrage – und ein kleines Feedback von Paul, den ich heute getroffen habe.

    Wenn man denn eine Befragung der Anwohnenden durchführen wollte, wie soll das stattfinden?

    Per Postkarte in den Briefkasten?

    1. Wie kommt man in die Häuser?
    2. Wie findet man heraus, wie viele Personen im Haushalt leben?
    3. Wie will man überprüfen, wer in einem Mehrpersonenhaushalt tatsächlich abgestimmt hat, vielleicht füllt der erste gleich alle ausgeteilten Postkarten aus?
    4. Was macht man, wenn die Rücklaufquote deutlich unter zehn Prozent liegt?

    Per Befragung an der Wohnungstür?

    1. Wie oft müsste man versuchen, die jeweilige Mietpartei zu erreichen?
    2. Wer soll das bezahlen?

    Generell gilt zu klären, wer alles befragt werden soll, nur die Menschen am Platz selber, oder zum Beispiel auch die von der Durchfahrtsperre betroffenen Leute auf der Kamenzer Straße. Ich bin mir sicher, selbst wenn man 10.000 Euro in die Hand nimmt und eine möglichst professionelle Umfrage durchführt, werden hinterher Leute sagen, das ist doch gefälscht, ich glaube das Ergebnis nicht.

    Vielleicht kann man ja den Widerspruch zum Fest auch viel einfacher messen. Paul erzählte mir, dass es bei allen drei Anwohnerinformationstreffen in diesem Jahr keinen einzigen Widerspruch gab. Und die Beschwerden, die er per Mail oder Telefon erhält, halten sich im niedrigen einstelligen Bereich.

  27. @Anton, mit Verlaub: Ist Herr Paul-Noah Brunn nicht in der Lage hier persönlich zu antworten? Weiterhin gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen einem ausgerufenem „Anwohnerinformationstreffen“ und einem z.B. „Anwohnerdialog“. Zu einem Informationstreffen brauch ich nicht zu gehen, denn ich weiß ja was auf mich zukommt. Eine Information informiert und schließt, per Definition, eine Diskussion aus. Die Umfrage müsste man sicherlich spezifizieren und mit.konkreten Zahlen, Fakten, Daten ausstatten. Für den Ablauf einer Umfrage gibt es ganz gewiss Experten. Da bin ich kein Fachmann und das muß ich auch nicht sein. Ach! Und zum Thema „Wer soll das bezahlen?“ fällt mir doch gleich eine weitere Frage für den Paul ein: Übernimmt der Paul meine anfallenden Parkgebühren, die auflaufen wenn ich einen Anwohnerparkausweis habe aber aufgrund der Feierlichkeit außerhalb meiner Parkzone mein Fahrzeug abstellen muß? Wenn ich Pech habe und keinen adäquaten Platz finde, können das schnell über 30 Euro für die drei Tage werden. Oder hab ich was verpasst und die Eingrenzung für die Anwohnerparkausweise wurde für die Tage aufgehoben? Es sind diese kleinen Dinge, die in der Menge einfach nerven. Allein die Tatsache, das ein Veranstalter einen öffentlichen Raum, per Antrag, zu seinem Raum erklären und dort sein Hausrecht durchsetzen darf, widerstrebt mir zutiefst. Und komm mir jetzt bitte nicht mit dem Argument „meiner Sicherheit“. Ich hab selbige nicht bestellt und einen Sicherheitsmenschen, mit oder ohne Stiernacken, geht es einen (Entschuldigung) Scheißdreck an wo ich wohne und ob ich eines oder hunderte von Lecktüchern in meiner Tasche mitführe. Der Inhalt einer Tasche ist die höchstpersönliche Angelegenheit des jeweiligen Besitzers. Nicht mehr aber eben auch nicht weniger. Und ein Bösewicht wird so nicht ferngehalten.

  28. Lieber Siebensechs, der BSN hatte das nicht als Info-Treffen angekündigt, die Wortschöpfung war von mir, sondern als Gesprächstermine für Anwohnende (ich weiß nicht ob das für Dich genug Dialog-Charakter hat).

