Irmgard Kneef, die wahre DivaDa steht sie nun, singt mit zitternder Stimme und zitternden Händen, muss sich immer wieder an ihrem als Wasserglas getarntem Wodka-Becher festhalten. Bitterlich schluchzen könnte sie, ob ihres tragischen Schicksals. Als unbeachtete Schwester der gloriosen Hildegard Kneef (1925-2002 „Für mich soll’s rote Rosen regnen“) musste sie ein tragisches Dasein mitten in Berlins schlimmstem Viertel, Kreuzberg, im Parterre, ganz in der Nähe des Altglascontainers fristen. Doch sie hat sich nie unterkriegen lassen und singt die schöneren Lieder, lebensnah und echt flüstert sie sich zielsicher mit einer viel rauchigeren Stimme von einer Plattitüde zur nächsten. In Gestik und Mimik unübertrefflich ist sie falsch auf dieser billigen Bühne des Schaubudensommers – Arenen sollte man ihr öffnen.
Irmgard genießt den Applaus der Menge – eine Zugabe muss her. Es folgt das schönste Neustadt-Liebeslied, das ich je hören durfte. „Vorm Nudelturm am Albertplatz … “ Ich bin ehrlich gerührt und kann nur empfehlen. Hingehen, Hingehen, Hingehen. Leider ist Irmgard schwer beschäftigt und heute zum letzten Mal bei den Buden zu sehen.
Und sonst so? Die Massen drängten sich wieder, weder die Schlange am Eingang, noch der typisch muffige Geruch des angefeuchteten Rindmulchs, noch der erhöhte Kulturbeitrag konnte die Besucher abschrecken. Das Gelände ist größer geworden, mir scheint es, als wären mehr Verpflegungsstellen da, der Flammkuchenkoch muss wohl etwas verliebt sein, aber gut. Auf der Treppe sitzt sich es immer noch gut und man kann herrliche Engel bestaunen. Hier paar kleine Impressionen. Eindrücke vom Schaubudensommer - Anklicken zum Vergrößern Eindrücke vom Schaubudensommer - Anklicken zum Vergrößern Eindrücke vom Schaubudensommer - Anklicken zum Vergrößern Eindrücke vom Schaubudensommer - Anklicken zum Vergrößern Eindrücke vom Schaubudensommer - Anklicken zum Vergrößern Eindrücke vom Schaubudensommer - Anklicken zum Vergrößern Eindrücke vom Schaubudensommer - Anklicken zum Vergrößern
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