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Am Freitag: Warnstreik legt Nahverkehr in Dresden lahm

In Dresden kommt es am Freitag, 27. Februar 2026, zu einem Warnstreik bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB). Der Ausstand beginnt um 3 Uhr und dauert nach Angaben der Gewerkschaft bis Sonnabend, 28. Februar 2026, 5 Uhr. Die Gewerkschaft ver.di hat bundesweit1 zu Streiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen.

Die Königsbrücker Straße macht morgen bahnfrei. Foto: Anton Launer
Die Königsbrücker Straße macht morgen bahnfrei. Foto: Anton Launer

Ver.di Sachsen begründet den Schritt mit dem Verlauf der Tarifverhandlungen für den kommunalen Nahverkehr in Sachsen (der konkrete Aufruf als PDF). Die zweite Verhandlungsrunde sei ohne Annäherung geblieben. Die Arbeitgeber beharrten auf ihrer Position. Nach zwei ergebnislosen Runden sehe die Gewerkschaft keine andere Möglichkeit als den Druck zu erhöhen.

Forderungen an die Arbeitgeber

Ver.di richtet ihre Forderungen an den Kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen (KAV Sachsen) im Rahmen des Tarifvertrags Nahverkehr Sachsen. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden. Alternativ soll ein Wahlmodell eingeführt werden, das eine Erhöhung auf 38 Stunden mit finanzieller Zulage oder Zeitgutschrift ermöglicht.

Gefordert wird zudem eine Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 85 Prozent eines Monatsentgelts. Der Zuschlag für Nachtarbeit soll auf 25 Prozent steigen. Außerdem sollen Entgeltregelungen angepasst und einzelne Regelungen im Tarifvertrag gestrichen werden. Auch ein Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung für ver.di-Mitglieder gehört zu den Forderungen.

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Kritik vom Kommunalen Arbeitgeberverband

Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen kritisiert den angekündigten Warnstreik als überzogen und dem aktuellen Stand der Tarifverhandlungen nicht entsprechend. So sei in der am 4. Februar 2026 geführten zweiten Verhandlungsrunde konstruktiv um Lösungen gerungen worden. Die Verhandlungen seien weder gescheitert noch festgefahren. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 9. März 2026 vereinbart. „Der bundesweite Aufruf zu Warnstreiks der Gewerkschaft trotz unterschiedlicher
Ausgangslagen, Forderungen und Verhandlungsstadien in den 16 Bundesländern macht deutlich, dass der tatsächliche bisherige Gesprächsverlauf und bestehende Annäherungen in Sachsen offenbar keine Berücksichtigung gefunden haben, sondern die Streiks von der ver.di-Bundesebene zentral orchestriert werden“, kritisiert die Verbandsgeschäftsführerin Cornelia Habendorf (Das Statement des KAV als PDF).

In Dresden sind diese Linien betroffen

Alle Straßenbahnlinien fahren nicht. Auch die Standseilbahn könnte stillstehen. Die Schwebebahn befindet sich wegen ihrer Frühjahrsrevision außer Betrieb.

Die Buslinien 61, 62, 63, 64, 70, 80 und EV 6 fahren kaum oder gar nicht.

Teilweise bis vollständig im Einsatz sein könnten die Linien 65, 66, 68, 72, 73, 74, 77, 78, 79, 81, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 98 A, 98 B, 98 C sowie EV 12. Diese Linien werden von Subunternehmen betrieben.

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Nicht betroffen sind die S-Bahnen, Regionalzüge und Regionalbusse sowie alle Fähren. Auch die übrigen Unternehmen im Verkehrsverbund Oberelbe sind nicht vom Streik erfasst. Weitere Informationen auf den Seiten der DVB.

Kundenzentren bleiben geschlossen

Das Kundenzentrum der DVB und alle Servicepunkte bleiben geschlossen. Die Telefonhotline ist nicht erreichbar. Auch die Social-Media-Kanäle werden nicht betreut.

Keine Entschädigung bei Streik

Die Mobilitätsgarantie der DVB greift bei Streiks nicht. Nach Paragraf 22 Personenbeförderungsgesetz entfällt in diesem Fall die Beförderungspflicht. Ersatzansprüche können nicht geltend gemacht werden.

Wegerisiko für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer tragen das sogenannte Wegerisiko. Sie müssen selbst dafür sorgen, rechtzeitig am Arbeitsplatz zu erscheinen.

1 mit Ausnahme von Niedersachsen.

3 Kommentare

  1. Ich wünsche allen streikenden Mitarbeiter/innen der DVB viel Erfolg bei der Durchsetzung ihrer Forderungen!

  2. Es ist unglaublich, daß die von diesem Streik betroffenen Linien mal in den DVB-Navigator eingepflegt wurden.

  3. „Das Auftreten der Mitarbeitenden der Dresdner Verkehrsbetriebe offenbart eine erstaunliche Kurzsichtigkeit. Wer so handelt, scheint weder strategisches Denken noch ein Mindestmaß an Selbstreflexion an den Tag zu legen. Anstatt klug und vorausschauend zu agieren, wird stur auf Maximalforderungen beharrt – als hätte man keinerlei Verständnis für Zusammenhänge oder langfristige Folgen. Dieses Verhalten wirkt nicht entschlossen, sondern schlicht unüberlegt und bemerkenswert eindimensional.“

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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