    Übrigens, was den öffentlichen Raum angeht, ich mach mal ne Rechnung auf: der BSN blockiert für ne Woche rund 90 Stellplätze, Du blockierst für 51 Wochen einen Stellplatz. Dass Du ein Auto hast, hat sich sicher auch niemand anderes gewünscht, muss es aber dennoch hinnehmen. Oder darf ich Dich jetzt um Erstattung bitten, weil Dein Auto den Parkplatz blockiert hat und ich so an anderer Stelle einen Parkschein ziehen musste.

  29. @Anton Launer Kann ja verstehen, dass man von Kritikern genervt ist, aber das empfinde ich als eine echt fragwürdige Rechnung.

  30. Ich persönlich würde mich niemals trauen, bei einer öffentlichen Veranstaltung Kritik zu äußern. Da steht man doch gleich da wie der Ober-Spießer. Zumal, wie erwähnt, dies ja keine öffentliche Diskussion, sondern Entscheidungen bereits getroffen sind und die Anwohnenden nur informiert werden. Neee, dann lieber hintenrum.

  31. Nun lasst es mal gut sein. Ab Montag bekommst der Martin-Luther-Platz seine ursprüngliche Funktion als Parkplatz zurück, denn dafür wurde ja schliesslich gebaut und nicht als Ort der Vergnügungen und dann ist doch auch wieder alles heile. So einfach ist das.

  32. Moin! Paule hier. Menschenskinder! Hier ist ja ganz schön was los. Wie Anton schon gesagt hat: diese ganzen Gespräche hätte ich mir gerne mal bei den Anwohnern-Treffen gewünscht.

    Tatsächlich ist es so, dass wir von Anfang an zu Beginn der Veranstaltungsvorbereitung IM APRIL per Briefkasteneinwurf und Aushang an den Türen zu Veranstaltungen einladen, in denen DIE ANWOHNENDEN mitgestalten und mitentscheiden können. Es soll Raum für Gestaltungsmöglichkeiten geben. Das predigen wir immer.

    Ich wiederhole immer wieder: wir sehen uns als Spielplatz für die Anwohnenden und wollen, dass die Neustadt nach draußen kommt und endlich mal die Gelegenheit hat, ihre Straßen zu nutzen.

    Sollte sich irgendwer bereit erklären, hier eine (wissenschaftlich tragbare) Umfrage zu machen und herauszufinden, was die Neustadt (oder nur der MLP) denn gerne auf ihren Straßen machen möchte; dann bitte gerne. Ich glaube so etwas wurde schon einmal versucht und auch im Rahmen der Wiederauferlegung der BRN angedacht doch dort mangelte es ebenfalls an Mitteln.

    Gleich mal übergesprungen zum Thema Mittel: Der Bunte Sommer Neustadt kostet mittlerweile circa 130.000 € in seiner Ausführung. 16.000 davon kommen von der Stadt. Den Rest erwirtschaften wir durch den Getränkeverkauf; und das alles komplett ehrenamtlich.

    Seit drei Jahren hat der bunte Sommer keine schwarzen Zahlen geschrieben, sondern macht minus. Und wir? Wir machen trotzdem weiter, weil wir die Hoffnung haben und das Signal bekommen, dass dieses Fest in der Neustadt ankommt. 50 % Säuerungsmittel aus dem Bereich der Neustadt ein Großteil davon von Anwohnern, die direkt vor ihrer Tür etwas machen wollen. Ist das nicht Signal genug um das Gefühl haben zu dürfen, dass man das richtige macht?

    Ich habe die Hoffnung, dass in euren kritischen Köpfen ab und zu auch mal ein Vergleichsgedanke aufkommt und ihr den bunten Sommer mal mit ähnlich vorhandenen Veranstaltungen auf eine Ebene hebt.

