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Bahnhof Neustadt: Decke wird saniert, Gerüst bleibt bis 2030

In der Empfangshalle des Bahnhofs Dresden-Neustadt entsteht derzeit ein gewaltiges Gerüst. Rund 180 Tonnen Stahl werden verbaut, getragen von 30 Stützen. Allein diese Konstruktion kostet etwa 1,8 Millionen Euro – und sie wird die Halle über Jahre prägen.

1,8 Millionen Euro kostet allein die Errichtung des Gerüstes. Foto: Anton Launer
1,8 Millionen Euro kostet allein die Errichtung des Gerüstes. Foto: Anton Launer

Noch bis zum 13. Mai ist die Halle komplett gesperrt. Die Bahnsteige sind in dieser Zeit nur über den Hintereingang von der Hansastraße aus erreichbar. Wer auf einen Aufzug angewiesen ist, muss auf den Hauptbahnhof oder den Bahnhof Mitte ausweichen. Reisezentrum und DB-Information sind vorübergehend in Containern vor dem Eingang an der Hansastraße umgezogen.

Einige Geschäfte nutzen die Zwangspause für Umbauten: Der Drogeriemarkt Rossmann will voraussichtlich am 30. Mai wieder öffnen, die Bahnhofsbuchhandlung etwa Mitte Mai. Lidl, Apotheke, Toiletten, Schließfächer und die DHL-Packstation sind zugänglich. Und der Reimann-Bäcker verkauft täglich ab 4 Uhr vor dem Hintereingang.

Aktuell können die Züge nur über den Hintereingang erreicht werden, der Zugang vom Schlesischen Platz ist gesperrt. Foto: Anton Launer
Aktuell können die Züge nur über den Hintereingang erreicht werden, der Zugang vom Schlesischen Platz ist gesperrt. Foto: Anton Launer

125 Jahre alte Rabitz-Decke

Der Grund für den Aufwand liegt über den Köpfen der Reisenden: Die historische Decke der Halle ist in die Jahre gekommen. „Täglich fahren hier mehr als 500 Züge ein“, sagt Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach. Die Erschütterungen bringen die Konstruktion leicht in Bewegung. Außerdem haben über die Jahrzehnte Temperaturschwankungen und Materialverschleiß ihre Spuren hinterlassen.

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Die Decke wurde in den späten 1990er-Jahren schon einmal saniert, damals wurde die Farbgestaltung sichtbar. Nun steht eine grundlegende Erneuerung an. „Wir haben es hier mit einer Decke mit Drahtgerüsten und faserarmiertem Mörtel zu tun“, beschreibt der Projektleiter und Architekt Alexander Hartmann die Herausforderung.

Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach und Projektleiter Alexander Hartmann (r.) - Foto: Anton Launer
Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach und Projektleiter Alexander Hartmann (r.) – Foto: Anton Launer

„Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt, die Decke wird jetzt gründlich analysiert“, so Hartmann. Diese Analyse, vom Gerüst aus, soll ein bis anderthalb Jahre dauern. Erst danach entscheiden Fachleute, wie die Sanierung umgesetzt wird.

Auch das Glas in den Dachfenstern wird ausgetauscht. Foto: Anton Launer
Auch das Glas in den Dachfenstern wird ausgetauscht. Foto: Anton Launer

Damit Bauarbeiten und laufender Betrieb sich möglichst wenig behindern, entsteht unter der Decke eine begehbare Arbeitsplattform. Die Halle darunter soll während der Bauzeit geöffnet bleiben – mit zusätzlicher Beleuchtung und angepasstem Brandschutz. Insgesamt 35 Funkmelder wurden dafür installiert.

Damit die Konstruktion sicher steht, wurde der Untergrund zuvor verstärkt: Eine Spezialfirma hat dafür Kunststoffemulsionen in bis zu 13 Meter tiefe Bohrlöcher eingebracht, die dort schnell aushärten und den Boden stabilisieren. „So trotzen wir dem weichen Elbesand unter dem Bahnhof“, erläutert Hartmann. Das ganze Projekt soll 12 bis 14 Millionen Euro kosten. Allein der Aufbau und die Nutzung des 180 Tonnen schweren Stahlgerüstes schlägt mit 1,8 Millionen Euro zu Buche.

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Das Gerüst bekommt über die ganze Fläche solche Bleche, das Tageslicht wird dann durch Beleuchtung ersetzt. Foto: Anton Launer
Das Gerüst bekommt über die ganze Fläche solche Bleche, das Tageslicht wird dann durch Beleuchtung ersetzt. Foto: Anton Launer

Wenn alles nach Plan läuft, beginnen die eigentlichen Arbeiten im Jahr 2028 und dauern dann etwa zwei Jahre. Das Gerüst dürfte also bis 2030 stehen bleiben. „Für den Gerüstabbau müssen wir dann noch einmal sperren, aber der sollte schneller vonstatten gehen“, so Hartmann.

9 Kommentare

  1. Der Anblick in einigen Wochen wird sehr ernüchternd sein, da hat vermutlich manche Bahnhofshalle aus neuerer Zeit mehr Charme. Vermisse die wunderschöne Empfangshalle jetzt schon und freue mich auf den Tag, an dem das Blechdach und das Gerüst wieder verschwindet.

  2. Stimmt, erst war die Wand eher unauffällig und wer schon paar Jahre älter ist, erinnert sich ganz bestimmt an diese Werbung. Da kann man der Deutschen Bahn sehr dankbar sein, dass sie sich um die Jahrtausendwende gegen weitere kommerzielle Nutzung der Wand und für das Porzellanbild entschieden hat. So haben wir auch das zweitgrößte Bild dieser Art weltweit in unserer Stadt :)

  3. @Ticketkommentuetebde Oerson
    Bezeichend für was genau, bitte? Sorgfalt und Gründlichkeit? Gut Ding will Weile haben? Bin da ganz bei Ihnen.

  4. @Ticketkommentuetebde Oerson: Es geht schneller. Alles runterklopfen und eine gerade einfarbige Decke mit ein paar LED’s dranschrauben. Oder eben erstmal schauen, wie ist der Bestand (da hilft weder die KI noch ein Halbwissen zu Medien oder Computerchips). Und wenn die wenigen Sachverständigen ein Ergebnis haben, muss ein Sanierungskonzept im Einklang mit Denkmalschutz, den neusten deutschen Bauvorschriften, den aktuellen Sicherheitsvorschriften, den Vorgaben der Bahnbauverwaltung und, und…erarbeitet werden. Danach folgt die Suche nach dem letzten noch lebenden Handwerker, der so eine (Sanierungs-) Arbeit noch ausführen kann. Und der braucht dann auch seine Zeit.

  5. Injektionsanker neinmachen un die dreckschen Dachscheiben rausmachen, das Loch glei zubetoniern. Rauhputz drüber, Abwaschbare Farbe druff, Decke fertsch! Machsch dir an em Wochende. Das alte Gelumpe intressierd dor eh ni. Da guckt dor sowieso keener hoch.

  6. @ sechsnsibsch

    or ne……fertsch würde mindn (d) geschrieben……s nervt eschd ……

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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