    Wo hat Oma Erna die Möglichkeit ein Waffelstand zu machen? Wo kann die kleine Zehnjährige Jenny mit Gummibärchenspießen durch die Gegend laufen? Wo kann die Klasse 10B ihre Abschlussfahrt refinanzieren, durch Kuchen-Verkauf? Wo kann Gustav seine Postkartensammlung zeigen? Wo haben die drei Kinder von Susi und Max die Möglichkeit, ein ganzes Wochenende lang hinter einem Pappkarton fremde Hände mit Nagellack gegen Spende zu bemalen? Wo findet ihr überhaupt ein Straßenfest, auf welchem gastronomische Angebote auf ebenerdigen Grund durchgeführt werden und nicht auf Food-Trucks? Wo findet man einen Straßenfest, auf welchem Getränkepreise noch einer sozialen Ebene gleichen, obwohl alles teurer wird?

    Wir machen uns enorm viele Gedanken und versuchen diese Veranstaltung so wie möglich für alle zu gestalten. Möchte irgendwer von euch Kritikern dort gerne mit entscheiden, dann fühlt euch herzlich eingeladen bei den ganzen Treffen, zu denen wir einladen mitzugestalten. Ich nehme einfach mal an, dass wenige von euch kritiker*innen überhaupt im Einzugsgebiet wohnen und dementsprechend auch nicht unbedingt einen dieser Einwürfe in seinem Briefkasten hatte.

    Ich muss es wissen, denn ich habe jeden einzelnen dieser 1500 Flyer verteilt.

    Wir sind immer gerne gesprächsbereit und wollen diesen Raum nicht für uns einnehmen, um einmal im Jahr Party zu machen, sondern wir wollen einmal im Jahr der Stadt die Möglichkeit geben, diesen Raum zu nutzen. Sollte es irgendwann irgendwo Initiativen geben, die diesen Raum ebenfalls gestalten wollen, dann würden wir diesen herzlich annehmen. Solange es diese nicht gibt, sehen wir uns als Lückenfüller und gestalten freundlich mit euch mit.

    Höher weiter doller gibt es bei uns nicht wirklich. Oder kommunizieren oder signalisieren wir Expansion? Ist das Fest nicht seit drei Jahren unverändert groß? Versuchen wir vielleicht einfach mal 2 Tage früher mit dem Aufbau anzufangen, um selber nicht am Burnout zugrunde zu gehen?

    Maximal kann man sich darüber beschweren, dass die Veranstaltungszeit nun um eine halbe Stunde verlängert wurden. Aber ehrlich gesagt, möchte ich mir dazu keine weitere Meinung erlauben, außer auf die Polizeischutzverordnung in der Neustadt zu verweisen, welche einen erhöhten Lernpegel am Wochenende bis 1:00 Uhr durch Privatpersonen zulässt. Ich bin diese Diskussion langsam etwas leid und möchte mich nicht immer darüber unterhalten, dass man einmal im Jahr laut ist. Aber los. Da wirft sicher gleich jemand die nächste Tomate.

    Ich bin voll und ganz bei euch, dass es nicht in Ordnung ist, Menschen aus ihrer Wohnung zu vertreiben, da diese lärmtechnisch nicht mehr bewohnbar ist. Aber ein solches Verhalten gibt es beim bunten Sommer nicht wirklich.

    Wir geben uns wirklich Mühe und ich fänd es schön, wenn das irgendwo mal gesehen wird.

    Eine junge Institution aus über 40 Vereinsmitgliedern und 250 Ehrenamtlichen Helfern stellt da etwas auf die Beine, was von euch genutzt werden kann. Und wers nicht nutzen will, lässts sein. Die restlichen 363 Tage im Jahr gehört euch die Stille am Platz.

    Und ist es eigentlich wichtig wo wir herkommen? Unsere Postadresse ist im Hecht. So wie auch meine Wohnadresse. 1/3 unserer Vereinsmitglieder sind Wohnhaft im 300-Meter-Radius um das MLP-Gelände. Manche kommen aber auch aus der Altstadt. Dürfen die dann nicht mithelfen, etwas zu erschaffen?

    Darf ich nur da was machen, wo ich selbst wohne und kann dann automatisch davon ausgehen, dass das da dann auch alle toll finden?

    Soll ich mal einen kleinen Ausflug zu unserer Geschichte machen? Wir kamen von der Sebnitzer Str. Wollten etwas ganz Kleines machen. 300 Meter Straße und ein Parkplatz. Dann kamen verschiedene Institutionen vom MLP und suchten nach jemandem, der das gesamtverantwortlich anmeldet. Und das waren dann wir. Tatsächlich also ohne jegliche intrinsische Motivation sondern förmlich gefragt.

    Achso und an Siebensechs und sein Auto-Problem: Zahlt Dir die Drewag Dein Parkticket wenn Deine Fernwärme repariert wird? Zahlt Dir das Bauunternehmen Dein Parkticket wenn das Nachbarhaus renoviert wird und eine Baustelle vor der Tür eingerichtet ist? Und wer zahlt eigentlich wenn Du mit Deinem 2t-Bewohner-Parkausweis-Blechhaufen einen Parkplatz in dem Dir zugewiesenen Parkraum suchst und dort aber überall Autos mit Parkschein stehen? Bspw. für ein Konzert in der Kirche? Hm?

    Und schmal? Zahlt die Stadt Dir eigentlich auch Deine entfallene Arbeitszeit wenn Du wegen einer Demo länger an der Ampel stehst? Also irgendwo… wirklich… irgendwo hörts auf.

    @zwön: Danke für den Hinweis. Die Bauarbeiten sind nach zwei Tagen nun abgeschlossen und ich hoff morgen ists etwas ruhiger für euch. Ansonsten nehmen wir mit, dass wir noch mehr vorbereiten und einfach nur hinstellen müssen. Immer schwer mit dem Krach und den Einschränkungen die sich daraus ergeben.

    Sollte noch irgendwer hier realen Gesprächsbedarf haben, ruft gern durch. Nummer findet ihr auf der Website. Zusammen mit einem ausführlichen FAQ und allen Anwohnerinfos. Da soll mal nochmal wer sagen, wir informieren nicht. Aber digitale Streitereien muss ich hier nicht führen. Dann doch lieber ein paar Parkverbote im Öffentlichen Raum aufstellen damit dort weniger Autos stehen.

    Liebe geht raus vom doch etwas übermüdeten Veranstalter. Ich zieh mich jetzt hier zurück und warte auf die Telefonstreiche.
    Ist eh schon zu viel Traffic hier. Ist ja kein Chatroom hier :)

  33. @Siebensechs: „Warum merkste vielleicht selber.“

    Nee, erklär mal bitte, ich merk nüscht.

  34. Hallo Paul,

    starkes Statement, muss ich sagen. Hättest du dich auch nicht melden müssen.

    Ich bin ein großer Ablehner des Festes und ja, ich wohne direkt dran. Und hier sind wir beim Punkt.
    Du schreibst:
    „Ich bin voll und ganz bei euch, dass es nicht in Ordnung ist, Menschen aus ihrer Wohnung zu vertreiben, da diese lärmtechnisch nicht mehr bewohnbar ist. Aber ein solches Verhalten gibt es beim bunten Sommer nicht wirklich.“

    Das ist nämlich das Hauptproblem. Bei uns vibrieren beim Konzert die Fenster. Also eben doch sehr laut. Tiere? ScheißEgal… Ist doch ein Fest. Muss man am nächsten Tag arbeiten? Ja, aber egal. Ist doch ein Fest.

    Und ja, natürlich kann man woanders ein Fest feiern, wo man nicht lebt. Geht alles… ist doch sogar super. Zu Hause gut pennen, wenn man will, und woanders feiern. Klingt nach meiner Idealvorstellung.

    Ansonsten vielen Dank dafür, dass du hier geschrieben hast. Allen ein schönes Wochenende.

  35. Liebe geht raus an alles bunte was auf den straßen stattfindet und menschen zusammen bringt.
    ♡♡♡
    ärger, geärgert fühlende und ärgernde gibts überall und wenn der größte ärger ein zweitägiges fest auf dem MLP ist, dann herzlichen glückwunsch :) ich freue mich ganz unironisch für alle, deren ärger nicht größer ist als das!
    vllt addiert sich dieser kleine ärger zu anderen größeren ärger, aber vllt lassen wir das in zukunft nicht an menschen aus, welche ehrenamtlich etwas sehr wohl niedrigschwelliges und familiäres auf die beine stellen. das raubt kraft und nerven und irgendwann verpufft das was die neustadt schon immer zu neustadt machte.
    bauarbeiten, autos, öffies, hubschrauber, müllabfuhr, krankenwagen, feuerwehr, polizei… alles zeitweise laut und raubt eltern, kindern, schichtarbeitenden, kranken, alten und jeglichen anderen anwohnenden gelegentlich zeitweise schlaf, aber geht auch wieder vorbei ♡

    wir schaffen das schon alle!

  36. Liebs Orgateam und ALL DIE EHRENAMTLER,
    vielen Dank für euren Einsatz :) Ich freue mich stets auf dieses Fest mit meiner ganzen Familie. Wir sind absolute BSN-Fans ;) unsre Herzen habt ihr mit eurem Konzept, euren Ideen und Angeboten ab Fest 1 erobert und begeistert.

    Wir freuen uns auf euch!

  37. Danke @Paul!
    Auch wenn es anstrengend ist sich mit solchen Themen rumzuplagen, bin ich mir sicher, dass ihr dort einen sehr guten Job macht! Ich habe selten eine Veranstaltung erlebt wo sich so sehr mit den Bedürfnissen der Anwohnenden auseinandergesetzt wurde. Und die lautesten Kritiker sind meiner Erfahrung nach meist jene, welche sich noch nie selbst eingebracht haben wenn es darum geht den öffentlichen Raum fair verteilt zu nutzen – sonst wüssten sie, dass es ein stetiges Aushandeln unterschiedlichster Bedürfnisse ist.

    Das es beim BSN nicht um Geldverdienen geht wird eigentlich auch sehr schnell klar, wenn man sich den betriebenen Aufwand anschaut und mal das Vergnügen hatte die ein oder andere Veranstaltung selbst durchzurechnen.

    Letzter Punkt noch: Auch wenn meine erste BRN erst später war, weiß ich, dass auch in den 90ern mit Nichten jede „Bühne“ auf die direkten Nachbarn geachtet hat und auch nicht überall 22 Uhr dann der Bordstein hochgeklappt wurde (manchmal wurde er sogar neu verteilt, aber das ist eine andere Geschichte). Und auf welche Klos seid ihr nochmal in den 90ern bei der BRN gegangen? Kenn da lustige Fotos und Erzählungen von Hauseingängen wo die Nachbarn mit Wasserpistole Wache stehen mussten.

  38. @ Paul
    Danke für deine Worte. Meckern können immer alle, selber was machen die wenigsten.
    Mal ne Idee für nächstes Jahr – kommt doch mit der Party zu uns ins Hecht. Aus vielen Gesprächen weis ich, daß es schade ist, daß es kein Hechtfest mehr gibt. Mal abgesehen von der Wasserschlacht war das immer sehr anwohnergestützt, familienfreundlich und gesittet. Der Hechttag ist da leider nur ein kleines Trostpflästerchen. (Und ja, ich wohne mitten im Hecht.)

  39. Guten Abend Donnerstag 18:22 das Fest hat begonnen und die Wände wackeln dur die Boxen und ich dachte es wäre von Freitag 17 Uhr bis Montag früh?
    Und ich hab nix dagegen aber warum muss es am Sonntag bis Montag früh gehen mit der lauten Musik
    Also sollte man doch gleich auf denn Plakaten schreiben von Donnerstag Abend bis Montag früh und nicht von Freitag bis Sonntag

  40. Danke @Paul! Du hast mein vollstes Verständnis und Unterstützung. Ich wünsche dir, euch und allen die sich darauf freuen ein wunderschönes Wochenende und gutes Gelingen. Peace ❤️

  41. @Paul, danke für Deine Antwort, bezüglich meines Parkplatzproblemes. Ich spare mir jetzt mal die Erläuterung warum Deine Vergleiche, bis auf das Argument der längerfristigen Baustelle, unpassend sind. Wenn Du mir noch bitte kurz mitteilen könntest, wo ich meinen Zweitwagen finden kann würde ich mich sehr freuen. Von dem wusste ich bisher noch gar nichts, würde mich aber sehr über ein zweites Auto freuen. Falls Du mit „2t“ das Gewicht meines Blechaufens gemeint haben solltest, muß ich das korrigieren: der Wagen wiegt über 2 Tonnen.

  42. ab montag ist wieder alles gut, dann darf wieder ordentlich vollgeparkt werden, was für eine aufregung. hier noch einmal was interessantes:

    Bis in die späten 1960er-Jahre war das Parken von Autos am Straßenrand in der DDR grundsätzlich nicht vorgesehen. Nach der StVO war das dauerhafte Abstellen im öffentlichen Raum untersagt. Erst durch ein Grundsatzurteil im März 1966 (angelehnt an das berühmte Bremer „Laternenparker-Urteil“) wurde das Parken im öffentlichen Raum auch in der DDR erlaubt, sofern keine Behinderung vorlag

  43. @versteher: Aha und wo genau war da geschrieben, dass das Parken im öffentlichen Raum verboten war? Im Gesetzblatt von 1956 ist definiert, dass am rechten Fahrbahnrand gehalten und geparkt werden kann, außer es ist durch entsprechende Schilder verboten. Eigentlich unterscheiden sich die dortigen Festlegungen gar nicht so sehr von den heutigen. Link zur Quelle lasse ich hier weg, weil mich ja interessiert, wo steht, dass man Autos nicht im öffentlichen Raum parken durfte. Habe auch ganz viele Ansichtskarten und Fotos aus der Zeit, auf denen Autos am Fahrbahnrand stehen. Aber da weiß ich natürlich nicht, ob die dort geparkt waren oder nur zufällig gerade da gehalten haben, was dann vielleicht erlaubt war?! Andere Möglichkeit wäre noch, dass die abgebildeten Straßen privat waren und da dann andere Regelungen galten.

  44. In der DDR waren Parken und dauerhaftes Abstellen (auch als Liegenlassen oder Ruhen bezeichnet) juristisch klar voneinander getrennt. Der grundlegende Unterschied lag im Gemeingebrauch der Straße und der Absicht, das Fahrzeug zeitnah wieder zu bewegen

  45. @Siebensechs: „Ich spare mir jetzt mal die Erläuterung warum Deine Vergleiche […] unpassend sind.“

    Or schon wieder! Jetzt spare doch ni immer! Ich merk’s immer noch ni!

  46. @Paul: Ihr macht das großartig und verdient Respekt. Freut euch an den fröhlichen Menschen und Gesichtern. Lasst euch von den Meckerern nicht entmutigen. Ich habe wieder Hoffnung die Jugend!

    @Siebensechs und alle anderen Meckerer: Genug Gesülze! Wenn ihr die Neustadt lebenswerter machen wollt, dann kümmert darum, dass Vandalismus, Gewalt und Lärm das restliche Jahr weniger werden. Lasst die anderen 3 Tage feiern und wenn es euch zu viel wird, dann sucht euch alternative Aufenthaltsorte, im Sommer gibt’s ja wohl genug Möglichkeiten.

  47. Mir hat der Tag heute sehr gut gefallen.
    Das Programm ist sehr gut.
    Die Stimmung, Anwohnerbeteiligung und Familienfreundlichkeit ist sehr gut.

    Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr! :)

    Allerdings tun mir die Anwohner an der Dancebühne leid.
    Die haben wahrscheinlich teilweise dasselbe Problem wie ich bei den Louisenstraßenfesten: Man findet in der ganzen Wohnung keinen ruhigen Platz, weil die komplette Wohnung beschallt wird und nicht nur eine Seite.
    Und das bis in die Nacht.
    Gerade für Kinder und Tiere eher suboptimal.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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